SC Paderborn SC Paderborn besiegt Köln mit 3:2

Frank Beineke
15.02.2019 | Stand 15.02.2019, 22:50 Uhr |
Kevin Bublitz

Paderborn. Bis zur 80. Minute hatte am Freitagabend alles danach ausgesehen, als würde der SC Paderborn erstmals seit 371 Tagen wieder ein Heimspiel verlieren. Die Hausherren lagen im Zweitliga-Topspiel gegen den 1. FC Köln mit 0:2 zurück. Doch dann erlebten 15.000 Zuschauer in der ausverkauften Benteler-Arena ein Fußballwunder, denn Bernard Tekpetey, Kai Pröger und Marlon Ritter schossen den SCP noch zu einem 3:2-Erfolg. Fortan hatte ein Wort Hochkonjunktur: Wahnsinn. „Wir haben halt eine Mannschaft, die nie aufgibt. Und wenn wir unsere Leistung bringen, können wir in dieser Liga jeden schlagen", jubelte SCP-Akteur Uwe Hünemeier, der in der 85. Minute als „Sturm-Hüne" eingewechselt worden war. Eine gute Nachricht hatte es für die SCP-Fans derweil schon vor dem Anpfiff gegeben: Torwart Leopold Zingerle hatte am Freitag seinen Vertrag bis Juli 2021 verlängert. Zingerle stand in der sechsten Minute auch gleich im Fokus, als er einen strammen Schuss von FC-Stürmer Jhon Cordoba parierte. In der ersten Hälfte bleibt das große Spektakel noch aus Die aktivere Mannschaft war zunächst jedoch der SCP. In Minute zwölf starteten die Hausherren einen ihrer gefürchteten Blitzangriffe. Über Pröger, Michel und Zolinski landete das Leder bei Bernard Tekpetey, der jedoch Probleme bei der Ballannahme hatte und an FC-Keeper Timo Horn scheiterte. Anschließend gab’s diverse vielversprechende Kontermöglichkeiten auf beiden Seiten. Doch hüben wie drüben mangelte es zumeist beim entscheidenden letzten Pass an der nötigen Präzision. So entwickelte sich ein durchaus sehenswertes Spiel. Das erhoffte Offensivspektakel blieb aber in der ersten Hälfte aus. In der 38. Minute sollte dann doch ein Treffer fallen – und zwar für die Gäste vom Rhein. FC-Akteur Florian Kainz wurde im SCP-Strafraum nicht attackiert. Seine Flanke auf den langen Pfosten landete bei Dominick Drexler, der den Ball umgehend in die Mitte spielte. Dort stand Cordoba am Fünfer goldrichtig, um mühelos sein elftes Saisontor zu erzielen. Es war eine glückliche Kölner Führung, die in der 42. Minute bedenklich wackelte. SCP-Angreifer Sven Michel tauchte frei vor Horn auf, verzog aber deutlich. Köln kam dann besser aus der Kabine und hatte die ersten nennenswerten Chancen in Durchgang zwei. So setzte Johannes Geis einen Freistoß (57.) knapp übers Tor, wobei SCP-Kapitän Christian Strohdiek als Freistoß-Verursacher seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Dann drosch Christian Clemens das Leder über die Latte (63.), ehe Terodde an Zingerle scheiterte (68.). Eine Minute später war Feierabend für Terodde und Anthony Modeste feierte sein Comeback. Und nur drei Minuten später netzte Modeste nach einer Kainz-Hereingabe zum 0:2 ein. Ritter reißt das Ruder rum Doch Aufgeben gehört nicht zum SCP-Repertoire. Was in den letzten zehn Minuten folgte, ist schon jetzt Paderborner Fußballgeschichte. Zunächst brachte der zur Halbzeit eingewechselte Ritter einen Freistoß flach vors Tor – und Tekpetey verkürzte auf 1:2 (80.). Dann führte Winterneuzugang Pröger sein Fußball-Märchen fort, indem er per Traumtor den Ausgleich erzielte (86.). Anschließend sah der Kölner Kainz Gelb-Rot (88.). Und in der zweiten Minute der Nachspielzeit brachen endgültig alle Dämme: Ritter fasste sich aus 20 Metern ein Herz, traf zum 3:2 und verwandelte die Benteler-Arena in ein Tollhaus. Und so wurde selbst Anthony Modeste zur Randfigur. „Nach meinem Tor war ich der glücklichste Mensch auf der Erde", erklärte der FC-Stürmer und fügte mit gesenktem Kopf an: „Aber jetzt bin ich der traurigste Mensch der Erde." Das Spiel können Sie im Liveticker nachlesen:

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