Steinheim Erster Einblick in neue Seniorenanlage

Informationsveranstaltung im Helene-Schweitzer-Zentrum lockt viele Gäste an

VON MADITA PEINE
Gemeinwesenarbeiterin Karola Schmidt (r.) zeigt den Gästen des Informationsabends einen Wohnbereich für demente Menschen. - © FOTOS: MADITA PEINE
Gemeinwesenarbeiterin Karola Schmidt (r.) zeigt den Gästen des Informationsabends einen Wohnbereich für demente Menschen. | © FOTOS: MADITA PEINE

Steinheim. "Pflege und Leben im Alter": Dieses Thema stößt in der Emmerstadt auf großes Interesse. Im zukünftigen Helene-Schweitzer-Zentrum gibt es bisher 60 Stühle, doch sie reichten bei einem Informationsabend am Mittwoch bei Weitem nicht aus. In das moderne Seniorenheim des Evangelischen Johanneswerks waren etwa 80 Gäste gekommen, um an der Veranstaltung des CDU-Ortsverbands teilzunehmen.

"Mit so vielen Gästen haben wir gar nicht gerechnet", freute sich Elisabeth Klennert, Leiterin des Albert-Schweitzer-Hauses in Vörden und zukünftig auch Leiterin des Steinheimer Helene-Schweitzer-Zentrums. Sie stellte den Gästen gemeinsam mit Quartiersleiterin Karola Schmidt die Besonderheiten der modernen Senioreneinrichtung vor. "In der Mitte unseres Wohnkomplexes gibt es ein Nachbarschaftscafé, das für alle Bewohner unseres Zentrums und für alle Bürger der Emmerstadt geöffnet ist", sagte Klennert.

CDU-Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Jarosch.
CDU-Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Jarosch.

Finanziert worden sei es gänzlich durch Fördergelder. "In diesem Raum wird sich unter anderem das Trauercafé treffen. Mal- und Yogakurse können dort ebenfalls stattfinden und spannende Fußballspiele werden auf einer Leinwand übertragen", erklärte Schmidt. Zudem können die Menschen im Nachbarschaftscafé in einer Küche gemeinsam kochen und backen.

Das Helene-Schweitzer-Haus ist direkt mit dem Nachbarschaftstreff verbunden. 48 Plätze für betreutes Wohnen stehen in insgesamt drei Wohngemeinschaften zur Verfügung. "Wir starten mit zwei Wohnbereichen", sagte Klennert, "aber auch der dritte Bereich wird sicherlich schnell bewohnt sein." Von den 28 Wohnungen, die sich ebenfalls im Gebäude befinden, seien lediglich sechs noch nicht vermietet.

Dass das Thema Pflege nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung in der Gesellschaft ganz wichtig sei, betonte auch CDU-Ortsverbandsvorsitzender Gerhard Jarosch. "Steinheim ist durch das Rochus-Seniorenheim, das zurzeit modernisiert wird, und das neue Helene-Schweitzer-Zentrum sehr gut aufgestellt", sagte er im Gespräch mit der Neuen Westfälischen.

Das neue Seniorenheim in der Flurstraße sei eine notwendige Alternative zum Rochus-Seniorenheim, da die Gesellschaft immer älter werde. "Die beiden Einrichtungen ergänzen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Lage sehr gut", betonte Jarosch. Durch das Engagement vieler Steinheimer Vereine haben auch die Bewohner der Einrichtung am Krankenhaus eine gute Verbindung zur Innenstadt. "Der Pflegebedarf in unserer Region ist groß. Wir wollen keine Konkurrenz zum Rochus-Heim sein", erklärte auch Klennert. Genügend Pflegepersonal gäbe es ebenfalls in der Umgebung.

Was die Besucher der Informationsveranstaltung wunderte, war der neue Anstrich des Helene-Schweitzer-Zentrums. Statt des geplanten knalligen Rots erscheint die Einrichtung nun in einem unauffälligerem Weiß und Grau. Nur das Nachbarschaftstreff-Café und die Balkone erstrahlen nun in Rot. "Die ganze Fassade rot zu streichen erschien uns letztlich doch zu viel", sagte die Leiterin. Man wolle Vergleiche mit dem Rotlichtmilieu vermeiden. Klennert und die Gemeinwesenarbeiterin Schmidt, deren Büro in der Marktstraße 19 für alle Interessierte des Seniorenheims geöffnet ist, führten die Gäste anschließend durch das Zentrum. "Wir wollen weg vom klinischen Charakter", erklärte Schmidt die warmen Farben und die Räumlichkeiten der Wohngemeinschaften. Deutschlandweit sei es das einzige Seniorenheim ohne lange Flure. "Damit hier eine Gemeinschaft entsteht, in der jeder für den anderen einsteht, ist die Eigeninitiative und die Aktivität der Bewohner gefragt", sagte sie.

"Wir wollen das Ehrenamt in Steinheim weiter unterstützen und fördern", sagte Jarosch. Gerade in diesem Bereich könne noch sehr viel mehr getan werden. Auch müsse man die Steinheimer Bürger über vorausschauendes Bauen aufklären, damit sie im Alter lange selbstständig im eigenen Heim leben können. "Diese Bauberatungen könnten auch Aufgabe eines Demografie-Beauftragten in Steinheim sein", sagte Jarosch. Dem Helene-Schweitzer-Zentrum und dem Rochus-Seniorenheim sicherte die CDU eine weitere Zusammenarbeit zu.

´ Im Helene-Schweitzer-Zentrum findet am Samstag, 24. Mai, ein Tag der offenen Tür statt.

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