Der Reformator: Martin Luther steht im Mittelpunkt einer ungewöhnlichen Ausstellung, due am Freitag im Löhner Heimatmuseum eröffnet wird. - © Dirk Windmöller
Der Reformator: Martin Luther steht im Mittelpunkt einer ungewöhnlichen Ausstellung, due am Freitag im Löhner Heimatmuseum eröffnet wird. | © Dirk Windmöller

Löhne Luther-Ausstellung im Heimatmuseum

Multimediale Wanderausstellung: Am Freitag, 24 März, wird die interaktive Schau eröffnet, die den Brückenschlag von der Reformation zum Heute aufzeigen will

Löhne (nw). 2017 ist das Lutherjahr. Zum 500. Mal jährt sich der Thesenanschlag des Theologen. Ab Freitag, 24. März, zeigt das Heimatmuseum die multimediale Wanderausstellung mit dem Titel "Martin Luther und der kulturelle Wandel im konfessionellen Zeitalter". Eröffnung ist um 18 Uhr. Die Ausstellung hat das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung und Medien (ThILLM) gemeinsam mit Lehramtsstudenten konzipiert. Sie bündelt bekanntes Wissen zur Epoche, gestattet eine problemorientierte Aufbereitung zeitgenössischer Phänomene und lässt den Brückenschlag zu unserer heutigen Lebenswelt zu. Neben der französischen Revolution ist die Reformation ein bedeutsames europäisches Kapitel der Weltgeschichte. Andreas Jantowski, Direktor des Thillm, sieht dadurch die Möglichkeit, exemplarisch über die historischen Gründe von Spaltung nachzudenken. Auch lasse sich religiöse Intoleranz und Diskriminierung in dieser Zeit mit Blick auf unser alltägliches Meinungsbild heute reflektieren. "Es können Lösungen in der Suche nach Gemeinsamkeiten anstelle von Auseinandersetzung gefunden werden, das macht die Reformation zu einem Bildungsgegenstand von besonderer Bedeutung", sagt Jantowski und verweist darauf, dass die Frage nach dem Verhältnis von Religion, Kultur und Politik wieder hoch aktuell geworden ist. Interaktiv wendet sich die Ausstellung auch besonders an Schulen Die Ausstellung will zunächst Impulse vermitteln. So kann der Besucher in einem multimedialen Buch "blättern", das am Beispiel des Vaterunsers wichtige Wegstationen der Entwicklung der deutschen Sprache aufzeigt. Dabei beginnt der Spannungsbogen im 4. Jahrhundert mit der Gotenbibel des Bischof Wulfila und endet 2011 mit der Basis-Bibel, einer neuen Übersetzung für Jugendliche. Auch kann der Betrachter kunstvolle historische Drucke nahezu real "in die Hand nehmen" und als Zuhörer exemplarisch die Wandlungsprozesse der Schriftsprache nacherfahren. Interaktiv wendet sich die Ausstellung auch besonders an Schulen und will es Lehrkräften ermöglichen, sich dem Themenjahr zu nähern. In acht Stelen werden Anregungen gegeben, um aktuelle gesellschaftliche Wandlungsprozesse für die Schule exemplarisch über das Zeitalter der Reformation zu erschließen. Die Ausstellung wird ergänzt durch alte Bibeln, Gesang- und Predigtenbücher aus den Beständen des Heimatmuseums. Dabei wird der Blick auf die deutsche Schriftsprache, die Luther durch seine Bibelübersetzung stark geprägt hat, gelegt. Etliche Sprichwörter und Redensarten, die er für seine Übersetzung benutzte, begleiten uns bis heute. Die Ausstellung ist ab Freitag, 24. März, bis zum 14. Mai im Heimatmuseum, Alter Postweg 300 , Löhne, zu sehen. Öffnungszeiten samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und 15 bis 18 Uhr. Gruppen und Schulklassen können unter Tel. (0 57 32) 10 03 17 oder heimatmuseum@loehne.de auch andere Termine vereinbaren.

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