An der Husarenstraße: Der Eingangsbereich zu den Dempsey Barracks in Schloß Neuhaus. Hier ist das 1st Armoured Medical Regiment untergebracht. - © Holger Kosbab
An der Husarenstraße: Der Eingangsbereich zu den Dempsey Barracks in Schloß Neuhaus. Hier ist das 1st Armoured Medical Regiment untergebracht. | © Holger Kosbab

Paderborn Wohnen und lernen auf dem Dempsey-Kasernengelände in Schloß Neuhaus

Auf dem 20 Hektar großen Areal könnten zudem Gewerbeflächen entstehen. Der Truppenübungsplatz sowie die Athlone- und Normandy-Kaserne stehen eventuell nach 2020 nicht zur Verfügung

Holger Kosbab

Paderborn. Bis zu 300 Wohneinheiten, eine Kindertageseinrichtung mit vier Gruppen und eine zweizügige Grundschule könnten auf dem Gelände der heutigen Dempsey-Kaserne in Schloß Neuhaus entstehen. Dies sagte Lars-Christian Lange vom Bereich Stadtentwicklung/Konversion der Stadt Paderborn in der Steuerungsgruppe Konversion des Stadtrats. Während auf dem Gelände zwischen Husarenstraße, Mastbruchstraße und Dubelohstraße somit viel möglich sein dürfte, könnte die von der Stadtverwaltung gewünschte Entwicklung Sennelagers durch die jüngsten Aussagen des Stabschefs der britischen Armee, Nick Carter, erschwert werden. Kaserne soll von den Briten übergeben werden Im kommenden Jahr soll die Dempsey-Kaserne von den Briten übergeben werden - wie auch die Barker Barracks an der Driburger Straße. Einschließlich der Alanbrooke-Kaserne, bei der gerade die Wertermittlung des Grundstücks läuft, kann die Stadt Paderborn ihre Planung für drei Kasernenareale vorantreiben. Völlig offen ist dagegen die Zukunft des Truppenübungsplatzes und der beiden Kasernen Normandy und Athlone auf dem Gelände. General Nick Carter hatte kürzlich gesagt, dass es aufgrund der geänderten Sicherheitslage Überlegungen gebe, doch mehr Liegenschaften in NRW zu erhalten als bisher geplant. Dazu gehören könnte auch der Standort Sennelager mit dem Truppenübungsplatz Senne. Dieser sei laut Carter nicht nur für Trainings geeignet, sondern auch für die Lagerung von Ausrüstung wie Schwertransporter und Munition. Sollten die Briten den Standort weiter nutzen, würde dies Paderborns Stadtplaner in ihren Plänen zur Entwicklung Sennelagers "vor noch größere Herausforderungen stellen", sagte Thomas Jürgenschellert, Konversionsbeauftragter der Stadt Paderborn, auf NW-Anfrage. "Unser Ziel ist es, dem Ortsteil an der Bielefelder Straße eine Entwicklungsperspektive zu geben." Kleinteilige Wohnbebauung Auf dem 20 Hektar großen Areal der Dempsey-Kaserne hat die Stadt Paderborn dagegen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Zahl der Wohneinheiten wird abhängig sein von den weiteren Nutzungen. Das Spektrum der künftigen Häuser umfasst verschiedene Bebauungen (einschließlich gefördertem Wohnungsbau), um auf die kleinteilige Umgebungsstruktur zu reagieren. Hinzu kommen sollen Flächen für Kleingewerbe, die sich an die gewerblich genutzten Bereiche an der Dubelohstraße anschließen. Geprägt sei das Gebiet von einer vorwiegend kleinteiligen Wohnbebauung, sagt Stadtplaner Lange in seiner Bestandsanalyse. Die höchsten Gebäude in der näheren Umgebung seien die Hochhäuser am Wilhelmsberg. Durch die Bielefelder Straße und die Bahnlinie seien die Bereiche jedoch räumlich nicht unmittelbar miteinander verbunden. Mit einer Kita und einer Grundschule würde den in diesen Bereichen fehlenden Kapazitäten in Schloß Neuhaus entgegen gewirkt. Jedoch müsse die Grundschule nicht zwingend auf das Kasernengelände, sagte der Konversionsbeauftragte Jürgenschellert. Auch ein Sportplatz könnte entstehen. Mannschaftsgebäude können abgerissen werden Zur Planung zählt auch die Öffnung der Kaserne, um umliegende Freiräume miteinander zu verbinden. Dies würde den bestehenden Reiterpfad einschließen. Durch die Neugestaltung sei laut Planer Lange mit einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens um drei bis sieben Prozent zu rechnen. Dies würde die bereits viel genutzten Knotenpunkte an der Dubelohstraße und Husarenstraße weiter belasten. Das komplette Verfahren läuft dabei ab wie bei der Alanbrooke-Kaserne, das bereits weiter vorangeschritten ist. Derzeit in Arbeit ist eine architektonische Machbarkeitsstudie. Untersucht wird dabei, inwiefern die Bestandsgebäude abgerissen oder für eine neue Nutzung umgebaut werden könnten. Sicher ist: Die Mannschaftsgebäude an der Husarenstraße stehen - anders als die historischen Bauten in der Alanbrooke-Kaserne - nicht unter Denkmalschutz. Sie könnten also komplett abgerissen werden. Mitte dieses Jahres ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit und die Auslobung des Wettbewerbs geplant. Ende 2018 solle dann der städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerb laufen. Dieser liefere die Grundlage für einen Rahmenplan, der Mitte 2019 noch einmal im Detail überarbeitet werden soll. Ebenfalls im kommenden Jahr soll das Bebauungsplanverfahren starten.

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