Protest in Düsseldorf mit Schildern und Plakaten für einen Abschiebestopp nach Afghanistan. - © picture alliance / David Young/dpa
Protest in Düsseldorf mit Schildern und Plakaten für einen Abschiebestopp nach Afghanistan. | © picture alliance / David Young/dpa

Düsseldorf Tausende demonstrieren für Abschiebestopp nach Afghanistan

Düsseldorf (dpa). Rund 2.000 Menschen haben in Düsseldorf für einen sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan demonstriert. Das Land sei nicht sicher, die Lage habe sich nach einem Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks noch einmal verschlechtert, betonte der Flüchtlingsrat NRW, der mit zu der Kundgebung am Samstag aufgerufen hatte. „Jetzt Sammelabschiebungen zu forcieren, ist zynisch und menschenrechtswidrig", kritisierte Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des NRW-Flüchtlingsrats, laut Mitteilung. Die Teilnehmer waren laut Polizei durch die Innenstadt bis zum Landtag gezogen. Von Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) forderten sie, er solle sich für einen bundesweiten Verzicht auf Abschiebungen nach Afghanistan einsetzen. Für NRW könne er immerhin einen dreimonatigen Abschiebestopp erlassen. Schleswig-Holstein und Berlin hätten Abschiebungen nach Afghanistan derzeit zurückgestellt. Laut Flüchtlingsrat gab es von Januar bis September 2016 mit 5.835 verletzten und 2.562 getöteten Zivilisten so viele Opfer wie seit 2009 nicht mehr in Afghanistan. Nicht einzelne Regionen, sondern das gesamte Land sei vom Kampf zwischen Regierungstruppen und Taliban betroffen. Die Sammelabschiebungen im Dezember und Januar seien ein Tabubruch gewesen, der sich nicht wiederholen dürfe. „Abschiebestopp nach Afghanistan - Jetzt! #keinsicheresland", war das Motto der Demo in der NRW-Landeshauptstadt. Dem Flüchtlingsrat zufolge gab es Kundgebungen auch in Berlin, Hamburg, Hannover, Nürnberg, Wiesbaden, Trier, Augsburg, Bayreuth, Schwerin und Erfurt. Bund und Länder hatten sich bei einem Flüchtlingsgipfel am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass es deutlich mehr Abschiebungen geben soll. Umstritten blieben aber vor allem die Rückführungen nach Afghanistan.

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