Das Verwaltungsgebäude von Hymmen in Bielefeld. - © Andreas Zobe
Das Verwaltungsgebäude von Hymmen in Bielefeld. | © Andreas Zobe

Bielefeld Hymmen soll in neue Hände kommen

Für die Hymmen Industrieanlagen GmbH ist am 2. Dezember ein Insolvenzantrag gestellt worden, zwei weitere Gruppenunternehmen folgten. Nun wird ein Investor gesucht

Martin Krause

Bielefeld. Die Familie Pankoke wird sich von Anteilen an dem insolventen Bielefelder Maschinenbauer trennen müssen – möglicherweise sogar vom ganzen Unternehmen. Hymmen-Marketingchefin Anke Pankoke bestätigte, dass die vorläufige Insolvenzverwalterin Anja Commandeur einen Investor sucht, der sich an der Hymmen-Gruppe beteiligt oder sie komplett übernimmt. Bisher hielt Geschäftsführer René Pankoke nach vorliegenden Informationen 37,4 Prozent der Anteile. In gleicher Höhe beteiligt ist Pankokes operativ nicht in der Firma tätige Schwester. Die dritte Gesellschafterin ist die Mutter der Geschwister mit 25,2 Prozent. Anke Pankoke, die Ehefrau des Firmenchefs, betont, dass die Familie sich weiter für die Firma engagieren wolle, „das Commitment steht“. Die Entscheidungsgewalt obliege nun aber der Insolvenzverwaltung und den Gläubigern. Neben den Hausbanken seien weitere Institute und Bürgschaftsgeber zu berücksichtigen. Anke Pankoke bestätigte auch, dass der Umzug in den für einen zweistelligen Millionenbetrag errichteten Neubau in Halle („Ravenna-Park“) auf Eis liege. Wenn der Betrieb fortgeführt werde, sei der Umzug aber wegen der Kostenvorteile sinnvoll. Im Arbeitnehmerlager wird unterdessen darüber spekuliert, ob neben dem Ausfall einer Handvoll erwarteter Großaufträge noch andere Probleme für die Pleite des Maschinenbauers verantwortlich sein könnten. Darauf deute unter anderem die Tatsache hin, dass die erwünschte Sanierung in Eigenverwaltung nicht umgesetzt werde. Die Insolvenz könne nicht allein Folge mangelnder Aufträge sein, vermutete ein Gewerkschafter. Das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre könnte etwa zu strukturellen Probleme geführt haben. Von den 300 Stellen müssten nun möglichst viele erhalten werden: „Die Perspektive ist eigentlich ganz gut.“ Die Hymmen-Gruppe (Hymmen Industrieanlagen, Hymmen EMC Pressentechnik, Theodor Hymmen Verwaltungs-GmbH) beliefert Holzwerkstoff- und Möbelindustrie etwa mit Digitaldruckanlagen und Doppelbandpressen und gilt in Teilbereichen als Weltmarktführer

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