Alles im Griff: Leopold Zingerle zeigt konstante Leistungen auf hohem Niveau und leistet sich so gut wie keine Fehler. - © Wilfried Hiegemann
Alles im Griff: Leopold Zingerle zeigt konstante Leistungen auf hohem Niveau und leistet sich so gut wie keine Fehler. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Zingerle ist Paderborns großer Rückhalt

Der 25-Jährige spielt eine überragende Saison und avanciert zum vielleicht besten Zweitliga-Torhüter

Paderborn. In Verbindung mit dem SC Paderborn wird oft über die brutale Offensivpower des Zweitliga-Aufsteigers geschwärmt. Dabei wird häufig übersehen, dass der Tabellenzweite auch in Sachen Abwehrarbeit längst zu den Topteams der Liga gehört. So kassierte der SCP in 16 Rückrundenspielen nur 19 Gegentore. Lediglich Ingolstadt (18) ist besser. Auch deshalb avancierten die Paderborner zum besten Rückrundenteam, das an diesem Sonntag (15.30 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion) mit einem Sieg bei Dynamo Dresden aus eigener Kraft den Erstliga-Aufstieg schaffen kann. „In jedem Spiel sammeln wir Erfahrungswerte. Und wir haben eine junge und lernwillige Mannschaft mit hungrigen Spielern, die sich stetig weiterentwickeln wollen“, kommentiert SCP-Torwart Leopold Zingerle die Fortschritte seines Teams in puncto Defensivverhalten. „Wir machen es im Gesamten besser. Es kommt nicht mehr so oft vor, dass Spieler von uns in Unterzahlsituationen geraten“, urteilt der 25-Jährige, der in dieser Spielzeit zusammen mit Union-Keeper Rafal Gikiewicz der beste Zweitliga-Torhüter ist. „Ich kann mit der Saison sicher leben“, sagt ein grinsender Zingerle, der auch in der Rückrunde in Spielen wie gegen Ingolstadt (3:1) oder auch Duisburg (4:0) Glanzparaden am Fließband zeigte. Baumgart verweist auf den Lernprozess Unterm Strich aber bekam Paderborns Schlussmann in der zweiten Saisonhälfte deutlich weniger zu tun. Die Zahl der Gegentore ging von 1,65 auf 1,19 pro Spiel zurück. Einen solchen Trend hatte es bereits in der Drittliga-Aufstiegssaison gegeben, in der die Anzahl der kassierten Treffer von 1,26 (Hinrunde) auf 0,47 (Rückrunde) pro Partie sank. Auch Steffen Baumgart macht dafür den stetigen Lernprozess verantwortlich. „Die Jungs machen Fehler. Das Trainerteam macht Fehler. Aber wir alle lernen aus solchen Fehlern und arbeiten daran, die Situation beim nächsten Mal besser zu lösen“, sagt der SCP-Chefcoach und fügt an: „So macht die Mannschaft Woche für Woche kleine Schritte. Und am Ende der Saison stellst du dann fest, dass aus kleinen Schritten ein ganz großer Schritt geworden ist. Die Jungs werden einfach immer besser. Und deshalb macht die Arbeit hier so riesigen Spaß.“ Ein Kindheitstraum kann in Erfüllung gehen An diesem Sonntag könnte der besagte große Schritt im zweiten Erstliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte münden. „Das wäre die Erfüllung eines der größten Wünsche, die man als Fußballer hat. Davon habe ich schon als kleiner Junge geträumt“, betont Leopold Zingerle. Zuvor aber muss die schwere Aufgabe in Dresden gelöst werden. „Es gibt angenehmere Auswärtsspiele. Das wird ein heißer Tanz“, prognostiziert der SCP-Torwart. Die besondere Situation sei derzeit in der täglichen Arbeit schon spürbar. „Das ging schon vor dem HSV-Spiel los. Im Training ist noch mehr Zug drin, die Jungs sind noch fokussierter“, berichtet Zingerle. Der Druck von außen sei zwar nicht so groß. „Aber wir machen uns selbst den größten Druck, denn nun wollen wir es auch zu Ende bringen. Dennoch können wir das alles genießen, denn wir sind in einer wunderbaren Situation“, sagt der 25-Jährige. Dessen Glanzleistungen werden auch von den Fans goutiert. So landete Zingerle bei der Wahl zum „SCP-Spieler des Jahres“ hinter Philipp Klement auf Rang zwei – trotz der starken Konkurrenz in der Offensive.

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