Vom 4. April an sollen hier die Autos rollen. - © Straßen.NRW
Vom 4. April an sollen hier die Autos rollen. | © Straßen.NRW

Bielefeld/Steinhagen Abschnitt der A 33 wird am 4. April eröffnet

Matthias Bungeroth

Bielefeld/Steinhagen. In der Stimme von Andreas Meyer schwingt viel Erleichterung mit. Am Mittwoch, 4. April, sollen die ersten Kraftfahrzeuge auf dem neuen Abschnitt der Autobahn 33 zwischen Bielefeld und Steinhagen-Künsebeck rollen, verkündet der Leiter der OWL-Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW. „Das hat das Haus stark beschäftigt", blickt Meyer auf die Baumaßnahme zurück, die ursprünglich Ende 2017 abgeschlossen werden sollte. Schwierigkeiten mit einer bauausführenden Firma hatten den Zeitplan, wie berichtet, in Verzug gebracht. Doch nun soll es klappen. „Erst jetzt zeichnet sich ab, dass sich der Winter zum Wochenende wohl verabschiedet und besseres Bauwetter kommen wird.", so Meyer. „Und deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir Anfang April die Bauarbeiten abschließen können." Zur „feierlichen Verkehrsübergabe" des 7,9 Kilometer langen Autobahnabschnittes und des rund 1,5 Kilometer langen Zubringers Schnatweg in Steinhagen werden Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, sowie Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister des Landes NRW, erwartet, wie Meyer berichtet. Proteste von Umweltschützern „Ich kann mich nur bei allen bedanken, die das Projekt begleitet haben", sagt Meyer im Gespräch mit der NW. „Auch kritische Stimmen tragen dazu bei, die beste Lösung zu finden", fügt er hinzu. Damit spielt der Straßenbauer auf die bewegte Geschichte des geplanten Lückenschlusses der A 33 zwischen Autobahn 2 in Bielefeld und Borgholzhausen an. Immer wieder hatte es über Jahrzehnte Proteste von Umweltschützern gegen die Trassenführung gegeben; Anwohner sahen unter anderem Interessen des Lärmschutzes gefährdet. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig musste die Pläne letztlich absegnen. Die jetzige Trasse sei die, „die der juristischen Überprüfung standgehalten hat", so Meyer. Der gesamte Prozess sei für ihn „immer das Ringen um die beste Lösung" gewesen. Auch entlang des bald fertiggestellten Bauabschnittes sei „aktiver Lärmschutz eingebaut worden". „Alleine mehr als 200 Hektar Ausgleichsflächen sind wegen der Eingriffe in die Landschaft notwendig." Die Eingriffe in die Natur durch die gesamte A-33-Trasse gehen Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz in Ostwestfalen-Lippe, bis heute zu weit. „ Die Eröffnung eines weiteren A-33-Teilstücks mag für die Anwohner der jetzigen B 68 eine Entlastung bringen, ist für den Umweltschutz jedoch absolut kein Grund zu feiern, sondern ein Zeichen der Hilflosigkeit und Ideenlosigkeit unserer Gesellschaft, die Verkehrsprobleme anders zu lösen", sagt Otte auf Anfrage. Wirtschaft lobt den Weiterbau der Trasse Er fügt hinzu: „Mehr Autobahnen bedeuten mehr ,Lebensraum für Autos’ und damit mehr Abgase, schnelleren Klimawandel und vor allem eine nicht reparable Landschaftszerstörung." Dieser Weg sei falsch, denn: „Die Schulden, die wir heute bei der Natur machen, sind es nicht wert, den ganzen Landschaftsraum am Teutoburger Wald zu zerstören." Otte ist überzeugt: „Schon morgen wird das heutige Verkehrssystem von gestern sein. Die A 33 ist ein Autobahnneubau in die Sackgasse." Die Wirtschaft hingegen lobt den Weiterbau der Trasse. Dazu Daniela Becker, Leiterin des Referats Verkehr, Stadt- und Regionalplanung bei der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld: „Die überregionale Erreichbarkeit über die Straße ist nach wie vor einer der bedeutendsten Standortfaktoren in einer arbeitsteiligen globalen Wirtschaft." OWL sei ein starker Wirtschaftsstandort; deshalb brauche die Region eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur. „Wir fiebern daher dem Lückenschluss Ende 2019 entgegen", so Becker. Andreas Meyer kündigt diesen nach wie vor für Ende 2019 an.

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