Bielefeld Spionage-Puppe: Wer Cayla besitzt, muss sie unschädlich machen

Puppe in Deutschland verboten

Angela Wiese

Puppe Cayla sieht eigentlich harmlos und nett aus. Cayla unterscheidet sich optisch auch nicht von anderen Puppen. Sie hat es aber faustdick hinter den Ohren. Wer in Deutschland mit ihr spielt, kann sich sogar strafbar machen. Was Cayla in den Augen der Bundesnetzagentur zur Gefahr macht, ist ihr Mikrofon und ihre Fähigkeit, sich mit dem Internet zu verbinden. Das Kinderspielzeug sei eine unerlaubte funkfähige Sendeanlage. "Gegenstände, die sendefähige Kameras oder Mikrophone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen", teilt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur mit. Puppe Cayla ist also ein Spionagegerät.  In Deutschland ist sie schön länger nicht mehr im Handel erhältlich. Das Spielzeug muss unschädlich gemacht werden, indem zum Beispiel das Mikrofon entfernt wird. Der Besitz von Cayla inklusive ihrer Abhörfunktionen ist in Deutschland strafbar. Ernsthafte Gefahr Laut Bundesnetzagentur geht von solchen Spielzeugen eine ernsthafte Gefahr aus. Unbemerkt könnten die unscheinbar wirkenden Geräte Gespräche aufnehmen und weiterleiten oder das Kind mit Werbung ansprechen. Die Bundesnetzagentur hat nach eigenen Angaben nicht vor, bei Händlern Daten von Käufern der Puppe abzufragen. Die Agentur gehe aber davon aus, dass Eltern Cayla unschädlich machen. Auch Verwaltungsverfahren gegen Eltern, die Cayla gekauft haben, seien nicht geplant. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale können Puppenbesitzer das Spielzeug innerhalb der zweijährigen gesetzlichen Gewährleistungsfrist reklamieren. Wer das möchte, sollte Cayla laut Bundesnetzagentur aber keineswegs an den Hersteller zurückschicken, sondern vernichten. Betroffene können sich die Vernichtung des Spielzeugs bei einer Abfallwirtschaftsstation auf einem Formular bestätigen lassen. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass das Formular zusammen mit dem Kaufbeleg für eine Reklamation reicht. Bei dem Verbot von Cayla bezieht sich die Bundesnetzagentur auf den § 90 des Telekommunikationsgesetzes. Danach ist es verboten, Sendeanlagen herzustellen, zu besitzen oder zu vertreiben, die wie im Fall Cayla mit Gegenständen des täglichen Verbrauchs verkleidet sind und deshalb besonders geeignet sind, Gespräche unbemerkt aufzunehmen. Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, noch mehr interaktives Spielzeug prüfen und wenn nötig gegen solche Spielzeuge vorgehen zu wollen.

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