Umstellung: In Verl spielte Maren Tellenbröker in gegen Jungen, in Jena läuft sie in der Mädchen-Bundesliga auf. - © Henrik Martinschledde
Umstellung: In Verl spielte Maren Tellenbröker in gegen Jungen, in Jena läuft sie in der Mädchen-Bundesliga auf. | © Henrik Martinschledde

Verl Vom SC Verl ins Sportinternat nach Jena

Fußball: Nationalspielerin Maren Tellenbröker wechselt vom Jungen- ins Mädchenteam

Wolfgang Temme

Verl. Das neue Jahr bringt für eines der größten heimischen Fußballtalente ein neues Leben: Maren Tellenbröker, 15-jährige U16-Nationalspielerin des SC Verl, wechselt zum FF USV Jena. Am 29. Januar bezieht die in Senne wohnende und auf dem Bielefelder Helmholtz-Gymnasium zur Schule gehende Neuntklässlerin ihr Zimmer im Sportinternat der 350 Kilometer entfernten thüringischen Groß- stadt. Statt mit der männlichen B2-Jugend des SC Verl in der Bezirksliga spielt sie dann mit den B-Juniorinnen des USV um die Bundesliga-Meisterschaft."Das Gesamtpaket passt", lautet ihre Begründung für den Wechsel, der auch eine Entscheidung gegen das Mädcheninternat des westfälischen Verbandes in Kaiserau ist, das wie der FSV Gütersloh ebenfalls um sie gebuhlt hatte. Vor allem die kurzen Wege und die enge Verzahnung von Internat, Schule und Verein, dessen Frauen in der Bundesliga spielen, haben sie überzeugt. Vor der Herausforderung, das Elternhaus zu verlassen, die Schule zu wechseln und sich in ein neues Team zu integrieren, hat sie "Respekt", aber die Vorfreude überwiegt: "Ich denke, das wird cool." In Jena wird sie zweimal pro Woche vormittags weiterhin mit Jungen trainieren, was auch den Vorstellungen des DFB entspricht. Was ihre Zukunft im U16- Nationalteam angeht, für das sie im November die ersten beiden Länderspiele bestritt, hofft die Abwehrspielerin, sich beim Januar-Lehrgang mit Bundestrainerin Ulrike Ballweg die Nominierung zum Algarve-Cup in Portugal (8. bis 16. Februar) zu verdienen. Der SC Verl hat ihr keine Steine in den Weg gelegt. "Das ist der nächste wichtige Schritt für sie", sagt Detlev Ottemeier. Der Coach der B2-Jugend, der Tellenbröker schon in der C-Jugend trainierte, schwärmt von der "Top-Einstellung" seiner Spielerin. Dennoch bekam die in der Hinrunde wegen einer Verletzung, aber auch wegen der prägnanter werdenden körperlichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen nicht immer große Spielanteile. "Bei uns ist die Grenze erreicht", gibt Ottemeier zu und meint damit auch die organisatorischen Verhältnisse in Verl: "Die Probleme fangen bei der Kabinenwahl an." Für die weitere Karriere drückt er Maren Tellenbröker die Daumen. Dass sie außergewöhnliches Potenzial besitzt, wurde erst letzte Woche bei einem Ausflug in eine Soccerhalle deutlich: "Da haben einige mit den Augen gerollt, wie einfach und effektiv sie spielt."

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