Lacolor-Chef Christoph Holtmann in seinem Labor. Hier entwickelt er die schönsten Farbtöne für die unterschiedlichsten Materialien, aus denen etwa Knöpfe und Accessoires hergestellt werden. - © FOTO: EKKEHARD WIND
Lacolor-Chef Christoph Holtmann in seinem Labor. Hier entwickelt er die schönsten Farbtöne für die unterschiedlichsten Materialien, aus denen etwa Knöpfe und Accessoires hergestellt werden. | © FOTO: EKKEHARD WIND

Enger Passender Farbton entsteht im Labor

Made in Enger-Spenge (16) Lacolor stellt Speziallacke für Modebranche her

VON EKKEHARD WIND

Enger. Ein Knopf in Lederoptik, die variantenreiche Veredelung von Metall-, Perlmutt oder Hirschhornknöpfen - die Erfüllung außergewöhnlicher Wünsche gehören zum Geschäft der Firma Lacolor. Das Engeraner Unternehmen stellt Speziallacke für die Modebranche her. Und die Lackherstellung ist genauso der Mode unterworfen wie alles in der Bekleidungsbranche.

Nicht nur Knöpfe, sondern auch Kämme, Haarspangen, Modeschmuck und Ohrstecker werden durch Lacolor zum echten Hingucker.

Goldton ist nicht gleich Goldton. Das erfährt der Laie, wenn er einen Blick in das Labor der Engeraner Firma wirft. "Wir haben vielleicht 50 Goldtöne", sagt Christoph Holtmann. Verlange der Kunde aber einen ganz besonderen Goldton, muss das Unternehmen den passenden Ton mischen. "Im Laufe der Zeit haben wir in unserem Labor, dem Herzstück des Unternehmens, Tausende von Farbtönen hergestellt", sagt der 36-Jährige.

Die Entwicklung der Farbtöne im Labor ist Chefsache. Unzählige Flüssigkeitsbehälter in den tollsten Farben stehen am Arbeitsplatz von Christoph Holtmann. "Wir sind fast 30 Jahre im Geschäft und haben uns einen guten Namen erarbeitet", sagt der Geschäftsführer. "Wenn es spezielle Anforderungen zu erfüllen gibt, kommen die Accessoire-Hersteller gern auf uns zu. "

Denn Knopf ist nicht gleich Knopf. "Metall, Kunststoff oder Perlmutt - je nach Untergrund unterscheidet sich auch unser Speziallack", erläutert der Chef. Ein Echtlederknopf sei beispielsweise sehr elastisch, weil das Naturprodukt arbeite. Zudem habe Leder verschiedene Grundtöne. "Der Wunsch des Kunden ist es aber, dass alle Naturlederknöpfe annährend gleich aussehen sollen. Also müssen wir uns im Labor etwas einfallen lassen", sagt Holtmann. Machbar sei es aber auch, einen Kunststoffknopf per Lack eine Lederoptik zu verpassen.

Und auch bei den Verfahren zum Auftragen der Lacke gibt es Unterschiede. Bei Perlmutt wird der Lack mitunter nicht aufgespritzt, sondern gegossen.

Hornknöpfe sind relativ selten, weil das Material teuer ist. "Ein Exot ist Steinnuss als Naturmaterial für einen Knopf", sagt Holtmann. Steinnuss arbeite und habe eine bestimmte Maserung. "Deshalb brauchen wir auch hier einen speziellen Lack, den wir entwickeln."

Ist der passende Lack gefunden, geht?s mit der Rezeptur in die angegliederte Produktionshalle. "Pastelltöne gehen immer", hat Holtmann beobachtet. Eine Zeit seien Neonfarben "in" gewesen. Und auch die "Used-Look" sei noch nicht vorbei.

Eine Besonderheit sind sogenannte Lacke, die bei Temperaturunterschieden die Farbe wechseln. So sind Knöpfe einer Skibekleidung draußen im Schnee schwarz, kommt man in die warme Stube, werden sie farblos und der Schriftzug des Herstellers erscheint wie von Zauberhand. "Das sind aber Nischenprodukte. Genau wie Lacke, die sich unter Sonnenlicht verändern."

Lacolor beliefert Kunden der Modebranche in Europa mit Schwerpunkt Deutschland. "In den vergangenen zwei Jahren haben wir auch verstärkt in Italien Kunden gewonnen", sagt Holtmann.

Das Engeraner Unternehmen entwickelt aber nicht nur Lacke für die Modebranche. Karnevalsorden, Embleme, Kühe oder Pferde der Spielzeugindustrie tragen Lacke aus Enger. "Für den Bereich Spielzeug gelten besondere Anforderungen an die Lacke, da alles für Kleinkinder geeignet sein muss", erklärt Christoph Holtmann.

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