Die Gebäude der Realschule (im Vordergrund) müssen für den Neubau der Gesamtschule und des Hallenbades zu großen Teilen weichen. Auch in der Hauptschule wird es bauliche Veränderungen geben. - © Foto: Jens Reddeker
 Die Gebäude der Realschule (im Vordergrund) müssen für den Neubau der Gesamtschule und des Hallenbades zu großen Teilen weichen. Auch in der Hauptschule wird es bauliche Veränderungen geben. | © Foto: Jens Reddeker

Verl Neues Raumkonzept für Verler Gesamtschule beschlossen

Die Gebäude von Haupt- und Realschule müssen umfassend umgebaut und zum Teil abgerissen werden

Roland Thöring

Verl. Vor viereinhalb Jahren ist die Gesamtschule mit ihrem ersten Jahrgang an den Start gegangen und seither immer mehr in die vorhandenen Gebäude von Haupt- und Realschule hineingewachsen. Jetzt ist ein Ende des Provisoriums in Sicht. Mit dem Auslaufen der älteren Schulformen im Sommer wird die Stadt auch die bauliche Fusion von zwei Schulen zu einer einzigen angehen können. Das Raumprogramm der künftigen Gesamtschule ist bereits am Dienstag von der Schulkonferenz verabschiedet worden. Am Mittwoch, 17. Januar, wird sich der Ausschuss für Bildung, Sport, Kultur und Generationen mit dem Papier befassen. Noch ehe ein Architekt mit der konkreten Umsetzung in eine Planung begonnen hat, steht aber schon fest: Die Veränderungen im Schulzentrum werden umfassender sein, als bislang angenommen. Dass das Realschulgebäude – bis auf den Verbindungsbau am Friedhofsweg aus dem Jahr 2003 – abgerissen und einem Neubau für die Gesamtschule sowie dem geplanten Hallenbad Platz machen wird, ist schon länger bekannt. „Teile des Realschulgebäudes dürfen aus Sicht der Verwaltung einer ganzheitlichen Planung nicht entgegenstehen", heißt es in der Beratungsvorlage des Rathauses für den Fachausschuss. Doch das könnte am Ende der Planung auch das heutige Hauptschulgebäude betreffen: „Es ist sicherlich falsch davon auszugehen, dass die alten Räumlichkeiten eins zu eins übernommen werden können", sagt der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer. Denn heute ist im Nutzungsbereich der Gesamtschule alles doppelt vorhanden: zwei Aulen, zwei Verwaltungstrakte, zweimal die jeweiligen Fachräume. Beispiel Naturwissenschaften: Die speziell ausgestatteten Unterrichtsräume sind im westlichen Teil der Hauptschule sowie im östlichen der Realschule angesiedelt, also in den genau entgegengesetzten Richtungen. Heute haben Schüler wie Lehrer teils weite Wege zwischen ihren Fach- und Klassenräumen zurückzulegen. Die Schule wünsche sich deshalb „eine strukturelle Kompaktheit des Schulgebäudes mit kurzen Wegen und barrierefreier Verzahnung des vorhandenen und verbleibenden Gebäudebestandes zu einer Einheit", schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Beratungsvorlage. Dies sei nur mit einem Teil-Neubau zu realisieren. Rund 7.000 Quadratmeter benötigt die Gesamtschule für Klassen- und Fachräume, die Verwaltung, Besprechungszimmer und den Ganztagsbereich; hinzuzurechnen sind noch die Flächen für Eingangshalle, verbindende Flure und Sanitäranlagen. Wie und wo diese genau verteilt werden, wo die gebündelten Fachräume angesiedelt werden, das ist im Laufe der weiteren Planung festzulegen. Die heutige Realschulaula wird überflüssig Bedacht werden müssen aber auch die spezifischen Anforderungen der Gesamtschule. Lerngruppen, Inklusionsförderung, integratives Arbeiten, die Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse und ein breit angelegtes Fächerangebot spiegeln sich insbesondere in der Anzahl der Gruppen- und Differenzierungsräume wieder. Für die Sekundarstufe I, die bei einer Fünfzügigkeit 30 Klassenräume benötigt, sollen Reserveräume vorgehalten werden. Immerhin sind die aktuellen Jahrgänge 7 bis 9 heute sechszügig. Idealerweise würden diese Räume in einem neu zu schaffenden Übergangsbereich zwischen Gymnasium und Gesamtschule errichtet: um eine Wechselnutzung zu ermöglichen, sollte das Gymnasium vom G 8 zum Abitur nach neun Jahren zurückkehren, und mit Blick auf eine Kooperation in der Oberstufe. Während die Gesamtschule die heutige Realschulaula nicht benötigen würde und dem Gymnasium der eigene Multifunktionsraum und die Mensa für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, soll das Pädagogische Zentrum der Hauptschule laut Beratungsvorlage umfassend renoviert und dadurch auch für außerschulische Veranstaltungen attraktiver gestaltet werden. Die Schule will es für das Unterrichtsfach „Darstellen und Gestalten" nutzen. Es soll um zwei Umkleiden und einen Abstellraum ergänzt werden. Auf Wunsch der Schule soll anstelle mehrerer Lehrerstützpunkte ein gemeinsames Lehrerzimmer geplant werden. Zudem sind Räume mit Mehrfachnutzung wie Teamsitzungen vorgesehen.

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