Kommunikativ: Mohamed Dräger (rechts) ist sofort mittendrin. - © Wilfried Hiegemann
Kommunikativ: Mohamed Dräger (rechts) ist sofort mittendrin. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn SCP-Neuzugang Mohamed Dräger will oben angreifen

Mittelfeldspieler ist für zwei Jahre vom SC Freiburg ausgeliehen. Selbstbewusst geht er seine Aufgabe an und freut sich besonders auf das Spiel in Köln

Hartmut Kleimann

Paderborn. Mohamed Dräger hat sich wie seine neuen Teamkollegen auch mit einem dicken Filzstift bewaffnet, um nach der ersten öffentlichen Trainingseinheit bei den Fans Autogramme zu schreiben. Auf Trikots, Mützen, selbst auf einem etwas größeren Trinkgefäß prangt nun sein Name. Irgendwie in diesem Getümmel fällt dann auch der Begriff Tunesien. Klar, die sind gerade bei der WM im zweiten Vorrundenspiel gegen Belgien im Einsatz. Und noch während der Neuzugang des Zweitliga-Aufsteigers SC Paderborn brav Autogramme schreibt, nimmt er ein wenig enttäuscht den 1:4-Zwischenstand zur Kenntnis. 5:2 für Belgien endet schließlich diese Begegnung. Ein Ergebnis, dass den gebürtigen Freiburger nicht wirklich glücklich macht. Schließlich hat er schon vier Mal das Trikot der tunesischen U17-Nationalmannschaft getragen. Drägers Mutter stammt aus dem nordafrikanischen Land, sein Vater aus Freiburg. Zum ersten Training ist der Papa mit nach Paderborn gereist, denn auch für ihn ist der Schritt seines Sprösslings Neuland. "Ich bin zum ersten Mal überhaupt von zu Hause weg", nennt Mohamed den Grund. So viel Spielpraxis sammeln wie möglich Knapp eine Woche ist er nun in Paderborn und trainiert unter einem Trainer, "der für mich gleich super sympathisch rübergekommen ist. Der weiß genau, was er will und er fordert das auch so ein. Da wird nicht lange um den heißen Brei geredet", sagt er über Steffen Baumgart und entdeckt dabei durchaus Parallelen zu seinem bisherigen Coach Christian Streich. In Paderborn möchte der Spieler für die rechte Seite so viel Spielpraxis sammeln wie eben möglich. Bis 2020 ist er an Paderborn ausgeliehen und geht nun nach diversen Spielen in der Regionalliga Süd-West und zwei Einsätzen in der Bundesliga ziemlich selbstbewusst das neue Aufgabenfeld 2. Bundesliga an. "Nur weil wir jetzt aufgestiegen sind, heißt das doch nicht, dass wir jetzt gegen den Abstieg spielen", sagt er. Er mag diese Herangehensweise nicht und setzt da lieber "auf ein gutes Gefühl. Warum sollten wir uns nicht ein höheres Ziel stecken als nur den Klassenerhalt", fragt er. Zumal er seine Feuertaufe im Oberhaus schon bestanden hat. In Frankfurt und in Dortmund brachte ihn Streich ins Spiel. "In Dortmund hat mich weniger das Stadion beeindruckt, sondern mehr das Wissen, wer da schon alles im Gang gestanden ist. Groß aufgeregt war ich nicht. Erst nach dem Spiel habe ich so was wie einen Adrenalinschock gekriegt", erzählt er. Und in der neuen Saison will er unbedingt in Köln spielen. "Das muss geil sein!"

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