Bundesligakandidat: Michael Horstkötter, hier im Gespräch mit Siegfried Dietrich vom 1. FFC Frankfurt, hat den Antrag des FSV Gütersloh fristgerecht beim DFB eingereicht. - © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE
Bundesligakandidat: Michael Horstkötter, hier im Gespräch mit Siegfried Dietrich vom 1. FFC Frankfurt, hat den Antrag des FSV Gütersloh fristgerecht beim DFB eingereicht. | © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Gütersloh Spitzenreiter Lübars verzichtet auf 1. Liga

Fussball: Chance für Frauen des FSV Gütersloh

Gütersloh (wot). Die Chance des FSV Gütersloh auf den Aufstieg in die Frauenfußball-Bundesliga sind drastisch gestiegen. Gestern teilte der Vorstand von Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Lübars seiner Mannschaft mit, dass der Klub beim DFB keinen Antrag auf Zulassung für die Bundesliga eingereicht hat. Abgabeschluss für die Unterlagen war gestern. Die Berlinerinnen führen in der Tabelle mit drei Punkten vor dem zweitplatzierten SV Meppenn und vier vor dem auf Rang drei liegenden FSV Gütersloh.

"Es war ein ständiger Kampf zwischen Kopf und Herz, aber das Gesamtpaket ist für uns nicht zu stemmen", erklärte Abteilungsleiter Andre Eggert. "Wir sind quasi nur ein Dorfverein mit eineinhalb kaputten Kunstrasenplätzen. Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir so hochklassig spielen", sagte der verantwortliche Funktionär. Zwar laufe der Kooperationsvertrag mit Hertha BSC Berlin vorerst noch bis 2016, doch damit lasse sich keine Erstligatauglichkeit darstellen. Neben der finanziellen Ausstattung fehlt es dem 1. FC Lübars auch an der notwendigen Infrastruktur für die Bundesliga. "Das Ganze kommt für uns 16 Monate zu früh", erklärte Eggert. Ziel des Vereins sei es, 2016 aufzusteigen, mit Hilfe der Frauenfußball-WM und des in Verlin stattfindenden Champions-League-Finales Interesse bei Sponsoren zu wecken und sich in der 1. Liga zu etablieren. Abschreckendes Beispiel für Eggert ist Tennis Borussia Berlin, das sich in der Saison 2009/2010 mit der Bundesliga übernahm, sofort wieder abstieg und inzwischen gar kein Frauenteam mehr im Spielbetrieb hat

Michael Horstkötter nahm die Nachricht aus Lübars im Prinzip kommentarlos zur Kenntnis. "Die Saison ist noch lang, es kann noch viel passieren", sagte der Geschäftsführer des FSV Gütersloh. Er kündigte bereits an, im Falle eines Bundesliga-Aufstiegs werde der FSV "nichts Wildes veranstalten", was die Solidität des Vereins gefährden würde. Am 26. April gastiert der 1. FC Lübars in der Tönnies-Arena. Andre Eggert appellierte gestern an das Team, das am Sonntag den VfL Bochum mit 2:0 besiegt hatte, "die Saison mit ungebrochenem Ehrgeiz zuende zu spielen." Vor zwei Jahren hatte der SV Meppen in einer ähnlichen Situation den Verzicht auf die Bundesliga-Zulassung erklärt und war dann mit acht Punkten Rückstand Dritter geworden.

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