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Will wieder arbeiten: Fußballtrainer Carsten Rump, hier in seiner Tätigkeit als „Co" von Arminias Profimannschaft. - © Christian Weische
Will wieder arbeiten: Fußballtrainer Carsten Rump, hier in seiner Tätigkeit als „Co" von Arminias Profimannschaft. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminias früherer Co-Trainer Rump steht vor ungewisser Zukunft

Der im Dezember beurlaubte ehemalige "Co" würde gern wieder bei den Bielefeldern einsteigen. Erste Gespräche mit den Verantwortlichen des DSC hat es bereits gegeben

Philipp Kreutzer
11.04.2019 | Stand 11.04.2019, 21:46 Uhr

Bielefeld. Ende vergangenen Jahres musste er Arminia Bielefeld verlassen. Trotzdem ist es Woche für Woche das Resultat des DSC, für das Carsten Rump sich unter allen Fußballergebnissen am meisten interessiert. Daran hat seine Beurlaubung nichts geändert. Der 38-Jährige, zuletzt als Co-Trainer beim Zweitligisten beschäftigt, würde gern zum Klub zurückzukehren. Eine Entscheidung steht aber noch aus. Rump hat bei Arminia viele Rollen ausgefüllt. Der gebürtige Dessauer kam als Jugendlicher zum Verein, schaffte es als Verteidiger in den Profikader, kehrte nach einem dreijährigen Intermezzo beim VfB Lübeck zurück und spielte für die Amateure. Rump absolvierte beim DSC eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann und war Co-Trainer des U-23- sowie Coach des U-19-Teams, ehe er ins Trainerteam der Lizenzmannschaft aufrückte und diese zweimal interimsweise als Cheftrainer führte. "Wenn man plötzlich nicht mehr dabei ist, ist das irgendwie komisch" Auch aufgrund der emotionalen Ansprache an die Mannschaft im Mai 2017, die ein 6:0 gegen Braunschweig zur Folge hatte und es bis in die Sportschau schaffte, verkörpert Rump für viele, die mit dem Verein jubeln und leiden, Arminia Bielefeld. Und zwar noch immer und obwohl er am 10. Dezember 2018 mit Cheftrainer Jeff Saibene nach dem 1:1 gegen Sandhausen beurlaubt wurde. Überraschend kam das nach neun sieglosen Punktspielen in Folge auch für ihn selbst nicht. Schmerzhaft war es trotzdem. Und seltsam. „Alles läuft weiter bei Arminia, logisch, muss es auch", sagt er, „aber wenn man selbst plötzlich nicht mehr dabei ist, ist das irgendwie komisch." Rump benötigte eine Weile, um damit zurechtzukommen, nicht mehr gebraucht zu werden. Zwischenzeitlich hat er es genießen können, mehr Zeit für sich selbst zu haben. Und für Ehefrau Michelle und die Kinder Matthis und Ida, seine Familie, mit der er in Herford-Herringhausen lebt. Doch mittlerweile verspürt er längst wieder den Wunsch zu arbeiten. Rump war ja schon immer einer, der nicht lange stillsitzen kann. Und er „weiß genau, dass ich Trainer sein möchte". Mit Präsident Hans-Jürgen Laufer und Sportchef Samir Arabi hat er wie verabredet Gespräche über seine Zukunft geführt. Anlässlich der Trennung hatte der Verein mitgeteilt: „In den kommenden Wochen und Monaten wird sich Arminia mit Carsten Rump über die Möglichkeiten einer weiteren Tätigkeit beim DSC austauschen." Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, nun hofft er, alsbald wieder von den Verantwortlichen zu hören. Rump würde sehr gern eine Aufgabe im Klub übernehmen. „Das muss nicht unbedingt nur bei den Profis sein", betont er. Rump kann sich auch vorstellen, wieder im Nachwuchsbereich tätig zu sein. „Wir sind im Austausch" Zugleich treibt er seine Planungen unabhängig vom DSC voran. In der nächsten Woche wird Rump in Hennef den Eignungstest für die Ausbildung zum Fußballlehrer absolvieren. Die Chance aber, in den im Juni beginnenden 66. Jahrgang aufgenommen zu werden, ist angesichts der Vielzahl an Bewerbern „sehr gering", weiß er. Rump nimmt es sportlich, er würde es wieder und wieder versuchen. Samir Arabi ist trotz der Trennung im Dezember grundsätzlich von Rumps Qualitäten überzeugt. Angesprochen auf einen möglichen Wiedereinstieg des Trainers bei Arminia sagt der DSC-Sportchef: „Wir sind im Austausch, wollen aber erst mal abwarten, ob es bei ihm mit der Aufnahme für die Ausbildung zum Fußballlehrer klappt." Erhält Rump eine Zusage, käme eine Tätigkeit bei Arminia während der Ausbildung aufgrund der Präsenzzeiten in Hennef erst einmal nicht in Frage. Zur Fortbildung hat Rump auch die vergangenen Wochen und Monate genutzt, hat Spiele und Trainings bei Klubs im In- wie im Ausland beobachtet, war mit Saibene bei Grasshoppers Zürich und FC Luzern. Mit Arminias Ex-Trainer wieder zusammenzuarbeiten, kann Rump sich vorstellen, denn „wir haben einen sehr, sehr guten Draht". Allerdings sei Saibene zurzeit nicht darauf erpicht, das erstbeste Angebot anzunehmen. „Er genießt es, bei seiner Familie zu sein, und lässt sich Zeit. Da müsste schon etwas sehr Gutes kommen, dass er sofort wieder einsteigt", sagt Rump. Etwas sehr Gutes: Carsten Rump lässt keinen Zweifel daran, was das für ihn selbst wäre. Natürlich eine Rückkehr zu Arminia Bielefeld.

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