Löschen wie zu Urgroßvaters Zeiten, sechs Mann pumpen und die Bevölkerung sorgt mit Hilfe einer Eimerkette für Nachschub. - © Andreas Horstkotte
Löschen wie zu Urgroßvaters Zeiten, sechs Mann pumpen und die Bevölkerung sorgt mit Hilfe einer Eimerkette für Nachschub. | © Andreas Horstkotte

Bielefeld Große Oldtimer-Show der Feuerwehr im Ravensberger Park Bielefeld

Löschen wie zu Urgroßvaters Zeiten: Dampfspritze, Rundhauber, der "starke Paul". Zahlreiche Fans und Eigentümer freuen sich über 72 historische Fahrzeuge im Ravensberger Park

Jens Reichenbach

Bielefeld. Großeinsatz der Feuerwehr-Oldtimer im Ravensberger Park. 72 historische Schätzchen der Brandbekämpfungsgeschichte gaben jetzt im Ravensberger Park ihr Stelldichein. Hunderte Technik- und Feuerwehrfans zückten an den zwei Tagen ihre Kameras, streichelten über liebevoll gepflegte Kotflügel oder atmeten am Steuer etwa einer 80-jährigen Drehleiter echte Technik-Geschichte. Großes Aufsehen erregte die alte Dampfspritze von 1901 aus dem Feuerwehr-Museum Salzbergen, die einst mit Pferden zum Einsatzort gezogen wurde und dann mit Hilfe einer Dampfmaschine eine Kolbenpumpe antrieb, die dann aus einem Löschteich 800 Liter Wasser pro Minute abgab. Deutlich anstrengender war das in den Jahrzehnten zuvor: Die Löschabteilungen Kupferhammer (seit 1793 in Betrieb), Vilsendorf und Ummeln setzten im Ravensberger Park mit Hilfe zahlreicher Hände ihre "antiken" Handdruckspritzen in Gang. Sechs Personen an der Pumpe und der Nachschub kommt per Eimerkette Für deren Betrieb sind sechs Personen an der Pumpe und zahlreiche Bürger in der Eimerkette vonnöten, berichtet Brandamtmann Heinz-Hermann Zöllner, der das hiesige Feuerwehrmuseum leitet und beim Feuerwehr-Verband NRW als Fachberater für Feuerwehr-Geschichte fungiert. Für viel Aufsehen sorgte die Vorführung des Kranwagen 16 von Ulrich Hanneforth aus Quelle, der liebevoll "starker Paul" genannt wird und für die Zuschauer einen Drei-Tonnen-Betonklotz hob. Ein Fotograf sei extra aus Düsseldorf angereist, weil er noch nie so ein Fahrzeug in Aktion gesehen habe, so Zöllner. Die weiteste Anreise hatte eine Magirus-Rundhauber aus Neu-Isenburg (Landkreis Offenbach, Hessen). Als Rarität darf die 1940er "Kraftspritze 25" von Thomas Knauf aus Lage bezeichnet werden. Von Hunderten aus der Kriegszeit seien nur noch wenige übrig. Erst 35, dann 55, jetzt 72 - Rekordbeteiligung in Bielefeld Der dazugehörige Schlauchhaspelanhänger sei sogar der einzige im Land mit Straßenzulassung, betont Zöllner, der nicht nur wegen des Wetters ein zufriedenes Fazit zog: "Bei der ersten Sternfahrt waren 35 Fahrzeuge dabei, vor drei Jahren in Bergisch Gladbach waren es bereits 55. Jetzt sind sogar 72 nach Bielefeld gekommen", sagt Zöllner. "Ein Rekord." Vielleicht war es ja auch ein wenig Werbung für diesen immer schon wichtigen Beruf.

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