Unfallstelle: Die A 33 ist nach dem tödlichen Zusammenstoß übersät von Trümmerteilen. - © Marc Köppelmann
Unfallstelle: Die A 33 ist nach dem tödlichen Zusammenstoß übersät von Trümmerteilen. | © Marc Köppelmann

Borchen Vier tödlich Geisterfahrer-Unfälle in NRW seit September

Auf der A 33 bei Paderborn sterben drei Menschen bei einem Frontalzusammenstoß

Carolin Nieder-Entgelmeier

Borchen. Frontal krachen auf der A 33 in Borchen zwei Autos ineinander und drei Menschen sterben. Bestätigen sich die Ermittlungen der Polizei, dass ein Geisterfahrer den Unfall ausgelöst hat, wäre das der vierte tödliche Falschfahrer-Unfall in NRW seit September. Erst vor einer Woche hat ein Geisterfahrer auf der A 3 bei Düsseldorf einen anderen Autofahrer mit in den Tod gerissen. Trotz dieser Häufung ist die Gefahr, in einen Unfall mit einem Geisterfahrer verwickelt zu werden, statistisch gesehen gering. „Bundesweit gehen jährlich 80 Unfälle und 20 Verkehrstote auf das Konto von Falschfahrern", erklärt der Sprecher des ADAC OWL, Ralf Collatz. „Subjektiv schätzen Autofahrer die Gefahr aber höher ein, weil Falschfahrer-Unfälle lange im Gedächtnis bleiben." Am häufigsten verursachen Geisterfahrer Unfälle in Berlin, Hamburg, Bremen und im Saarland. „Das lässt sich mit dem dichten Autobahnnetz und vielen Anschlussstellen auf kurzer Strecke erklären." Die Gründe, warum Autofahrer in verkehrter Richtung fahren, sind laut Collatz oft nicht ermittelbar. „Häufig sind es junge Fahrer unter Drogeneinfluss oder ältere Menschen, beeinträchtigt durch Medikamente." Deshalb sind auffällige Warnschilder und Markierungen sowie eindeutige Verkehrsführungen wichtig. „Doch gegen bewusste Falschfahrer gibt es keine Maßnahmen." Deshalb fordert der ADAC den Ausbau digitaler Warnsysteme. 2.200 Falschafharer-Meldungen pro Jahr Pro Jahr werden 2.200 Falschfahrer gemeldet, wobei sich viele davon als falsch entpuppen. Bis Autofahrer über das Radio oder Navigationsgeräte vor Falschfahrern gewarnt werden, vergeht wertvolle Zeit. Hoffnung macht das staatlich geförderte Forschungsprojekt „Converge". Die Initiative realisiert Anwendungen für den intelligenten Verkehr, wie Falschfahrer-Warnungen über GPS in weniger als einer Minute. „Autos senden laufend Standort-Informationen. Wenn ein Fahrer die falsche Auffahrt nutzt, erreicht seine Positionsmeldung einen dort platzierten W-Lan-Empfänger. Dieser sendet sofort eine Warnung an den Falschfahrer und an alle entgegenkommenden Autos in der Nähe", erklärt Projektkoordinator Horst Wieker. „Die Technologie funktioniert, das hat ein Test in Frankfurt bewiesen." Nun muss sie flächendeckend verbreitet werden. Nach Informationen dieser Zeitung will VW ab 2019 Autos damit serienmäßig ausstatten.

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