Haben sich auch schon im Logbuch verewigt: Initiator Moritz Becker (r.), sein Cacher-Kollege Tobias Bogusch und Kerstin Salerno von der Stadt Büren. Hunderte weitere Namen von Geocachern zieren im Hintergrund den Würfel. - © Svenja Ludwig
Haben sich auch schon im Logbuch verewigt: Initiator Moritz Becker (r.), sein Cacher-Kollege Tobias Bogusch und Kerstin Salerno von der Stadt Büren. Hunderte weitere Namen von Geocachern zieren im Hintergrund den Würfel. | © Svenja Ludwig

Büren Geocaching in Büren zieht Schatzsucher an

Mugglefrei an der Afte: In Kooperation mit der Stadt Büren organisiert der 14-jährige Moritz Becker die Veranstaltung. Die Besucher erleben einen Workshop zum Knacken von Schlössern

Svenja Ludwig

Büren. Ganz untypisch fürs Geocachen ist das Logbuch des "Mugglefrei an der Afte"-Events ohne Schwierigkeiten zu finden: Der riesige weiße Würfel aus Aufstellwänden, der von vier Seiten signiert werden kann, bildet das Herzstück der kleinen Geocaching-Messe in der Bürener Stadthalle. Schöne und vergessene Plätze hat Moritz Becker durch sein Hobby in Büren und Umgebung entdeckt, die ihm ohne Geocaching sicher entgangen wären. Orte, die "man sich im Traum nicht vorstellen" könne, wie Tobias Bogusch, ein Freund der Familie und ebenfalls begeisterter Cacher, bestätigt. Wie aber diese wunderbaren Fleckchen Erde Schatzsuchern aus ganz Deutschland zeigen? Vor vier Monaten kam Becker auf die Idee, in Büren ein Geocaching-Event zu organisieren. Neben Bogusch holte sich der Schüler auch die Stadt mit ins Boot. "Geocaching ist eine Ausprägung des Wanderns", sagt Kerstin Salerno, kommissarische Geschäftsleiterin des Fachbereichs Touristik, Kultur und Städtepartnerschaft der Stadt Büren: "Damit versuchen wir, Touristen nach Büren zu locken." Auch sie habe sich vom Cachen begeistern lassen, sei viel mit Becker und Bogusch unterwegs gewesen und habe mittlerweile selbst einen Account. Rund um das große Logbuch hat sich das Organisationsteam einiges mehr einfallen lassen. Ein beliebtes Spiel bei den Schatzsuchern ist das Petling-Weitwerfen. Die verschließbaren Plastikröhrchen werden häufig als Logbuch-Versteck genutzt, können aber auch erstaunlich weit geworfen werden. Ein Wettkampf darf also auch in Büren nicht fehlen. Die Bestweite wird mit einer Geocoin belohnt. Geocoins sind Gegenstände in der Größe von Schlüsselanhängern, die durch die Cacher zu einem bestimmten Ort gebracht werden müssen. Das "Reiseziel" der Geocoins ist individuell. In einem Workshop lernen die Cacher, wie sie kleine Vorhängeschlösser, die gerne als zusätzliches Hindernis beim Erreichen des Logbuchs eingesetzt werden, ohne passenden Schlüssel knacken können. An mehreren Ständen kann außerdem der Bedarf an teilweise skurrilem Caching-Zubehör gedeckt werden. Jenny Vollmerhausen entdeckt beispielsweise einen pinkfarbenen UV-Licht-Stift mit Lampe, den sie sich nicht entgehen lassen kann. Die Mescheder Cacherin hat "mal vor einem Cache gestanden, bei dem man so einen braucht" und keinen gehabt. Fabian Kühnel nimmt ein paar Petlinge und passende Logbücher mit. Er will einen Multicache um Lichtenau herum legen. Bereits vor dem Event hat sich Moritz Becker mit Kritik auseinandersetzen müssen. Häufig wurde bezweifelt, dass ein 14-Jähriger die Organisation einer solchen Veranstaltung stemmen kann. Der erfahrene Geocacher Rudi Schüller teilt diese Ansichten nicht. "So ein Event braucht einen Motor, der alles antreibt und das war Moritz", sagt der Münsterländer, "alleine kann das keiner schaffen". "Es ist nett gemacht", lautet das Fazit von Besucherin Ines Böhner aus Paderborn. "Das Event wurde aber bedeutend größer angekündigt als es tatsächlich ist", findet sie. Ein ähnliches Resümee zieht auch Geocacher Benjamin Lück: "Es wurde mehr Wind im Vorfeld gemacht, aber dafür, dass es das erste Event ist, ist es in Ordnung." Das Ziel hat der 14-Jährige erreicht. "Es wird online über Büren gesprochen", berichtet Kerstin Salerno. Und viele Interessierte fanden auch den Weg in die Stadthalle. Ob ein zweites Event folgen wird, ist noch nicht klar. Das hängt vor allem davon ab, ob Becker erneut jemanden findet, mit dem er zusammen arbeiten kann.

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