Paderborn/Hamburg Franziska Hennes vom Paderborner SC verteidigt DM-Titel

Squash-DM Damen: 25-jährige PSC-Spielerin verteidigt mit einem 3:2-Sieg gegen Teamkollegin Sina Kandra ihren Meistertitel. Der unterlegenen Finalistin bleibt damit bei ihrem letzten DM-Spiel ihrer Karriere ein krönender Abschluss verwehrt

Paderborn/Hamburg. Deutsche Einzelmeisterschaften und Franziska Hennes - das scheint einfach zu passen. Die 25-Jährige vom Paderborner Squash Club sicherte sich gestern ihren vierten nationalen Titel nach 2013, 2014, 2017 und 2018. Und zum dritten Mal gewann Hennes dabei ein Finale gegen ihre Teamkollegin Sina Kandra in fünf Sätzen. In einem wieder einmal dramatischen Endspiel hieß es am Ende 4:11, 11:7, 11:8, 5:11 und 11:8 für die Titelverteidigerin. "Es war ein Auf und Ab. Erst war Sina sehr dominant. Dann hatte ich das Spiel im Griff. Sina holte sich sicher aber den vierten Satz. Doch mein Punkt zum 7:6 im fünften Satz war dann irgendwie der Knackpunkt", bilanzierte Hennes. Die gebürtige Saarländerin war zwar Titelverteidigerin und Nummer eins der Setzliste. Doch eigentlich galt Sina Kandra als Topfavoritin. "Ich weiß selbst nicht, warum es bei Deutschen Meisterschaften immer so gut klappt. Ich habe einfach wieder alles rausgehauen, was ging", erklärte die strahlende Siegerin, die zugleich mit ihrer Teamkollegin mitfühlte: "Ich hätte es Sina von Herzen gegönnt. Aber es ist halt ein Wettkampf." Dabei hieß es am Ende einmal mehr: Deutsche Einzel-Meisterschaften und Sina Kandra - das passt irgendwie nicht. 2011 und 2015 hatte die gebürtige Münchenerin zwar den nationalen Titel geholt. Doch in vier Finalspielen musste sich Kandra jeweils hauchdünn in fünf Sätzen geschlagen geben. 2014, 2017 und 2018 verlor sie gegen Hennes. 2016 unterlag Kandra der Frankfurterin Sharon Sinclair, die diesmal eine Baby-Pause einlegte. Allerdings gab es gestern einen feinen Unterschied zu den vorherigen Finalniederlagen. Denn diesmal scheiterte Sina Kandra nicht an ihren Nerven, sondern an einer Gegnerin, die im finalen Durchgang einfach einen Tick besser war. "Ich muss mir nichts vorwerfen und bin mit meiner Leistung zufrieden. Es war ein richtig gutes Finale. Und Franzi hat am Ende verdient gewonnen", zeigte sich Kandra als faire Verliererin. Die Enttäuschung war dennoch groß, denn der Titelgewinn wäre ein perfekter DM-Abschied gewesen - noch dazu, weil gleichzeitig ihr Ehemann Raphael bei den Herren triumphierte. "Für mich waren es die letzten deutschen Meisterschaften. Die wären es aber auch bei einem Finalsieg gewesen", erklärte Sina Kandra, die als Sportausbilderin bei der Bundeswehr in Warendorf einen zeitintensiven Job hat. Nach dieser Saison beendet die 28-Jährige daher auch ihre nationale Karriere. Mit einer sehr erfreulichen Einschränkung. "Für den PSC werde ich weiter in der Mannschaft spielen", so Kandra.

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