Anprobe: Trainer Christian Franz-Pohlmann und Co-Trainerin Britta Hainke zeigten Laura Hoffmann schon einmal das FSV-Trikot. - © FOTO: PRIVAT
Anprobe: Trainer Christian Franz-Pohlmann und Co-Trainerin Britta Hainke zeigten Laura Hoffmann schon einmal das FSV-Trikot. | © FOTO: PRIVAT

Gütersloh Zugang aus Bochum

Fussball: Zweitligist FSV Gütersloh holt Laura Hoffmann

Wolfgang Temme

Gütersloh. Der FSV Gütersloh treibt seine Kaderschmiede voran. Mit Laura Hoffmann, Kapitänin des Ligakonkurrenten VfL Bochum, präsentierte der Fußball-Zweitligist jetzt seinen ersten Neuzugang für die nächste Saison. Wie groß das Vertrauen des neuen Trainers Christian Franz-Pohlmann in die Qualitäten der 23-jährigen Defensiv-Allrounderin ist, zeigt die Tatsache, dass er sich zur Verpflichtung entschloss, obwohl Hoffmann vor drei Wochen einen Kreuzbandriss erlitt. Heute wird die in Bochumerin in Wuppertal operiert, im Oktober ist sie voraussichtlich für den FSV Gütersloh einsatzfähig. Hoffmann kennt die Prozedur, denn es ist bereits ihr dritter Kreuzbandriss. 2007 war das rechte Knie betroffen, 2012 wie jetzt das linke. Die Abwehrspielerin gibt sich aber angriffslustig: "Für mich steht fest, dass ich noch stärker zurückkomme als bisher. Der Wechsel zu einem neuen Verein stimmt mich euphorisch." Von dieser Einstellung ist Franz-Pohlmann beeindruckt. "Wir werden von ihrer sportlichen Qualität und von ihrem Charakter profitieren", sagte der zukünftige Coach, der die Verpflichtung zusammen mit Co-Trainerin Britta Hainke perfekt machte. "Wir wollen hier eine neue Mannschaft aufbauen, und da passt Laura als Führungsspielerin des VfL Bochum optimal ins Konzept", ist Franz-Pohlmann überzeugt. "Wir wollen langfristig mit ihr zusammenarbeiten", ergänzte er, auch wenn die Vereinbarung vorerst nur für die Saison 2015/2016 gilt. Die aus Meschede stammende Hoffmann, die als Angestellte einer Krankenkasse in Bochum arbeitet, stand schon einmal beim FSV auf der Wunschliste, als Heiko Bonan noch Trainer war. Der Wechsel scheiterte an den Rahmenbedingungen. Ihr Weg führte die frühere U17-Nationalspielerin, die im Internat des Olympiastützpunkts am Lohrheidestadion lebte, von der SG Wattenscheid zur SG Essen-Schönebeck in die Bundesliga. 2013 folgten der Wechsel zum VfL Bochum und der Aufstieg in die 2. Liga. In dieser Saison führte sie den VfL auf Rang sechs, bis sie sich am 16. März, vor dem Rückspiel gegen den FSV Gütersloh, im Training verletzte. Bei der 1:3-Hinspielniederlage war sie eine der besten Spielerinnen auf dem Platz, ehe ihr die VfL-Keeperin den Ball an die Beine boxte, von wo er zum 1:2 (83.) ins Tor sprang. Den Wechsel nach Gütersloh sieht Hoffmann ("Ich möchte wachsen und mit der Mannschaft viel erreichen") als Herausforderung. Trotzdem sei ihr die Entscheidung, die sie gestern dem Bochumer Team mitteilte, "super schwer" gefallen. Eine Rolle gespielt habe auch die Situation beim VfL, der seine Frauenabteilung vor einem halben Jahr aus wirtschaftlichen Gründen schließen wollte, die Entscheidung dann aber aufgrund heftiger Proteste zunächst revidierte. Nach Gütersloh geht sie mit einem positiven Gefühl, das in ihrer Situation besonders wichtig sei: "Hier steht der gesamte Verein für Frauenfußball."

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