Schildescher Straße: Rund um die Unterführung müssen vor den Bahnarbeiten noch Leitungen erneuert werden. - © Barbara Franke
Schildescher Straße: Rund um die Unterführung müssen vor den Bahnarbeiten noch Leitungen erneuert werden. | © Barbara Franke

Bielefeld Ab Februar legen diese Brückensanierungen Bielefeld lahm

20 Monate Vollsperrungen: Ab Mitte Februar ist die Von-der-Recke-Straße dicht, Schildescher und Schillerstraße folgen im April und Juni. Alle drei Bahnunterführungen sind auch für Radler und Fußgänger gesperrt

Christine Panhorst

Bielefeld. Drei Bielefelder Eisenbahnbrücken will die Deutsche Bahn in den kommenden 20 Monaten sanieren. Los geht es voraussichtlich mit der ersten Vollsperrung Mitte Februar. Im Juni werden dann alle drei Unterführungen Von-der-Recke-Straße, Schildescher Straße und Schillerstraße für mehr als ein Jahr voll gesperrt sein - ohne Winterpause. Betroffen ist dann nicht nur der Autoverkehr, auch Radler und Fußgänger müssen lange Umwege in Kauf nehmen. Die Bahn bringt ihre maroden Brücken auf Vordermann, die Hauptlast trifft 2018 und 2019 Bielefeld. Vorbereitende Arbeiten zur Brückensanierung an der Schillerstraße sind laut Verkehrsamt schon im Dezember abgewickelt worden. Am 19. Februar geht es an der Von-der-Recke-Straße weiter. Dort müssen die Stadtwerke Bielefeld das Baufeld für die Deutsche Bahn unter anderem für neue Fundamente frei machen. Denn die sind bei der zukünftigen Bahnbrücke größer als beim Vorgängermodell. "Das bedeutet, dass an der Stelle Telekommunikations-, Strom-, Wasser- und Gasleitungen sowie Beleuchtungskabel verlegt werden müssen", teilt Stadtwerke-Sprecherin Lisa Schöniger auf Anfrage mit. Damit wird die Zeit der Sperrungen schon deutlich früher eingeleitet, als von der Deutschen Bahn zunächst angekündigt, die mit ihren Sanierungen in Eigenregie erst im Juni startet. Die Parkplätze unter dem Ostwestfalendamm an der Von-der-Recke-Straße werden als Stellfläche für die Bauarbeiten benötigt und entfallen. Auch an der Schildescher Straße muss noch vor Juni gesperrt und gearbeitet werden. Dort seien ebenfalls Vorbereitungs- und Leitungsarbeiten notwendig, heißt es beim Amt für Verkehr. Allerdings gehe es damit frühestens im April los. "Unsere Vorgabe ist, dass die Beckhausstraße zunächst weitgehend fertiggestellt und in beide Richtungen befahrbar sein muss, bevor wir die Schildescher Straße dichtmachen", erklärt Dieter Welther, zuständig für Baustellenkoordinierung. Wann genau das sein werde, hänge auch vom Winterwetter der kommenden Monate ab. Auch Busverkehr betroffen Können die Vorarbeiten rund um die Bahnbrücke am Stadtwerkekreisel starten, wird die Schildescher Straße voraussichtlich bis Oktober 2019 (Bauende) durchgehend voll gesperrt. Eine Winterpause sei von der Bahn nicht vorgesehen, sagt Welther. Und: "Alle drei Unterführungen werden auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt sein." Für Bielefelder, die zu Fuß und per Rad unterwegs sind, bedeutet das viele Kilometer lange Umwege. Denn die Bahngleise können nur an wenigen Punkten überquert werden. Auch der städtische Busverkehr wird blockiert. Als erste muss die Linie 27 Mitte Februar auf Umwege gelenkt werden. Statt über die Von-der-Recke-Straße fahren die Busse ab Februar weiter zur Kunsthalle, neuer Endpunkt der Linie. Haltestellen jenseits der Unterführung entfallen. Wenn im Sommer die eigentlichen Brückensanierungen beginnen, wird auch der Bahnverkehr zurückgefahren. Wie dann Umleitungen und Schienenersatzverkehr gestaltet werden, ist noch in Planung. Ersatzbusse für den Lipper Raum werden voraussichtlich an der Endhaltestation Sieker enden, mit Übergang zur Stadtbahnlinie 2, so Schöniger. MoBiel, Eurobahn und Verkehrsverbund OWL seien dazu bereits in Gesprächen. Im Zentrum wird ein Standort an der Joseph-Massolle-Straße als Anknüpfungspunkt für den Schienenersatzverkehr favorisiert. Bis zu acht Busse müssen hier parallel haltmachen können.

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