In Staumühle sind 800 Flüchtlinge untergebracht. - © Marc Köppelmann
In Staumühle sind 800 Flüchtlinge untergebracht. | © Marc Köppelmann

Hövelhof Unterkunft für Flüchtlinge in Staumühle wird zum „Balkan-Zentrum“

Aktionsplan der Landesregierung: 450 von 700 Plätzen sind für Flüchtlinge aus Albanien reserviert

Dirk-Ulrich Brüggemann

Hövelhof. Die Truppenunterkunft Staumühle bei Hövelhof, in der zur Zeit asylsuchende Flüchtlinge untergebracht werden, soll zum großen Teil für Albaner genutzt werden. Dies geht aus einem Hinweis der Bezirksregierung Arnsberg zum beschleunigten Asylverfahren im Rahmen des Aktionsplans Westbalkan hervor. So sollen zukünftig etwa 450 Personen aus Albanien in der Notunterkunft am Rande des Truppenübungsplatzes Senne untergebracht werden. 75 Albaner aus Borgentreich seien schon nach Staumühle gebracht worden, war aus Helferkreisen zu hören. Ein weiterer Bus werde erwartet. Die Notunterkunft in Staumühle kann etwa 700 Personen fassen. Für das beschleunigte Asylverfahren, das auf albanische Staatsangehörige beschränkt ist, sollen voraussichtlich bis zu 1.200 Unterbringungsplätze bereitgestellt werden. Weitere Unterbringungsorte sind Willich und Bonn-Bad Godesberg mit je rund 300 Plätzen. Mögliche weitere Kapazitäten könnten in Bad Driburg und Borgentreich mit je 75 Plätzen bereitgehalten werden.Entscheidung über Bad Driburg und Borgentreich noch nicht gefallen Eine Entscheidung über die beiden Orte im Kreis Höxter ist aber noch nicht gefallen. Die vorgesehenen Unterbringungsplätze werden bis auf weiteres immer wieder mit albanischen Flüchtlingen „aufgefüllt“, ist dem Papier, das dieser Redaktion vorliegt, zu entnehmen. Von dem beschleunigten Asylverfahren sind Albaner betroffen, deren Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender nicht älter als 20 Tage ist. Außerdem sollen bein ihnen selbst oder in ihrer Familie keine offensichtlichen Hinderungsgründe für eine Abschiebung vorliegen. Aus Helferkreisen wird zudem bemängelt, dass die Flüchtlinge keinerlei Rechtsberatung erhalten würden und sie nur aufgrund der Nationalität in diesen Lagern gesammelt würden. Bei der Bezirksregierung Detmold, die für die Unterbringung der Flüchtlinge in Ostwestfalen-Lippe zuständig ist, wollte man sich nicht äußern und verwies auf das NRW-Innenministerium.

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