Mit Drang zum Tor: Nils Quaschner versucht es im Training mit einem Seitfallzieher. - © Christian Weische
Mit Drang zum Tor: Nils Quaschner versucht es im Training mit einem Seitfallzieher. | © Christian Weische

Arminia Bei Arminias Quaschner geht es Schlag auf Schlag

Nach einigen Wechseln möchte der Stürmer in Bielefeld zur Ruhe kommen / Die RB-Schule hat den 23-Jährigen geprägt / Saibenes Spielweise kommt ihm entgegen

Peter Burkamp

Kaprun. Nils Quaschner ist erst 23 Jahre alt, doch er hat schon mehr erlebt als manch anderer älterer Fußballer während seiner ganzen Karriere. Gerade 13 geworden, wechselte der gebürtige Stralsunder ins Jugendinternat von Hansa Rostock. Dort wurde er als 17-Jähriger Deutscher U-19-Meister, mit der U-17-Nationalmannschaft gewann er WM-Bronze und feierte noch als A-Junior seine ersten Einsätze bei Hansas Profis. Dann ging es im Juli 2013 nach Liefering zum Farmteam RB Salzburgs, ein Jahr später zählte der Stürmer schon zum Kader von Red Bull und durfte sich über einen Einsatz in der Champions-League-Qualifikation freuen. „Es ging immer Schlag auf Schlag. Da gab es keine Zeit nachzudenken", erinnert sich Arminias jüngster Neuzugang an die turbulenten Anfangsjahre. Der Plan sei immer gewesen, über Salzburg zu RB Leipzig zu wechseln. „Das habe ich auch eingehalten." Nachdem im Januar 2015 der Transfer aus formalen Gründen misslang, schlüpfte Quaschner im Sommer darauf ins Leipziger Trikot und trug mit 19 Einsätzen zum Bundesligaaufstieg bei. 26 Einsätze in Bochum „Dass es mit Leipzig so schnell so weit hoch gehen würde, konnte man erahnen, kam letztlich dann aber doch ein wenig überraschend", meint Quaschner. Das Expresstempo Richtung Champions League vermochte er nicht mitzugehen. „Da hätte man Leistungen bringen müssen, die ich nicht gebracht habe", sagt er offen. So verliehen die Sachsen den vielseitigen Offensivspieler an den VfL Bochum. Was die Zahl der Einsätze angeht, war Quaschner durchaus erfolgreich: 26 mal stand er auf dem Platz, erzielte drei Tore und legte vier auf. Eine akute Darmoperation brachte ihn womöglich um weitere Spiele. Zuletzt agierte Quaschner beim VfL auf der linken offensiven Seite mit spezifischen Defensivaufgaben. Über eine Weiterbeschäftigung wurde nach der Saison diskutiert, letztlich haben sich beide Parteien entschieden, neue Wege gehen zu wollen. „Wir haben unsere Ziele nicht erreichen können. Da wollte der Verein etwas Neues probieren und ich auch." Nach den Gesprächen mit Arminias Verantwortlichen fühlte sich Quaschner beim DSC am richtigen Ort, um den nächsten Entwicklungsschritt anzugehen. „Das Gesamtpaket war einfach gut für mich. Ich bin jemand, der Pressing spielt, der in die Tiefe geht. Das ist mein Spiel." "Wir müssen 
uns nicht 
verstecken" Und auch das von Arminias Trainer Jeff Saibene, der von der fußballerischen Ausbildung bei RB, sei es Salzburg oder Leipzig, überzeugt ist. Die Phase bei RB hat Nils Quaschner sehr geprägt. „Es war alles hoch professionell. Da konnte man sich voll auf den Fußball konzentrieren. Alles wurde einem abgenommen, selbst um private Probleme haben die sich gekümmert." Nach einer turbulenten Zeit mit häufigeren Vereinswechseln hat Quaschner sich in Bielefeld länger gebunden. „Es war mir sehr wichtig, zur Ruhe zu kommen. Ein Jahr hier, ein Jahr da – das ist auch vom Kopf her schwierig. Deshalb bin ich froh, einen Dreijahresvertrag unterschrieben zu haben." Quaschner möchte seine Leistung bringen. Am liebsten als einer von zwei Stürmern, so wie es Saibenes Spielordnung vorsieht. Dass er in Bielefeld im Kampf um die beiden Plätze im Sturm auf starke Konkurrenz in Fabian Klos, Andreas Voglsammer, Andraz Sporer und Sören Brandy trifft, nimmt Quaschner gelassen. „Anders funktioniert es doch nicht. So peitscht man sich auch gegenseitig hoch", glaubt er, dass auf eine ganze Saison gesehen, die Breite in der Qualität wichtig sein wird. „Ich denke, dass wir uns nicht verstecken müssen", gibt sich der Neuzugang mit Blick auf den Kader optimistisch.

realisiert durch evolver group