Rheda-Wiedenbrück (sp). Bei der Teampräsentation der Radmannschaft des SC Wiedenbrück traute Teamleiter Holger Sievers seinen jungen Fahrern in der U 23 einiges zu. Sein Ziel war es, Bundestrainer Ralph Grabsch auf "seine Jungs" aufmerksam zu machen und ihnen den Start in der Nationalmannschaft zu ermöglichen. Jetzt hat sich für Daniel Klemme das schwere Rennprogramm mit vielen Straßenrennen in Belgien bezahlt gemacht: Grabsch berief ihn zur Rundfahrt "Fleche du Sud" ins Nationalteam.
Das Rennen startet heute in Differdange (Luxemburg) und endet Sonntag nach 598 Kilometer in Esch/Alzette (ebenfalls Luxemburg). Gewonnen haben bei dieser Rundfahrt viele international bekannte Fahrer, einer der aktuell bekanntesten dürfte Andy Schleck sein.
Sievers sieht sich durch Klemmes Teilnahme in seiner Arbeit bestätigt: "Um Nachwuchsfahrern in Deutschland die Chance zu geben, sich für eine Profi-Mannschaft zu empfehlen, ist der Weg über die Nationalmannschaft der beste." Der Teamchef hätte allerdings auch Phillip Müller eine Nominierung gegönnt. "Er ist in den ersten Rennen sehr stark gefahren", sagt er. Daniel Klemme habe ihm anschließend nachgeeifert und einen "tollen vierten Platz" zum Saisonauftakt in Deutschland, dem Klassiker "Köln-Schuld-Frechen", geschafft.
Den Ausschlag für Klemme gab das schwere Profil der Rundfahrt, es geht in Luxemburg über viele Berge - und hier kommt der Bruder von Profi Dominic etwas besser zurecht. "Ich hoffe, dass ich meine Nominierung rechtfertige und bei der ein oder anderen Etappe ein gutes Ergebnis einfahren kann", sagt er. Die Rundfahrt sei immer sehr gut besetzt, aber "ich habe zur Zeit eine gute Form und werde alles geben." Klemme startet als einer der wenigen Amateure in der Mannschaft: "Da bin ich umso motivierter, gut zu fahren."