Die Nominierten: Brigitte Bender (v. unten links im Uhrzeigersinn), Angelika Claußen, Ulrike Mund, Mechthild Stockmeier, Hannelore Pfaff und Christiane Heuwinkel. Die Preisträgerin erhält den "Bielefeld-Ring". - © Sarah Jonek/Thomas Löhrig
Die Nominierten: Brigitte Bender (v. unten links im Uhrzeigersinn), Angelika Claußen, Ulrike Mund, Mechthild Stockmeier, Hannelore Pfaff und Christiane Heuwinkel. Die Preisträgerin erhält den "Bielefeld-Ring". | © Sarah Jonek/Thomas Löhrig

Bielefeld Neue Westfälische vergibt wieder den Bielefelder Frauenpreis

Zum dritten Mal die Auszeichnung für herausragendes Engagement vergeben. Eine achtköpfige Jury entscheidet

Andrea Rolfes

Bielefeld. Mut, Beharrlichkeit und Willenskraft sind die Antriebsfedern ihres Engagements. Ob große oder kleine Tat: Frauen leisten täglich Beiträge, ohne die die Gesellschaft nicht jene wäre, die sie ist. Nur selten gestehen diese Frauen sich ein, dass ihr Engagement etwas Besonderes ist. Das will der Bielefelder Frauenpreis ändern. Der Verband der Frauenvereine und die NW vergeben ihn dieses Jahr zum dritten Mal. Die Initiative kam vom Bund der Frauenvereine, ein Dachverband von 25 Bielefelder Vereinen mit insgesamt gut 12.000 Mitgliedern. Vorsitzende Susanne Schulz ist überzeugt: "Es gibt so viele tolle Frauen in Bielefeld, die sich gesellschaftlich engagieren. Sie wollen wir auszeichnen." Nominiert sind in diesem Jahr sechs Frauen Die Gewinnerin erhält den handgeschmiedeten Bielefeld-Ring. Dieses Schmuckstück nahmen 2014 Angelika Vogel, Vorsitzende der Aidshilfe, und 2016 die Datenschutzaktivistin Rena Tangens entgegen. Nominiert sind in diesem Jahr sechs Frauen: Ulrike Mund arbeitet seit 27 Jahren für die Aufklärungsarbeit gegen sexualisierte Gewalt an Kindern. Über den Verein "Eigensinn" erreicht die Geschäftsführerin mit ihren Mitstreitern pro Jahr an die 1.200 Erwachsene und 500 Mädchen und Jungen. Angelika Claußen ist IPPNW-Vizepräsidentin für Europa (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e.V.). Die in Bielefeld niedergelassene Ärztin für Psychiatrie engagiert sich außerdem für Menschenrechte und Flüchtlinge im Nordirak. Christiane Heuwinkel ist ehrenamtlich für die Friedrich-Murnau-Gesellschaft aktiv. Die Filmenthusiastin organisiert seit Jahren das Film- und Musikfest, das auf den Bielefelder Filmemacher Murnau, Regisseur des Horrorklassikers "Nosferatu" erinnert, den Stummfilm und vor allem Kino mit Livemusik aufmerksam macht. Mechthild Stockmeier engagiert sich im Verein Sterntaler, der Trauerbegleitung bei Kindern und Jugendlichen leistet. Die Rechtsanwältin macht seit kurzem auch mit bei dem Projekt "Kulturöffner", eine Plattform der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut. Sie hilft, Kultur für alle in der Stadt Bielefeld zu ermöglichen. Brigitte Bender trägt seit 30 Jahren Amphibien über die Straßen der Stadt. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Reptilien und Amphibien des Naturwissenschaftlichen Vereins hat in dieser Zeit hunderten Kröten das Leben gerettet. Ebenfalls nominiert ist Hannelore Pfaff. Sie kämpfte Jahre lang für den Erhalt des Gadderbaumer Freibades. Die Bezirksbürgermeisterin erreichte ihr Ziel mit kreativen und außergewöhnlichen Ideen, belebte den Förderverein, sammelte Unterschriften für ein Bürgerbegehren und organisierte Demonstrationen. Ab Mittwoch, 7. Februar, werden die nominierten Frauen in der NW vorgestellt. Ende Februar wählt eine Jury um Brigitte Mohn (Bertelsmann Stiftung), Gabriele Behler (Ex-Schulministerin), Lutz Worms (Vorsitzender der Bürgerstiftung), Ricarda Osthus (Kommunalpolitikerin und Rechtsanwältin), Jutta Küster (frühere Radio-Bielefeld-Redakteurin), Hans-Jürgen Simm (ehemaliger Kanzler der Uni Bielefeld), Peter von Möller (Möller Group) und Andrea Rolfes (Bielefelder Lokalchefin der NW) die Preisträgerin aus. Am Samstag, 3. März, wird der Preis im Theater am Alten Markt überreicht. Die Jury entscheidet nach klaren Kriterien: Die Preisträgerin soll eine Vorbildfunktion erfüllen, ihr Engagement auch gegen Widerstand durchgehalten und eine Außenwirkung erzielt haben. "Es gibt Probleme in der Stadt, die von der Politik nicht gelöst werden können. Diese Probleme packen die Frauen an", betonen Küster und Simm. Der Preis sei ein Votum für Engagement, ein Unausgesprochenes "Tut etwas!", so von Möller und Osthus. Alle sind sich einig: "Bielefeld ist super, hier gibt es ein vielseitiges Engagement."

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