„Ich hasse Abwehrspieler“ Ausgerechnet in der Relegation bekam es Stefan Höppner in Person des Saarbrückers Mikutis mit einem der eher seltenen Defensiv-Spezialisten zu tun. - © Fotos: Wolfgang Rudolf
„Ich hasse Abwehrspieler“ Ausgerechnet in der Relegation bekam es Stefan Höppner in Person des Saarbrückers Mikutis mit einem der eher seltenen Defensiv-Spezialisten zu tun. | © Fotos: Wolfgang Rudolf

Bielefeld Auf ein Neues

Tischtennis: SVB hakt die Relegationsniederlage gegen Saarbrücken schnell ab

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Am Ende waren sie alle ein bisschen traurig. Die Blicke von Frantisek Placek, Yang Lei, Stefan Höppner und Christian Reichelt, den "Fab Four" der Tischtennis-Abteilung der SV Brackwede, gingen ins Leere. Kaum einer hatte nach dem letzten Ballwechsel des klar mit 1:6 gegen den 1. FC Saarbrücken II verlorenen Zweitliga-Relegationsspiels noch Lust auf eine ausführliche Analyse. "Okay, das war?s für diese Saison. Aber nächstes Jahr versuchen wir es wieder", haute Placek, die alte und neue Nummer eins, zumindest noch eine Kampfansage für das zweite Drittliga-Jahr raus. Der Tscheche trauerte der vergebenen Chance hinterher, als Drittliga-Meister den direkten Aufstieg in Liga zwei verpasst zu haben. "Der Titel war drin. Leider sind wir beim 5:5 in Ober-Erlenbach ein bisschen verschaukelt worden", erinnerte Placek an die dubiosen Umstände des wohl entscheidenden Unentschiedens gegen den großen Widersacher: Damals hatte ein Trainer der Gastgeber den Schiedsrichter aufgefordert, Christian Reichelts angeblich falsch ausgeführte Aufschläge wegzuzählen. Brackwedes auf der Siegerstraße befindliche Nummer vier geriet dadurch so aus dem Rhythmus, dass er sein Einzel noch verlor. Dank des 5:5 neigte sich die Waage dann in Richtung Ober-Erlenbach, das wegen des deutlich besseren Spielverhältnisses von der SVB nicht mehr einzuholen war. Im Relegationsspiel akzeptierten alle Brackweder sportlich fair die Überlegenheit des Gegners. "Saarbrücken war an diesem Tag auf jeder Position den entscheidenden Tick stärker", fand Abteilungsleiter Thorsten List. Im oberen Paarkreuz konnte Frantisek Placek wegen seiner Schulterprobleme nicht sein volles Schlagrepertoire zeigen, traf Yang Lei zudem zu oft die falschen Entscheidungen am Tisch. Unten hatte Stefan Höppner das Pech, ausgerechnet in der Relegation mit Thomas Mikutis auf einen in der Szene relativ raren Defensiv-Spezialisten zu treffen. "Ich hasse Abwehrspieler", kommentierte der SVB-Kapitän seinen Auftritt, bei dem er nach ausgeglichenem ersten Satz letztlich chancenlos war. Einzig Christian Reichelt fand mit seiner Alles-oder-nichts-Spielweise das richtige Rezept gegen Mark Rode und sorgte so immerhin für den Ehrenpunkt. "Das Ergebnis ist vielleicht ein bisschen zu deutlich: Es war enger, als es das 6:1 aussagt", fand Slobodan Grujic, der erfahrene Coach des 1. FC Saarbrücken, tröstende Worte für die Verlierer. "Wir sind hier schon mit einigem Respekt hingekommen", fuhr der frühere WM-Teilnehmer fort. Dass in Brackwede bisweilen eine herausragende Atmosphäre herrsche, habe sich bis nach Saarbrücken herum gesprochen: "So viele Leute, wie heute hier waren, kommen bei uninteressanten Spielen noch nicht mal zu unserer Bundesligamannschaft. Deshalb waren wir froh, dass wir die Euphorie mit den Siegen in den Eingangsdoppeln dämpfen konnten", so Grujic weiter. Anschließend half auch das intensive Coaching von SVB-Ikone Erik Bottroff seinen früheren Teamkollegen nicht mehr auf die Beine. "Mein Tipp von 6:3 ist leider nicht aufgegangen", sagte Bottroff. Er hätte mit Borussia Dortmund in der nächsten Saison gerne in der 2. Liga gegen seinen Ex-Klub gespielt. Die SVB bleibt aber in Liga drei, die gleich mit einem kleinen Ärgernis beginnt: Da sich der TuS Xanten abgemeldet hat, gehen nur neun statt der anvisierten zehn Teams ins Rennen.

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