Eine Ära geht zu Ende: Das Tönnies-Werk an der Dieselstraße in Herzebrock-Clarholz wird - voraussichtlich Ende April - geschlossen. Die Produktion des Standortes, der zur Tönnies-Tochter Tillman's gehört, soll an die Standorte in Badbergen und Delmenhorst verlagert werden. FOTO: Andreas Frücht|| - © Andreas Fruecht
Eine Ära geht zu Ende: Das Tönnies-Werk an der Dieselstraße in Herzebrock-Clarholz wird - voraussichtlich Ende April - geschlossen. Die Produktion des Standortes, der zur Tönnies-Tochter Tillman's gehört, soll an die Standorte in Badbergen und Delmenhorst verlagert werden. FOTO: Andreas Frücht|| | © Andreas Fruecht

Herzebrock-Clarholz Tönnies-Standort Herzebrock schließt

Verlagerung: Die 180 Mitarbeiter sollen alle einen Arbeitsplatz in Rheda-Wiedenbrück angeboten bekommen. In Herzebrock wird die Produktion voraussichtlich Ende April eingestellt

Anja Hustert

Herzebrock-Clarholz. "Die Mitarbeiter haben das gut aufgenommen", sagte André Vielstädte, Sprecher der Tönnies-Unternehmensgruppe gestern. Am Mittwoch hatte das Unternehmen den Mitarbeitern von Tönnies in Herzebrock mitgeteilt, dass der Produktionsstandort an der Dieselstraße Ende April geschlossen wird. Alle 180 Mitarbeiter sollen einen Arbeitsplatz am Standort Rheda-Wiedenbrück angeboten bekommen. Betriebsleiter Klaus Johannmeier und Jörn Evers, Geschäftsführer der Tönnies-Tochter Tillman's, hatte den Mitarbeitern erläutert, dass die Tönnies Unternehmensgruppe ihre Ressourcen in der Produktion bündeln und ihre Standorte neu ausrichten werde. "Die Produktion der Wurst-Produkte wird an den Standort Delmenhorst verlagert und der Convenience-Bereich - unter anderem die als Fackeln bekannten Grillspieße - geht an den Standort in Badbergen", erläutert Sprecher Vielstädte. Beide Standorte seien hochspezialisiert - das Werk in Delmenhorst auf die Herstellung von Wurstwarenartikel, das Werk in Badbergen auf Convenience-Artikel. Qualitätsstandards könnten so gesichert werden. Es sei eine strategisch-wirtschaftliche Entscheidung gewesen, so Vielstädte. Mit der Standort-Schließung geht für Herzebrock damit eine Ära zu Ende: 1979 hatte Bernd Tönnies, der 1971 in Rheda-Wiedenbrück sein Unternehmen gründete, in Herzebrock die Tochtergesellschaft Westfalen-Krone gegründet. Der Gemeinde geht dadurch ein sechsstelliger Gewerbesteuerbetrag verloren Später firmierte das Unternehmen unter dem Dach der Tillman's Convenience GmbH - Mitglied der Tönnies Unternehmens-Gruppe. Laut Vielstädte gebe es keine Probleme, die 180 Mitarbeiter, sofern sie das möchten, in Rheda-Wiedenbrück zu integrieren. "Convenience-Artikel sind ein wachsender Markt", so der Sprecher und die Produktion suche durchaus noch Mitarbeiter. Für die Mitarbeiter des Herzebrocker-Tönnies-Werkes verändere sich - bis auf den Arbeitsstandort - nichts. "Wer seinen Urlaub schon angemeldet hat, kann ihn auch genauso nehmen", nennt Vielstädte ein Beispiel. Für die Immobilie in Herzebrock soll auch eine Lösung gefunden werden. "Über die weitere Nutzung des Standortes an der Dieselstraße ist noch keine abschließende Entscheidung getroffen. Das Unternehmen ist in aussichtsreichen Gesprächen, den Standort einer weiteren Nutzung zuzuführen", heißt es in einer Tönnies-Mitteilung dazu. Marco Diethelm, Bürgermeister von Herzebrock-Clarholz, hatte erst am Dienstagmittag - kurz vor den Herzebrocker Tönnies-Mitarbeitern - von der geplanten Standort-Verlagerung erfahren. Abends informierte er die Ratsmitglieder darüber. "Ich finde es schade", sagte er. Der Gemeinde geht dadurch ein sechsstelliger Gewerbesteuerbetrag verloren. Der Bürgermeister hofft, dass es zu einer guten Nachnutzung der Immobilie kommt.

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