Nach Vorbildern Kopenhagen und Groningen soll es auch für die Herforder verlockender werden, vom Auto auf das umweltfreundliche Fahrrad umzusteigen. - © Pixabay
Nach Vorbildern Kopenhagen und Groningen soll es auch für die Herforder verlockender werden, vom Auto auf das umweltfreundliche Fahrrad umzusteigen. | © Pixabay

Herford Schritt für Schritt zu einem zukunftsweisenden Radwegekonzept

Die Planungsgemeinschaft Verkehr (PVG) hat mit dem Fahrrad an vielen Punkten in der Stadt Eindrücke gesammelt und ausgewertet

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Mit einem zweiten Bürgerforum ist am Montagabend der nächste Schritt zum Radwegekonzept getan worden. In den nächsten Jahren soll es nach Vorbildern wie Kopenhagen und Groningen auch für die Herforder immer verlockender werden, vom Auto auf das umweltfreundliche Fahrrad umzusteigen. Die von der Stadt beauftragte Planungsgemeinschaft Verkehr (PVG) hat die in einem ersten Bürgerforum im Januar aufgenommenen Anregungen und die an verschiedenen kritischen Punkten im Stadtgebiet auf Radtouren selbst gewonnen Eindrücke verarbeitet. Die Fachleute haben an vielen Beispielen Lösungsvorschläge für problematische Situationen gemacht. Die stellten sie interessierten Bürgern, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern nun zur Diskussion, bevor die Arbeit voraussichtlich im Herbst abgeschlossen wird. Bürgermeister Tim Kähler nannte in seiner Begrüßung die Entwicklung bei den E-Bikes spannend, weil sie den Radius der Radler beträchtlich erweitern. Die mit Hilfe von Elektromotoren beschleunigten Fahrräder und ihre oft älteren Nutzer stellen nach Meinung von Helmut Folke vom Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) aber auch neue Herausforderungen an die Infrastruktur: „Die Wege sind dafür nicht ausgelegt und müssten breiter und komfortabler sein." Das Ziel: "Radfahren soll Spaß machen" „Radfahren soll Spaß machen und Radfahrer sollen sich als vollwertige Verkehrsteilnehmer bewegen können", sagte Planerin Annika Wittkowski. Noch keine Lösung präsentierte die PVG für das größte Sorgenkind: Die für Autos optimierte Piste zwischen Bahnhofskreuzung, Bergertor und Renntor. Hier wird gern auf die Wälle verwiesen, doch deren Promenade erlaubt nicht die Fahrgeschwindigkeit, die möglich sein sollte, um im Alltag schnell mit dem Rad durch die Stadt zu kommen. Wie eine Hauptstraße umgestaltet werden kann, zeigten die Planer am Beispiel der vierspurigen Mindener Straße: Den Autos würden ein oder zwei Spuren genommen, um zwei Meter breite Radstreifen und breite Gehwege schaffen zu können. Die nördliche Lockhauser Straße können sich die Planer als Fahrradstraße vorstellen. Im Knotenpunkt Niederstraße und an der Einmündung Sophienstraße/Bünder Straße soll den Radlern mehr Raum und Sicherheit gegeben werden, etwa durch sogenannte ARAS – aufgeweitete Radaufstellstreifen, auf die sich Radfahrer an einer Einmündung vor das erste Auto stellen können. Im Großraum Lübbertor könnten verbesserte Ampelschaltungen den Radverkehr flüssiger machen.

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