Spannender als ein Krimi: Rund 400 Zuschauer verfolgen die Begegnung in der Löhner-Gymnasiumssporthalle. Hier ein Blick auf die Tribüne zum Ende des Spiels hin, als die HSG Löhne/Obernbeck im Angriff ist. - © Jürgen Krüger
Spannender als ein Krimi: Rund 400 Zuschauer verfolgen die Begegnung in der Löhner-Gymnasiumssporthalle. Hier ein Blick auf die Tribüne zum Ende des Spiels hin, als die HSG Löhne/Obernbeck im Angriff ist. | © Jürgen Krüger

Löhne Handball: HSGLO und VfL II spielen Remis

Bezirksliga: Das Derby zwischen zwischen der HSG Löhne/Obernbeck und dem VfL Mennighüffen II begeistert rund 400 Zuschauer. 24:24 ist ein gerechtes Ergebnis

Jürgen Krüger
16.12.2018 | Stand 16.12.2018, 19:14 Uhr

Es gibt Handballspiele, die sollte man gesehen haben. Das Derby in der Bezirksliga Bielefeld-Herford/Gütersloh zwischen der HSG Löhne/Obernbeck und dem VfL Mennighüffen II ist so ein Spiel. Die rund 400 Zuschauer jedenfalls scheinen geahnt zu haben, dass es ein Spektakel wird, das jeden Cent Eintrittsgeld wert ist. Und das richtige Ergebnis gibt es gratis dazu – das 24:24 (11:13)-Unentschieden ist das absolut gerechte Ende eines unglaublichen Spitzenspiels. „Das war ein sehr geiles Spiel. Am Ende können beide Mannschaften noch gewinnen und verlieren, von daher dürfen wir relativ zufrieden mit dem Ergebnis sein", sagt Fynn Walter. Der 20-Jährige liefert im Trikot des VfL Mennighüffen ein starkes Spiel ab und erzielt vier Tore. Besser trifft für seine Farben nur noch Niklas Holtmann (11/4). Das Derby bietet alles, was das Handballherz begehrt. Spielerisch herrscht auf beiden Seiten höchstes Bezirksliga-Niveau. Auch kämpferisch gehört das Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer HSG Löhne/Obernbeck und dem Dritten VfL Mennighüffen II zur allerfeinsten Garnitur. Taktisch gesehen liefern sich HSGLO-Trainer Michael Scholz und VfL-Trainer Christian Neumann ein Duell der Meisterklasse. Ihre Umstellungen, sowohl in der Deckung als auch im Angriff, setzen die Spieler beider Mannschaften zudem hervorragend um. Es geht hart, aber fair zur Sache. Daran ändert auch die berechtigte Rote Karte gegen Mennighüffens Patrick Bartczak nichts, der den Obernbecker Fynn Detering in der 38. Minute bei einer Abwehraktion im Gesicht trifft, als Detering einen Sprungwurf wagt. Es gibt auch keine Spieler explizit zu loben, weil beide Mannschaften als geschlossene, authentische Einheit auftreten. Und zu guter Letzt ist die Begegnung spannend bis zur letzten Sekunde, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Da sich in den 60 Minuten keine Mannschaft entscheidend absetzen kann, schaukelt sich das Derby bis zum 24:24 hoch. Niklas Holtmann setzt den letzten Treffer anderthalb Minuten vor dem Abpfiff. Fynn Deterings Wurf streift 30 Sekunden vor dem Ende den Außenpfosten, und mit dem Schlusspfiff spielt der VfL seinen Kreisläufer Maximilian Schäffer frei, doch der scheitert mit dem finalen Wurf an HSGLO-Torwart Tobias Finke. Danach schauen sich alle Spieler verdutzt an, weil sie offensichtlich nicht wissen, dass das Spiel vorbei ist. Einer der Schiedsrichter deutet nämlich noch einen Einwurf an, doch er korrigiert sich. „Ich vermute mal, das Spiel ist zu Ende", sagt Hallensprecher Andreas Sander und erst dann realisieren alle Beteiligten, dass sie etwas Großartiges geleistet haben.

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