Zahmes Jungtier: Aloys Sielhorst hält Kalle auf dem Arm und streichelt dabei den Kopf von Fohlen Warantus. Der Hengst kam im vergangenen Mai zur Welt, Kalle ist schon zwei Jahre alt. - © Kristoffer Fillies
Zahmes Jungtier: Aloys Sielhorst hält Kalle auf dem Arm und streichelt dabei den Kopf von Fohlen Warantus. Der Hengst kam im vergangenen Mai zur Welt, Kalle ist schon zwei Jahre alt. | © Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock Senner Pferde zurück in der Moosheide

Auftrieb: Vier Wallache sowie Fohlen Warantus grasen jetzt wieder in der Senne. Noch immer ist die Pferderasse vom Aussterben bedroht. Die drei Stuten, derzeit beim Tierarzt, könnten gegensteuern

Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock. Lange blieben die Senner Pferde nicht bei den Zuschauern und Pferdefreunden, die zum Auftrieb nahe der Emsquellen gekommen sind. Viel spannender ist für sie wohl das 15 Hektar große Gelände in der Moosheide, auf dem die Tiere nun bis etwa Oktober grasen können und freien Auslauf haben. Für die Kinder kamen die fünf Rassepferde aber noch einmal zum Streicheln zurück. Schirmherrin Traute Prinzessin zur Lippe kam etwas verspätet zum Auftrieb, ließ es sich aber nicht nehmen, die fünf Pferde zu streicheln und den zahlreichen Unterstützern zu danken. „Wenn wir uns und allen anderen immer weiter klar machen, dass die Senner die schönsten Pferde sind, dann kann sich in Zukunft ändern, dass sie nicht mehr vom Aussterben bedroht sind", sagte die 93-jährige Prinzessin, die nach dem Tod ihres Mannes Armin vor drei Jahren die Schirmherrschaft übernommen hatte. Derzeit gebe es nur 55 Tiere der Rasse, sagte Matthias Vogt vom Zuchtverein für Senner Pferde. „Noch immer ist die Rasse in der Kategorie 1 der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen gelistet." Das bedeutet, der Bestand der Senner Pferde wird als „extrem gefährdet" eingestuft. „Gesichert wäre der Bestand erst, wenn wir von einem vierstelligen Bereich reden würden." „Genug Rasen zum Fressen haben die Pferde hier" Damit dieser Bestand irgendwann erreicht wird, kümmern sich die Pferdefreunde um Nachwuchs. Vergangenes Jahr am 6. Mai wurde Fohlen-Hengst Warantus geboren. Den Namen hatte ihm die Prinzessin verliehen. Während des Auftriebs streichelte sie dem jüngsten Tier die Pferdeschnauze und reichte ihm eine Möhre. Die drei Stuten Penelope, Maja und Regine befinden sich gerade bei Tierarzt Heiner Vorbohle, der die Senner Pferde seit vielen Jahren betreut. „Penelope ist derzeit tragend," sagte Aloys Sielhorst, Projektleiter der Arbeitsgruppe „Senner Pferde". Auch die anderen Stuten sollen besamt werden. „Wenn alles gut läuft, haben wir in etwa elf Monaten ein neues Fohlen." Die fünf Pferde in der Moosheide bleiben nun erst einmal für gut fünf Monate dort. Wenn das Wetter wieder schlechter wird, kommen sie zurück in den Stall. „Genug Rasen zum Fressen haben die Pferde hier auf ihrem Gelände in der Senne, darauf achten wir immer", sagte Peter Rüther von der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne, die für die Betreuung der Tiere verantwortlich ist. Neben der Station und dem Zuchtverein unterstützt auch der Naturpark Teutoburger Wald die Pferde. Deren Vorsitzender Christoph Schön kam mit Ehefrau und Enkelin Ida (5), die die Pferde streichelte. Vize-Bürgermeister Hans Schäfer schaute ihr dabei über die Schulter. Am Mittwoch, 23. Mai, findet ab 14 Uhr ein Kinder-Aktionstag zum Thema „Senner Pferde" in der Ems-Erlebniswelt statt. Frank Ahnfeldt von der Biostation Kreis Paderborn-Senne erzählt einiges über die Pferde. Danach geht es zu den Tieren und um 17 Uhr zurück zur Ems-Erlebniswelt, Barbaraweg 1.

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