Ballverteiler: Arminias Neuzugang Francesco Rodriguez mit der Chance zum 3:1, rechts die Duisburger Thomas Meißner und Steffen Bohl. - © Foto: Christian Weische
Ballverteiler: Arminias Neuzugang Francesco Rodriguez mit der Chance zum 3:1, rechts die Duisburger Thomas Meißner und Steffen Bohl. | © Foto: Christian Weische

Arminia Bielefeld Neuzugang Rodriguez ist Arminias Mann für die entscheidenden Pässe

Das Gesamtpaket in Bielefeld überzeugte den jüngsten von drei Profifußballer-Brüdern

Peter Burkamp

Bielefeld. Mit viel Beifall bedachten die Arminen-Fans in der 61. Spielminute die Auswechselung von Francisco Rodriguez. Sein Punktspieldebüt hatte Eindruck hinterlassen. Die Leihgabe aus Wolfsburg war an beiden Bielefelder Toren beteiligt und lieferte nach dem 2:1-Erfolg über Duisburg reichlich Gesprächsstoff. Selbst Samir Arabi, der sich mit öffentlicher Einzelkritik gewöhnlich zurückhält, ließ sich eine Stellungnahme entlocken. „Die Tore hat er ganz gut vorbereitet. Es freut mich für ihn, dass er einen erfolgreichen Einstand hatte. Das ist wichtig für Neuzugänge", meinte Arminias sportlicher Leiter. Rodriguez’ Steilpass auf Fabian Klos hatte das Tor zum 2:1 eingeleitet. „Das ist genau mein Spiel. Auf der Zehn musst du solche Pässe spielen", sagte der 20-Jährige, der mit wachsender Spielzeit immer öfter von seinen Kollegen gesucht wurde. „Du musst dem Ballführenden Optionen geben. Und eine Option möchte ich sein." Er sei sehr zufrieden mit dem Abend gewesen, meinte Rodriguez: „Ich bin glücklich, dass wir die drei Punkte geholt haben. Das war sehr wichtig für uns." Zu den ersten Gratulanten zählte noch am Abend die engste Verwandtschaft. Vater Jose, Onkel Alex und sein Berater weilten in der Schüco-Arena. Später hatte Francisco noch Kontakt mit seinen Fußball spielenden Brüdern Ricardo (23), der beim VfL Wolfsburg Stammkraft ist, und Roberto (25), der gerade aus Italien nach Fürth gewechselt ist. Die Familie ist Francisco sehr wichtig: „Wir halten alle zusammen." Und der Fußball hat bei den Rodriguez natürlich eine hohe Bedeutung. „Wir haben als Kinder schon immer zusammen gespielt, und unsere Eltern haben uns sehr stark unterstützt. Für uns gab es damals nichts anderes", sagte der Jüngste des Clans und lieferte gleichzeitig die Erklärung, warum die in Zürich aufgewachsenen Brüder alle auf hohem Niveau spielen. "Bin bei 80 Prozent Leistungsfähigkeit" Von den Brüdern kam denn auch per WhatsApp die Frage, warum er nur 60 Minuten gespielt habe. Francisco Rodriguez hat dies nicht als Vorwurf verstanden. „Ich bin jetzt bei 80 bis 85 Prozent meiner Leistungsfähigkeit. Mein Ziel ist es natürlich, bald 90 oder wenn erforderlich auch 120 Minuten spielen zu können." Bei Arminia fühlt er sich bestens aufgehoben, was seine Entwicklung angeht. Auch in puncto Abwehrarbeit. Norbert Meier erwartet, dass sein Schützling „beim Rückwärtsverhalten dazu lernt. Nur wenn er mir 30 Tore in den verbleibenden 14 Spielen garantiert, nehme ich davon Abstand", scherzte der DSC-Coach. Mit wachsender Praxis und Fitness glaubt Rodriguez auch des Trainers Anforderungen bezüglich der Defensivarbeit erfüllen zu können. In Wolfsburg trainierte der Schweizer U-21-Nationalspieler mit den Profis, spielte aber meist in der Regionalliga mit der U 23. „Es ist schon ein Unterschied zwischen der 4. und 2. Liga. Ich müsse jetzt spielen, spielen, spielen, hat mir mein Bruder geraten." Vom Gesamtpaket in Bielefeld sei er schnell überzeugt gewesen: „Da musste ich nicht lange überlegen." Und von der guten Stimmung im Stadion hat er jetzt auf dem Platz einen persönlichen Eindruck gewinnen können.

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