Verschnaufpause im Welthaus-Café: Beate Wolff hat am Montag als neue Geschäftsführerin des Welthauses angefangen. Sie hofft, mit ihrer neuen Tätigkeit vieles bewirken zu können. - © Sarah Jonek
Verschnaufpause im Welthaus-Café: Beate Wolff hat am Montag als neue Geschäftsführerin des Welthauses angefangen. Sie hofft, mit ihrer neuen Tätigkeit vieles bewirken zu können. | © Sarah Jonek

Bielefeld Neue Welthaus-Geschäftsführerin

Hanna Paßlick

Bielefeld. Ihr Arbeitsplatz ist nur eine Straße weiter gewandert. Ihre Aufgaben aber sind gänzlich neu und reichen weit über Bielefeld hinaus: Beate Wolff ist seit einer Woche Geschäftsführerin des Welthauses. Sie will es finanziell auf Kurs halten, Rahmenbedingungen für die Bildungs- und Entwicklungsarbeit schaffen. Dafür muss die 46-Jährige mit Zahlen und zahlreichen Akteuren hantieren. Keine leichte Aufgabe – aber eine, mit der sich die neue Finanzchefin des Welthauses schon jetzt wohlfühlt. Wolff ist in Bielefeld bislang vor allem als Vornesitzerin, also als Leitungsmitglied der Wilden Liga in Erscheinung getreten. Im Welthaus hat sie jetzt Ulrike Mann als Geschäftsführerin abgelöst. Ihr neues Büro an der August-Bebel-Straße hat sie bereits bezogen. Jetzt macht sich Wolff nach und nach mit ihren neuen Aufgaben vertraut. Im Welthaus hofft sie, eigene Überzeugungen und Arbeit enger zusammenbringen zu können. 15 Jahre Erfahrung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing bringt sie dafür mit. Beate Wolff hat lange für MoBiel gearbeitet, war zuletzt für das Marketing der OWL Verkehr GmbH zuständig. Dass sie zum Welthaus gewechselt ist, empfindet sie als logischen Schritt. „Der rote Faden ist da, auch wenn er nicht sofort sichtbar ist", sagt sie und lächelt verschmitzt. Das Stichwort heiße Nachhaltigkeit – die ist Wolff wichtig und findet sich thematisch in all ihren Tätigkeiten wieder. Sie hält es für unerlässlich, über den Tellerrand schauen, auf globale Zusammenhänge und Probleme aufmerksam zu machen und entsprechend zu leben. Ein Beruf ist für die 46-Jährige deshalb nie nur ein Beruf. „Für mich muss es etwas sein, wofür ich stehen kann", betont sie. Dass sie das jetzt stärker als je zuvor umsetzen dürfe, sei Glück, aber auch eigene Entscheidung gewesen. Nachhaltigkeit und Achtsamkeit könne schließlich jeder umsetzen – egal ob beim Kauf regionaler Produkte oder der Auswahl ökologisch produzierter Kleidung. Beate Wolff selbst setzt das privat so weit wie möglich um. Sie fliegt zum Beispiel nie in den Urlaub – aus ökologischen Gründen. Stattdessen fährt sie regelmäßig mit dem Zug bis nach Lappland und macht von dort aus alles zu Fuß. Dass ihre Mitarbeiter im Welthaus trotzdem fliegen müssen, um mit Projekten Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, findet die Geschäftsführerin vertretbar. „Hier ist das Fliegen ja tatsächlich notwendig und im Hinblick auf das Ziel sinnvoll." Als echte Herausforderung für das Welthaus sieht Wolff die Bemühung um ehrenamtlichen Nachwuchs. Vereine wie der ihrige, das gibt sie unumwunden zu, würden heute nicht mehr selbstverständlich funktionieren. „Viele Menschen sehen nur noch ihre eigenen Probleme. Sie kapseln sich ab und glauben, damit die Lösung gefunden zu haben." Tatsache sei aber, dass man heute in einer globalen Welt lebe. „Wer verstehen will, was vor der eigenen Haustür passiert, der muss die globalen Zusammenhänge erkennen, die mit dazu beigetragen haben", betont Wolff. Hier setze das Welthaus an, in dem es globales Lernen fördere und den Blick für große Zusammenhänge und fremde Kulturen öffne. Weitere Infos zur Arbeit des Bielefelder Welthauses unter www.welthaus.de

realisiert durch evolver group