Einblick ins Benteler-Werk in Schwandorf: Der Konzern betreibt allein in Deutschland sechs Komponentenwerke, davon drei in OWL. - © Benteler
Einblick ins Benteler-Werk in Schwandorf: Der Konzern betreibt allein in Deutschland sechs Komponentenwerke, davon drei in OWL. | © Benteler

Paderborn Benteler dreht an den Personalkosten

In der Automobilsparte werden die Gehälter gekürzt. Die Rohrsparte baut Stellen ab

Martin Krause

Paderborn. Im Mai 2015 hatte Ralf Göttel, der Chef der Automobiltechnik-Tochter des Benteler-Konzerns, öffentlich einen Sparkurs angekündigt. Nun sind die rund 5.000 Mitarbeiter der sechs deutschen Komponentenwerke (darunter mehr als 3.500 Beschäftigte in Paderborn, Warburg und Kleinenberg) die ersten, die es trifft: Sie sollen den Gürtel enger schnallen und Kürzungen beim Urlaubsgeld hinnehmen sowie den Wegfall von Sonntagszuschlägen, gedeckelte Tarifabschlüsse (maximal 1 Prozent) und eine Zahl unbezahlter Überstunden. Wie Göttel bereits erklärt hatte, befindet sich Benteler angesichts von Überkapazitäten in Westeuropa in einem harten Kosten-Wettbewerb. Darum baut der aus Österreich gesteuerte Konzern die Produktion verstärkt im Ausland auf. In der mit der IG Metall verhandelten Vereinbarung macht Benteler aber auch weitgehende Versprechungen: Die Rede ist vom Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2021, Standortgarantien sowie Investitionszusagen in dreistelliger Millionenhöhe. Die Vereinbarung wird bindend mit dem Ablauf der Erklärfrist am 2. Februar. Paderborner Rohrwerke ausgelastet Stellenabbau und Kurzarbeit stehen unterdessen im Benteler-Stahlwerk in Lingen (260 Mitarbeiter) bevor, ähnlich wie zuvor im Stahlrohrwerk in Dinslaken, wo 100 von 730 Stellen wegfielen. Die Rohrsparte leidet unter dem Verfall der Ölpreise und der verringerten Rohr-Nachfrage der Energiebranche. Die beiden Paderborner Werke der Sparte mit fast 2.000 Mitarbeitern seien bisher aber ausgelastet, so die IG Metall.

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