Organisatoren: Axel Preuß, mit der Original-Trainingsjacke von 1975 gekommen, Dietmar Starke und Volker Peschke (v.l.) hatten zur Wiedersehensfeier der SVA-Fußballer eingeladen. Auf der Mannschaftsaufstellung im Hintergrund hatten am Ende des Abends fast 40 ehemalige Spieler und Funktionäre unterschrieben. - © Raimund Vornbäumen
Organisatoren: Axel Preuß, mit der Original-Trainingsjacke von 1975 gekommen, Dietmar Starke und Volker Peschke (v.l.) hatten zur Wiedersehensfeier der SVA-Fußballer eingeladen. Auf der Mannschaftsaufstellung im Hintergrund hatten am Ende des Abends fast 40 ehemalige Spieler und Funktionäre unterschrieben. | © Raimund Vornbäumen

Gütersloh Fußballer der SVA Gütersloh feiern Verbandsligameisterschaft von 1975

"Wir durften ja nicht aufsteigen"

Uwe Kramme

Gütersloh. 2015 jährt sich ein großer Erfolg im Gütersloher Fußball zum 40. Mal. Denn 1975, als die "Blauen" von der DJK Gütersloh in der ersten Saison der 2. Fußball-Bundesliga, Gruppe Nord, mit dem 14. Platz den Klassenerhalt schaffen, trösten sich die "Grünen" von der Sportvereinigung Arminia, die ein Jahr zuvor die Qualifikation zu dieser attraktiven Spielklasse verpasst haben, mit dem Gewinn der Verbandsligameisterschaft. Um das 2:1 durch Tore von Willi Zander und Günter Lubasch im Entscheidungsspiel gegen den SC Herford vor 15.000 Zuschauern im Jahnstadion und das 1:0 durch Zander im Rückspiel vor 8.000 Besuchern im Heidewald drehen sich am Samstag, als die "Fußballhelden" von einst ihr Jubiläum feiern, viele Gespräche. "Einige haben sich ja ein klein wenig verändert, aber ich habe sie trotzdem alle wiedererkannt", sagt Axel Preuß schelmisch lächelnd. Sein Blick ruht dabei auf dem die Haare immer noch lang, jetzt allerdings in grau, tragenden Dieter Meis. Der Abwehrrecke des Meisterteams hat die Wiedersehensfeier auf der Tennisanlage der SVA mit Dietmar Starke und Volker Peschke organisiert. "Meine Rolle war damals ja immer klar, ich musste mich beim Training auf dem Heidewald-Ascheplatz nach jedem Ball schmeißen und hoffen, dass der Klaus Witt ein Wehwehchen hat, um auch mal spielen zu dürfen", erzählt Starke. Der Keeper ("Ich war trotzdem stolz darauf, dazuzugehören") ist dem Gütersloher Fußball erhalten geblieben, managt beim FCG die Reserve. "Ich habe sie damals ja auch alle gehalten", begründet Klaus Witt überzeugend seinen Status als Nummer eins. Der Torwart hat es natürlich darauf angelegt, dass seine auf das 2:1 im kleinen Finale der Amateurmeisterschaft 1975 gegen Ludwigsburg 07 gemünzte Aussage als generelle Feststellung missverstanden und widerlegt wird. Axel Preuß ergeht es mit seiner Behauptung "niemals gefoult" zu haben nicht besser. Die alten "Grünen" sind mittendrin in einem Abend voller Geschichte und Geschichten. Besonders gerne erzählt wird die vom Scheitern in den Spielen um die Westfalenmeisterschaft 1975 mit Niederlagen gegen Westfalia Herne (0:2 und 2:4) und der so verpassten Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. "Denn wir durften ja nicht aufsteigen, aus finanziellen Gründen", erinnern sich an dieser Stelle plötzlich alle ganz genau. Allerdings hat die SVA finanziell wirklich noch an den Regionalligajahren von 1971 bis 1974 zu knapsen, als sie unter "Eiche" Haubrock Verbandsligameister wird. 1977, als dieser Erfolg unter Jochen Werner wiederholt wird, sieht es nicht besser aus, und die 1978 vollzogene Fusion mit der gleich klammen DJK gilt als einzig mögliche Lösung des großen Gütersloher Fußballproblems Vermutlich sind die alten "Grünen" am Samstag auch gleich noch die Geschichte des von ihnen mit aus der Taufe gehobenen FCG durchgegangen. Auf jeden Fall haben sie die alte Gütersloher Fußball-Herrlichkeit hoch leben lassen. "Denn früher sind sie in Verl und Wiedenbrück doch froh gewesen, wenn sie mal gegen uns spielen durften." Starke macht noch einen Unterschied zu damals aus: "Heute rennen alle nach dem Schlusspfiff nach Hause. Zu unserer Zeit wurde jedes Training und jedes Spiel erst noch besprochen." Deshalb haben die "Grünen" auch ihren alten Vereinswirt im "Bermpohl", Manfred Wolfes, eingeladen. Als Ehrengast ist Eduard Falkenreck, mit 79 neben Stadionsprecher Erich Ruppik der älteste in der fröhlichen Runde, dabei. "Der Edu hat als Fußballobmann Spieler aus dem Ruhrgebiet geholt, das war damals etwas Besonderes", erinnert sich Starke. Einige von ihnen, wie Werner Waddey, sind noch einmal angereist. Die meisten Meisterkicker wie Bubi Brylewski, Helmut Jonscher oder Helmut Matschulat leben indes immer noch in und um Gütersloh. Bei seiner launigen Begrüßung schlägt Starke auch nachdenkliche Töne an, denn nicht alle aus der Mannschaft und ihrem Umfeld hätten kommen können. Mit Freddy Hoff sei ein Mitspieler schon gestorben, und andere, wie Willi Zander und Peter Krebs, hätten aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

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