Frecher Lupfer: Colja Castillo vom TuS Jöllenbeck versucht Theesens Schlussmann Florian Ernst mit einem Lupfer zu überwinden. - © Christian Weische
Frecher Lupfer: Colja Castillo vom TuS Jöllenbeck versucht Theesens Schlussmann Florian Ernst mit einem Lupfer zu überwinden. | © Christian Weische

Bielefeld Finale: Der VfL gewinnt zum dritten Mal in Folge die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Der Westfalenligist schlägt den Bezirksligisten und Ortsrivalen TuS Jöllenbeck verdient mit 6:3

Peter Burkamp
31.12.2015 | Stand 31.12.2015, 14:19 Uhr |

Bielefeld. Auch wenn es schon der dritte Titel in Folge war, so kannte der Jubel trotzdem keine Grenzen. Noch während der letzten Sekunden bestiegen die Theesener Spieler die Bande, um mit dem Schlusspfiff ihren Hattrick zu feiern. Durch den 6:3-Erfolg über den TuS Jöllenbeck sicherten sie sich die Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft, den Wanderpokal des Fußballkreises, überreicht vor 3.300 Zuschauern in der Seidensticker-Halle von Oberbürgermeister Pit Clausen, und den Pokal der Neuen Westfälischen und der Sparkasse Bielefeld. Dazu gab es 750 Euro in die Mannschaftskasse. "Es wird schon eine Lokalität offen haben, wo wir das eine oder andere Getränk zu uns nehmen können", meinte der froh gelaunte VfL-Angreifer Thies Kambach, der an drei Turniertagen neunmal ins Schwarze traf und nach sechs Titeln in Folge - drei mit Dornberg, drei mit Theesen - von der Stadtmeisterschaftsbühne abtreten will. Als stiller Genießer entpuppte sich einmal mehr Andreas Brandwein. Während die Mannschaft des VfL Theesen sich mehr oder weniger selbst coachte, verbrachte ihr Trainer das Endspiel in einem Gang zu den Kabinen. "Ich mache das öfter so. Schon im Vorrundenspiel gegen Arminia hat uns das Glück gebracht", meinte Brandwein grinsend. Er war gleichzeitig aber auch erleichtert. "Wir haben doch etwas zu verlieren. Wenn wir gegen klassentiefere Gegner unterliegen, sagt doch jeder, wie konnte das passieren." Dabei wollte Brandwein seinen Finalgegner auf keinen Fall abwerten. "Jöllenbeck hat ein gutes Spiel abgeliefert. Am Ende hat, so meine ich, aber die beste Mannschaft der Endrunde gewonnen", sagte Brandwein. Defensiv sehr diszipliniert und vielleicht sogar verbessert gegenüber den Vorjahren, insgesamt taktisch gut eingestellt und mit Spielern wie Michael Zech, Thies Kambach und Memos Sözer über enorme Offensivkraft verfügend, verdienten sich die Theesener den Erfolg. Dies musste auch Björn Kosmann, der den anwesenden Cheftrainer Tobias Demmer als Coach der Jöllenbecker vertrat, neidlos anerkennen. "Das passt schon so - Theesen hat den Titel verdient. Es ist zwar schade, wenn man schon ins Endspiel einzieht und dann verliert, aber insgesamt können wir stolz auf unsere Leistung sein." Letztlich hätten die nötigen Prozent gefehlt, um den Zwei-Klassen-Unterschied wettmachen zu können, meinte Kosmann. "Es ist super, dass wir so weit gekommen sind." In der Endrunde hätte er kaum noch etwas sagen müssen. "Wenn du in diese Halle mit den vielen Zuschauern kommst, läuft es von allein", meinte Björn Kosmann. Das 19. Endspiel um den Bielefelder Hallentitel war das bisher torreichste Finale. Die Theesener Führung von Memos Sözer glich Marcel Krawczyk beinahe postwendend aus. Dann folgte eine ganz starke Phase des Titelverteidigers. Michael Zech, Manuel Wichmann und Kai-Niklas Janz brachten den TuS mit 4:1 in Führung. Kurz vor der Pause schaffte Malte Siekmann das 4:2 und hielt die Jöllenbecker im Bielefelder Nord-Duell im Spiel. Nach dem Seitenwechsel stellte der Westfalenligist dann die Weichen auf Sieg. Michael Zech holte sich mit seinen Treffern 13 und 14 nicht nur die Torjägerkrone (gemeinsam mit Ersin Gül), sondern machte auch die Entscheidung perfekt. Das 6:3 der Jöllenbecker durch Marcel Krawzcyk war nur noch Ergebniskosmetik. "Am Ende haben uns die Körner gefehlt. Das hat man auch gesehen", sagte Sebastian Blümel. Der Jöllenbecker Torwart spielte ein starkes Turnier und verhinderte mit einigen Glanzparaden eine höhere Niederlage: "Insgesamt können wir super zufrieden sein. Unser Ziel war die Endrunde und Theesen hat verdient gewonnen."

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