Bitterer Moment: Nachdem er unberechtigterweise die Rote Karte gesehen hat, verlässt Arminias Julian Börner das Feld. Reinhold Yabo tröstet ihn. - © Wolfgang Rudolf
Bitterer Moment: Nachdem er unberechtigterweise die Rote Karte gesehen hat, verlässt Arminias Julian Börner das Feld. Reinhold Yabo tröstet ihn. | © Wolfgang Rudolf

Arminia Bielefeld Ein Spiel Sperre für Julian Börner

Bielefeld. Die Dramaturgie des Heimspiels gegen Magdeburg am Sonntag kam den Fans von Arminia Bielefeld irgendwie bekannt vor. Ein alles verändernder Platzverweis nach Notbremse und kurz darauf ein fragwürdiges erstes Tor – das hatten sie auch zwei Wochen zuvor während der ersten Halbzeit in der Schüco-Arena erlebt. Doch war es beim 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV noch ihre Arminia, die von den Ereignissen und Entscheidungen profitierte, begünstigten Schicksal und Schiedsrichterpfiffe nun die mit 3:1 erfolgreichen Magdeburger. Deshalb von der viel zitierten ausgleichenden Gerechtigkeit zu sprechen, lehnt Uwe Neuhaus aber ab. „Davon bin ich weit entfernt", sagte Arminias Trainer. Zwar habe seine Mannschaft gegen den HSV Glück gehabt, dass Andreas Voglsammers 1:0 trotz hohen Beins anerkannt wurde. Doch der Kann-Strafstoß, den der DSC danach in Regensburg nach einem Foul an Fabian Klos erhielt, dürfe keinesfalls Teil einer Aufrechnung sein, befand Neuhaus am Sonntag: „Der Elfmeter war lupenrein. Im Vergleich zu dem, was heute war, eine absolute Lappalie." Gegen Magdeburg gingen zwei der drei Gegentore Fehlentscheidungen voraus, auch die Rote Karte gegen Julian Börner hätte der Schiedsrichter nicht geben dürfen. Trotzdem wird der DSC in der nächsten Partie am Freitag bei Union Berlin (Anstoß: 18.30 Uhr) auf seinen Kapitän verzichten müssen. Der DFB verhängte am Montag die Mindeststrafe von einem Spiel Sperre, Arminia akzeptierte das Urteil. In der weiteren Aufarbeitung wird in dieser Trainingswoche, die am Montag ohne den weiterhin erkrankten Cédric Brunner begann, auch die vergleichsweise geringe Gesamtlaufleistung von 108 Kilometern Thema sein. Dies ist der bisher niedrigste Wert in dieser Saison und sicher nicht allein durch Börners Platzverweis erklärlich. In Regensburg waren es noch 127 Kilometer. Rechtsverteidiger Jonathan Clauss hatte die passende Interpretation parat: „Die Basics haben heute gefehlt. Der Kopf wollte, aber der Körper war nicht richtig da."

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