Paderborn Rollhockey-Trio aus Paderborn spielt bei den World Roller Games

Franziska und Katharina Neubert aus Elsen sowie Laura La Rocca aus Schloß Neuhaus sind für die Nationalmannschaft bei den World Roller Games im Einsatz

Frank Beineke

Paderborn. Bis zum Ende der Saison 2010/2011 gingen die Rollhockey-Damen des TV 1875 Paderborn recht erfolgreich in der 1. Bundesliga auf Torjagd. Dann aber musste sich das Team aus personellen Gründen vom Spielbetrieb zurückziehen. Den Großteil der Spielerinnen zog es zur ERG Iserlohn. Es war eine weise Entscheidung, denn seitdem ging der deutsche Meistertitel stets an den Klub aus dem Sauerland. Einen gehörigen Anteil an diesen Erfolgen haben Laura La Rocca sowie Franziska und Katharina Neubert. Diese drei ehemaligen Spielerinnen des TV 1875 haben sich gestern auf den Weg ins chinesische Nanjing gemacht. Dort spielen La Rocca und Co. fürs deutsche Damen-Nationalteam bei der Erstauflage der World Roller Games. Die Vorfreude ist riesig, denn in Nanjing werden darüber hinaus auch noch in neun weiteren Rollersport-Disziplinen die neuen Weltmeister ermittelt. Ein solches Großereignis wird somit selbst für Katharina Neubert, die schon 2003 mit der deutschen Nationalmannschaft den EM-Titel geholt hatte, ein ganz neues Erlebnis sein. "Wir sind schon sehr gespannt, was uns dort erwartet", erklärt die 31-jährige Elsenerin, die als Offensivspezialistin vor allem für Torgefahr sorgen soll. Ihre jüngere Schwester Franziska (28) wird mit ihrer Schnelligkeit und Zweikampfstärke unterdessen insbesondere die Defensive stärken. Laura La Rocca ist als torgefährliche Spielgestalterin unverzichtbar fürs deutsche Spiel. Dabei verfügt auch die 25-jährige Schloß Neuhäuserin über jede Menge Erfahrung. Schließlich hatte La Rocca schon als 15-Jährige mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2007 triumphiert. "Wir haben eine gute Mischung aus sehr erfahrenen Spielerinnen und einigen jungen Talenten", erklärt Katharina Neubert. Und offenbar hat das deutsche Damen-Nationalteam auch einen ziemlich ehrgeizigen Bundestrainer. Der aus Spanien stammende Coach Quim Puigvert betont jedenfalls: "Wir fliegen nach China, um eine Medaille mit nach Deutschland zu nehmen! Dafür haben wir trainiert." Katharina Neubert hält dieses Ziel durchaus für realistisch. Doch auch die 31-Jährige weiß um die Schwere der Aufgabe. "In diesem Turnier kann alles passieren. Es lässt sich eigentlich kein Favorit ausmachen", sagt die Elsenerin mit Blick auf die acht teilnehmenden Teams, die in zwei Vierergruppen zunächst die Vorrunde ausspielen. Deutschland trifft dabei auf Weltmeister Spanien, Frankreich (beide Spiele am 27. August) und die USA (29. August). Die andere Gruppe bilden Vizeweltmeister Portugal, Chile, Italien und der WM-Dritte Argentinien. Die Vorrunde ist dabei nur eine Art Warm-up, denn kein Team scheidet aus. Letztlich geht es nur darum, die Viertelfinal-Duelle zu ermitteln. "Und es ist fast egal, auf wen wir da treffen. Denn abgesehen von den USA, die eher der krasse Außenseiter sind, können alle Teams den Titel holen", urteilt Katharina Neubert. Wie eng es in der Weltspitze zugeht, zeigte sich auch bei der WM 2016 in Chile. So verlor Deutschland das Viertelfinale gegen den späteren Vizeweltmeister Portugal erst nach Golden Goal. Weltmeister Spanien hatte unterdessen bei der WM 2014 nur Rang neun belegt. "Ich bin überzeugt, dass wir eine großartige Meisterschaft spielen werden", sagt Bundestrainer Puigvert, der seine Schützlinge im April zu einem ersten Vorbereitungslehrgang gebeten hatte. Seitdem wurde fleißig an einer neuen Taktik gefeilt. Auch Katharina Neubert ist mit Blick auf die World Roller Games guter Dinge. "Unser großer Wunsch ist eine Medaille. Denn dafür haben wir in den vergangenen Jahren hart gearbeitet", erklärt die Elsenerin.

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