Vorerst den Betrieb eingestellt: Die Wasserleitungen des Lehrschwimmbeckens im Delbrücker Schulquartier sind durch Legionellenkeime belastet. Nach einer kompletten Spülung mit hoher Wassertemperatur und erneuten Probemessungen ist eine Freigabe des Schwimmbetriebs Mitte März denkbar. - © Jens Reddeker
Vorerst den Betrieb eingestellt: Die Wasserleitungen des Lehrschwimmbeckens im Delbrücker Schulquartier sind durch Legionellenkeime belastet. Nach einer kompletten Spülung mit hoher Wassertemperatur und erneuten Probemessungen ist eine Freigabe des Schwimmbetriebs Mitte März denkbar. | © Jens Reddeker

Delbrück Legionellen im Delbrücker Lehrschwimmbecken

Bad vorerst geschlossen: Kreisgesundheitsamt veranlasst Spülungen mit hohen Wassertemperaturen. Beim Umbau des Hallenbades hat die neue Firma für die Lüftungsanlage ihre Arbeit aufgenommen

Karl Finke

Delbrück. Bei einer Routinekontrolle hat das Kreisgesundheitsamt im Delbrücker Lehrschwimmbecken gesundheitsgefährdende Legionellenkeime festgestellt. Erkrankungen sind bislang nicht aufgetreten. Das Bad ist bereits am Mittwoch vergangener Woche, als die Ergebnisse vorlagen, geschlossen worden. Eine Überschreitung der so genannten Maßnahmewerte (keine Grenzwerte) wurde am äußersten Punkt der Wasserleitungen, am Waschbecken eines Hausmeister-Abstellraums festgestellt, so Manuel Tegethoff, Fachbereichsleiter im Delbrücker Rathaus. Gemessen wurden 10.000 Legionellenkeime in 100 Milliliter Wasser, so Uwe Litwiakow, Leiter des Paderborner Kreisgesundheitsamtes. Bereits bei 100 Legionellen pro Milliliter müssen die Leitungen regulär mit einer Temperatur von 70 Grad Celsius gespült werden. Litwiakow beurteilt das Delbrücker Legionellen-Problem als "nicht ungewöhnlich oder außergewöhnlich". Bei älteren Anlagen komme "es immer wieder mal zu erhöhten Werten". Die Ursache dafür könne niemand benennen. Die Wasserleitungen im Delbrücker Lehrschwimmbecken seien regelmäßig gewartet worden. Wahrscheinlich sei das Alter der dortigen Rohre für den Keimbefall mitverantwortlich. Becken regelmäßig genutzt worden Laut Kreisgesundheitsamt sind im Delbrücker Lehrschwimmbecken keine Desinfektionsmaßnahmen erforderlich. Die Legionellenbelastung könne allein durch eine Spülung des Leitungssystem mit entsprechenden Wassertemperaturen reduziert werden, so Litwiakow. Die Wirksamkeit der Maßnahmen werde anschließend durch neuerliche Ergebnisse von Wasserproben überprüft. Das Lehrschwimmbecken ist bis zuletzt regelmäßig von Delbrücker Schulen und Vereinen genutzt worden. Nach dem Ortstermin mit dem Kreisgesundheitsamt am vergangenen Mittwoch sind alle Nutzer direkt über die Schließung des Bades informiert worden, so Tegethoff. Das Lehrschwimmbecken wurde 1964 gebaut. Wasserleitungen wurden möglicherweise zum Teil bei einer Sanierung unter anderem der Duschen Ende der 1990er Jahre ausgetauscht. "In den Akten waren bislang keine negativen Werte aufgefallen", so Fachbereichsleiter Tegethoff. Der Stadtrat hat bereits beschlossen, das Lehrschwimmbecken zu schließen, sobald das städtische Hallenbad umgebaut worden ist. Auf der Baustelle verzögerten sich Arbeiten aufgrund einer Firmen-Insolvenz für den Lüftungsbau. Ein Nachfolgebetrieb hat die Arbeiten inzwischen aufgenommen. Sobald die Termine für die Materiallieferungen feststehen, können die Abläufe neu fixiert werden.

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