Bielefeld Petros auf dem Sprung zur EM

Leichtathletik: Beim Pforzheimer Cross ist die deutsche Konkurrenz gegen den Bielefelder chancenlos. Nur ein Äthiopier läuft schneller

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Erneut ein ganz starker Auftritt von Amanal Petros (TSVE 1890): Beim Pforzheimer Cross über etwa 9.000 Meter, einem Qualifikationswettkampf für die Europameisterschaft im Dezember, lief der 20-Jährige vorgestern als mit Abstand bester deutscher Teilnehmer auf den zweiten Platz, nur knapp bezwungen vom gleichaltrigen Dejene Gonfa, einem Top-Talent aus Petros‘ Heimatland Äthiopien. Beide setzten sich in der dritten von fünf Runden vom Feld ab; ein Kenianer, der anfangs das Spitzentrio komplettiert hatte, stieg vorzeitig aus. Petros übernahm mehrmals die Initiative und versuchte, sich von Gonfa zu lösen. Der aber blieb dran und hatte im Ende die Kraft, das Spurtduell mit 26:08,1 gegenüber 26:09,6 Minuten für sich zu entscheiden. Kein Wunder, hatte er doch bei Bahnrennen in Frankreich exzellente Zeiten vorgelegt: 7:43,94 Min. über 3.000 m (deutsche Saisonbestmarke: 7:56,81) und 13:25,70 Min. über 5.000 m. „Vorher wusste ich nicht, dass er so schnell ist“ erklärte Petros, „wäre ich darüber informiert gewesen, hätte ich als Langstreckler wohl versucht, ihn gleich zu Beginn unter Druck zu setzen. Aber auch mit meinem zweiten Platz bin ich zufrieden. Der Kurs mit seinen Anstiegen, Sandpassagen und Hindernissen war hart und kompliziert, hat aber auch Spaß gemacht.“ Einen Läufer wie Gonfa so sehr zu fordern, kann man derzeit keinem anderen deutschen U23-Junior zutrauen. Auf Rang drei lag der Saarländer Tobias Blum (26:33,3 Min.) schon deutlich zurück, aber immerhin noch vor dem besten Hauptklassenstarter Jannik Arbogast (26:38,4). Der Karlsruher steht in den Jahresbestenlisten über 3.000 m, 5.000 m und 10.000 m vor Petros – ein weiteres Indiz für den Formanstieg des Schützlings von Thomas Heidbreder. Im Blick auf die EM-Nominierung ist der Trainer zuversichtlich: „Die Entscheidung trifft der DLV zwar erst nach den weiteren Qualifikationsläufen in Tilburg und Darmstadt; aber Amanal hat heute in jeder Hinsicht überzeugt und das Kriterium, einen der vier ersten Gesamtplätze zu belegen, mehr als erfüllt.“

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