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Ein würdiges Finale: Raphael Kandra (vorne) und der Stuttgarter Valentin Rapp lieferten sich im ersten Satz einen packenden Schlagabtausch. Am Ende feierte der Titelverteidiger vom Paderborner SC den erhofften 3:0-Erfolg. - © Henning Angerer
Ein würdiges Finale: Raphael Kandra (vorne) und der Stuttgarter Valentin Rapp lieferten sich im ersten Satz einen packenden Schlagabtausch. Am Ende feierte der Titelverteidiger vom Paderborner SC den erhofften 3:0-Erfolg. | © Henning Angerer

Hamburg/Paderborn Paderborner Squash-Ass Raphael Kandra verteidigt den DM-Titel

Der Topfavorit vom Paderborner SC marschiert ohne Satzverlust zur Titelverteidigung. Lediglich im Finale gegen Valentin Rapp muss die Nummer 15 der Welt einen Satzball abwehren

Frank Beineke
11.02.2019 | Stand 10.02.2019, 21:17 Uhr

Hamburg/Paderborn. Raphael Kandra war auch diesmal der Gejagte. Doch der 28-jährige vom Paderborner Squash Club ließ seinen Jägern nicht den Hauch einer Chance. Mit äußerst souveränen Vorstellungen verteidigte der Topfavorit bei den 44. Deutschen Einzelmeisterschaften in Hamburg seinen Titel. In einer Neuauflage des Vorjahres-Endspiels feierte Kandra gestern einen 13:11, 11:2 und 11:6-Erfolg gegen den Stuttgarter Valentin Rapp. "Ich bin super zufrieden. Es war wieder ein langer Weg bis zum Titel, auf dem viel passieren kann. Es mag leicht aussehen. Aber das ist es nicht", bilanzierte der Weltklasse-Squasher aus Paderborn, der im gesamten Turnierverlauf keinen einzigen Satz abgab. "Das war auch mein Ziel", erklärte Kandra. Im Finale gegen Rapp schrammte der topgesetzte PSC-Akteur allerdings an einem Satzverlust vorbei. Nach dem ersten Satz läuft's wie von selbst So hatte sein Kontrahent aus Stuttgart im ersten Durchgang beim Stand von 11:10 einen Satzball. "Am Anfang war es irgendwie unrhythmisch. Meine Bälle hatten nicht die nötige Länge. Und Valentin hat super aufgespielt. Er hatte halt nichts zu verlieren. Und solche Gegner sind immer am gefährlichsten", kommentierte Kandra einen ersten Satz, in dem er doch noch die Wende schaffen sollte. Der Paderborner wehrte auf dem Glascourt des Sportwerks Hamburg den besagten Satzball ab und sicherte sich den Durchgang mit 13:11. "Nach dieser Satzführung war ich dann viel entspannter. Ab da lief es wie erhofft", erklärte Kandra, der anschließend nichts mehr anbrennen ließ. Nach 52 Minuten verwandelte der alte und neue deutsche Meister seinen Matchball. Zum 13. Mal in Folge gewann damit ein Spieler des Paderborner SC den Titel bei den Herren. Denn vor den beiden Kandra-Erfolgen hatte Simon Rösner elf DM-Titel in Serie eingeheimst. "Auf Simon fehlen mir somit nur noch neun Siege", scherzte Raphael Kandra. Zugleich hofft er, dass es bei nationalen Titelkämpfen irgendwann doch noch einmal zu einem Duell zwischen den beiden besten deutschen Squashspielern kommt. Diesmal aber hatte Rösner angesichts der hohen Belastungen zum zweiten Mal in Folge auf den DM-Start verzichtet. Kandra startet auch bei der Einzel-Weltmeisterschaft in Chicago Und so war der Weg frei für Kandra, der am Freitagabend im Viertelfinale eine 3:0-Gala gegen Rudi Rohrmüller (Hamburg) geboten hatte. Am Samstag folgte ein müheloser 11:2, 11:1 und 11:1-Sieg gegen den Überraschungs-Halbfinalisten Johannes Thürauf. "Ich habe mich riesig über seinen Halbfinal-Einzug gefreut. Wir stammen beide aus Erlangen und ich habe früher häufig mit Johannes trainiert", berichtete Kandra. Am Ende stand für Thürauf der vierte Platz zu Buche, denn der Wormser Tim Weber gewann das kleine Finale mit 3:1. Weber hatte zuvor sein Halbfinale gegen Rapp in vier Sätzen verloren. Auch im Endspiel wusste Valentin Rapp zu überzeugen. "Es war für mich mehr als ein hartes Stück Arbeit", lobte Raphael Kandra seinen Stuttgarter Finalkontrahenten. Viel Arbeit wartet auf den deutschen Meister ab dem 23. Februar auch bei der Einzel-Weltmeisterschaft in Chicago. Kandra vertritt dann ebenso wie Rösner die deutschen Farben. Zuvor jedoch ist das Paderborner Weltklasse-Duo am kommenden Wochenende in der Bundesliga im Einsatz. Dann gibt's für Kandra ein Wiedersehen mit einem bestens bekannten Glascourt, denn am Sonntag, 17. Februar, spielt die PSC-Erste bei Sportwerk Hamburg II.

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