Arminia Bielefeld zu Gast beim 1. FC Nürnberg. - © Wolfgang Rudolf
Arminia Bielefeld zu Gast beim 1. FC Nürnberg. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Saibenes goldenes Händchen beschert Arminia Platz Drei

Gut organisierte Bielefelder gehen in Nürnberg nach einem starken Zweitligaspiel als Sieger vom Platz / Christoph Hemlein wird verletzt ausgwechselt / Der große Liveticker zum Nachlesen

Patrick Albrecht

Bielefeld/Nürnberg. Arminia Bielefeld springt durch einen 2:1-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg auf den dritten Tabellenplatz und beißt sich in der Spitzengruppe der zweiten Liga weiter fest. Zwei Joker-Tore durch Andraz Sporar und Konstantin Kerschbaumer waren in einer chancenreichen Partie ausschlaggend für den Erfolg. Kurz vor dem Pausenpfiff musste Christoph Hemlein verletzt ausgewechselt werden, nachdem er ohne gegnerische Einwirkung umgeknickt war. Im Vergleich zum 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim veränderte DSC-Trainer Jeff Saibene seine Startelf auf mehreren Positionen: Nils Teixeira übernahm Florian Hartherz Part als Linksverteidiger, der nicht mehr rechtzeitig fit geworden war. Für ihn rückte Florian Dick in die Anfangsformation. Tom Schütz ersetzte Konstantin Kerschbaumer im defensiven Mittelfeld, Keanu Staude machte auf der Außenbahn Platz für Christoph Hemlein. Die Zuschauer im Max-Morlock-Stadion sahen von Beginn an eine ausgeglichene Partie. Bereits nach fünf Minuten hatte Fabian Klos die Führung für den DSC auf dem Fuß: Voglsammer steckte am Sechzehner zu Hemlein durch, dessen Abschluss von Innenverteidiger Ewerton unglücklich abgefälscht wurde. Der Ball kullerte Keeper Kirschbaum durch die Beine, woraufhin Hemlein nachsetzte und auf Klos zurücklegte. Dieser setzte das Leder aus fünf Metern über das Tor. Drei Minuten später probierte sich Patrick Weihrauch mit einem Schlenzer, konnte Kirschbaum aber vor keine Probleme stellen. Obgleich die Saibene-Elf in der Offensive in der ersten Viertelstunde etwas aktiver war, blieben die Spielanteile ausgeglichen. In der 24. Minute sollte auch Nürnberg das erste Mal gefährlich vor das gegnerische Tor kommen: Innenverteidiger Ewerton schlug einen hohen und langen Ball aus der eigenen Hälfte nach vorne. Dort stielte sich Ishak Gegenspieler Salger davon und nahm den Ball frei vor Ortega direkt per Volley. Nürnbergs Top-Torjäger traf die Kugel jedoch nicht sauber, sodass sie knapp am linken Pfosten vorbeirauschte. Stabile Defensive, statisches Aufbauspiel In der Folge probierten sich auf Nürnberger Seite Valentini (31.) und Löwen (35.) und auf Bielefelder Seite Patrick Weihrauch (38.) aus der Distanz, zielten aber jeweils zu ungenau. Mit fortschreitender Spielzeit nahm die Qualität des Spiels zunehmend ab. Zwar zeigten sich beide Mannschaften defensiv stabil, konnten sich mit ihrem statischen Aufbauspiel aber so gut wie keine Torchancen erspielen. Kurz vor dem Pausenpfiff trat Nürnbergs Salli mit einem eher harmlosen Kopfball in Erscheinung, bevor Arminias Hemlein im Zweikampf mit Ewerthon ohne gegnerische Einwirkung umknickte und den Platz humpelnd verlassen musste. Für ihn kam Keanu Staude in die Partie. Nach Wiederanpfiff erwischte Nürnberg den besseren Start und wurde durch einen Dropkick des eingewechselten Teuchert erstmals gefährlich (51.). Nur vier Minuten später zeigte sich Selbiger frei vor Ortega zu uneigensichtig, als er statt selbst abzuschließen auf den mitgelaufenen Ishak querlegte. Salger war im letzten Moment dazwischen. Die Franken gingen fortan mehr Risiko und setzten die Saibene-Elf unter Druck, die nun zu passiv agierte. Saibene wollte für neuen Schwung sorgen und bewies mit der Einwechslung von Andraz Sporar für Fabian Klos das erste Mal ein goldenes Händchen: Nach Balloberung schalteten die Arminen schnell um. Schütz brachte den Ball daraufhin von rechts gefährlich in die Mitte, wo ihn Sporar per Direktabnahme auf das Tor feuerte. Keeper Kirschbaum konnte zunächst parieren, doch der Nachschuss des Slowenen schlug ein. Es sollte ein Chancen-Feuerwerk auf beiden Seiten folgen. Nachdem Ewerton und Möhwald nach einem Eckball binnen weniger Sekunden nur die Latte trafen (65.), brachte Arminias Salger Keeper Ortega mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe in Bedrängnis. Ishak erlief sich den Ball, setzte seinen Heber aber auf das Tornetz (66.). Auf der Gegenseite tankte sich Sporar von rechts in die Mitte durch und brachte den Ball vor das Tor. Dort wurde dieser abgefälscht und gelang auf Umwegen zurück zu Sporar, dessen Schuss aus kürzester Distanz von Mühl mit dem Fuß geblockt wurde (69.).Drei Minuten später setzte Prietl einen Kopfball nach Vorarbeit von Weihrauch nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei (72.). Kerschbaumer kontert Ishak Der agile Teuchert scheiterte auf Nürnberger Seite zwischendurch frei vor Ortega, der ein weiteres Mal stark parierte (71.). Wiederrum nur eine Minute später liefen die Arminen in einer Drei-gegen-Eins-Situation auf das gegnerische Tor zu, spielten es aber schlecht zu Ende. Schütz legte letztlich zu spät auf Sporar ab, mit dessen zentralem Schuss Keeper Kirschbaum keine Probleme hatte (73.).In der 79. Minute sollte dann doch der Ausgleich fallen: Nach einem hohen Ball konnte Salger im Sechzehner noch vor Ishak mit dem Fuß klären. Sein Querschläger landete jedoch bei Behrens, der überlegt per Kopf auf Ishak zurücklegte. Dieser netzte per Volley zum 1:1 ein. Kurz zuvor hatte Jeff Saibene Defensivmann Konstantin Kerschbaumer für Stürmer Andreas Voglsammer eingwechselt, um die Führung zu sichern. Das gelang dem Österreicher zwar nicht, dafür sollte er für den viel umjubelten Siegtreffer sorgen: Kerschbaumer klaute Innenverteidiger Mühl im Spielaufbau den Ball und lief alleine auf Keeper Kirschbaum zu. Der Armine blieb cool und schob das Leder unten links zum 1:2 ein. Andraz Sporar hätte in der Nachspielzeit nach einem Konter zwar zwingend für die Entscheidung sorgen müssen, doch die Clubberer konnten kein weiteres Mal antworten. Nach dreiminütiger Nachspielzeit erlöste Schiedsrichter Jöllenbeck die Arminen, die durch den Auswärtssieg auf den dritten Tabellenplatz klettern. Nach der Länderspielpause geht es am 14. Oktober mit einem Heimspiel gegen den Aufstiegsfavoriten Fortuna Düsseldorf weiter. Vorerst darf jedoch gefeiert werden: DSC-Trainer Jeff Saibene gab seinen Spielern nach dem Spiel frei und gestattete ihnen einen Ausflug zum Oktoberfest nach München. Der Liveticker zum Spiel in Nürnberg:

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