Bielefeld Aufschwung in der Bielefelder Leichtathletik setzt sich fort

Leichtathletik-Forum: Bielefeld darf sich auch 2015 über erstaunlich viele Platzierungen in den deutschen Bestenlisten freuen - die Zahl der Top-30-Plätze erhöhte sich von zwölf auf 16

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Die jungen Leichtathletiktalente setzen ihren Aufschwung fort. Auch ohne Amanal Petros (TSVE), der 2015 in die Junioren- und Hauptklasse aufgerückt ist, erreichten Bielefelds Jugendliche eine nicht minder eindrucksvolle Bilanz in den nationalen Bestenlisten: Die Zahl der in Einzelwettbewerben erworbenen Bestennadeln, die der DLV an die Top 30 jeder Disziplin verleiht, erhöhte sich von 12 auf 16. Es sei noch einmal daran erinnert: In den Jahren 2011 und 2012 ging jeweils nur eine einzige Jugend-Bestennadel nach Bielefeld; 2013 waren es zwei, den großen Durchbruch im Folgejahr ließen sie noch nicht ahnen. Jetzt sind erneut fünf Vereine an der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte beteiligt: SV Brackwede, VfB Fichte, TSVE 1890, TuS Jöllenbeck, BTG von 1848. Sprinterin Kathrin Grenda (PSV, U18) schaffte zweimal den Sprung in die Top 50 - ebenso wie Dreispringer Matthias Koch (Fichte, U20), die U-18-Sprintstaffel der Startgemeinschaft Brackwede/Fichte, Hindernisläuferin Franziska Schumacher (SVB, U18) und im 10-km-Straßenlauf Niklas Zschau (BTG, U18), der aktuell an 50. Stelle steht. Einschließlich mehrerer Platzierungen in höheren Klassen findet man 41 Bielefelder Einträge - elf mehr als 2014. Am weitesten nach vorn kam Kugelstoßer Timo Northoff (TuS Jöllenbeck), dessen Vater und Trainer Tilman sich mit 16,78 m auf Rang 24 noch immer in der deutschen Männer-Bestenliste behauptet. Dem Filius gelang Anfang Oktober beim erneut von Bielefeld gewonnenen Kreisvergleichskampf eine Steigerung auf famose 17,81 m. Damit liegt er zwar deutlich hinter dem Leipziger Jonas Tesch (18,51 m), aber noch deutlicher vor dem Dritten (16,52 m). Auf das fiktive "Treppchen" sprang auch die große SVB-Mittelstreckenhoffnung Moad Dahani: Als Dritter über 1.500 m (3:57,36 Min.) - übrigens direkt vor Dieter Baumanns Sohn Robert - ist er nur 1,3 Sekunden vom 1. Platz entfernt. Beachtlich auch sein 5. Rang über 3.000 m. Über 800 m setzte sich Tjard Gößling (1:57,64 Min.) unerwartet gut in Szene. Je länger der Sprint, desto besser: Torben Timmerhans (SVB), in der U18 viermal platziert, war mit 49,39 Sek. auf der Stadionrunde am erfolgreichsten. Hinter einem ein Jahr älteren Trio verteidigte er seine schon 2014 über 300 m aufgebaute Position des Jahrgangsbesten. Und er trug maßgeblich dazu bei, dass sein Verein auf allen Flachstrecken von 100 bis 3.000 m vertreten ist. Eine große Überraschung ist auch der geteilte 4. Rang des M-15-Hochspringers Daniel Linde, der sich auf 1,85 m steigerte. Übrigens beim U-16-Länderkampf in Amsterdam, wo der Ex-Bielefelder Mateusz Przybylko vielleicht bei der EM 2016 springen wird. Weitere Bestennadeln für den VfB Fichte holten Dreispringer Amin Aberkan, Diskuswerfer Jonas Burgmann und Weitspringer Zijian Wang. Top-Ten-Plätze sicherte sich ein Geschwisterpaar vom TSVE: Katharina Erdmann (U18) avancierte mit neuem Kreisrekord von 39:21 Min. zur neuntbesten 10-km-Läuferin; über 3.000 m stieß ihr Bruder Clemens als Vierter mit starken 9:33,91 Min. in die M14-Spitze vor. In der "Deutschen" ist er der jüngste Bielefelder neben Stabhochspringerin Verena Braun (BTG, W14), die mit 3,10 m einen geteilten 6. Platz belegt. Ihr Trainer Friedrich Puhlmann, zugleich Lehrwart im KLA, sieht die Entwicklung der heimischen Nachwuchsleichtathletik positiv: "Wie die Bestenlisten zeigen, leisten unsere Vereine gute Arbeit. Schade nur, dass Synergie-Effekte in Bielefeld noch nicht wirklich genutzt werden."

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