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Und tschüs: Am Pfingstmontag 2018 verabschiedete sich Arminias U 23 vom Spielbetrieb – scheinbar für immer. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen könnte es aber in der kommenden Saison zu einem „Rücktritt vom Rücktritt" kommen. - © Andreas Zobe
Und tschüs: Am Pfingstmontag 2018 verabschiedete sich Arminias U 23 vom Spielbetrieb – scheinbar für immer. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen könnte es aber in der kommenden Saison zu einem „Rücktritt vom Rücktritt" kommen. | © Andreas Zobe

Arminia Bielefeld Arminia erwägt Comeback der U-23-Mannschaft

Hans-Joachim Kaspers
15.02.2019 | Stand 15.02.2019, 07:23 Uhr

Bielefeld. Überraschende Entwicklung im heimischen Amateurfußball: Arminia Bielefeld liebäugelt damit, den im vorigen Sommer eingestellten Spielbetrieb der U 23 wieder aufzunehmen. „Wir prüfen das", erklärt Finn Holsing, der Leiter von Arminias Nachwuchsleistungszentrum, „eine Entscheidung, an der auch die Profiabteilung und das Präsidium beteiligt sein werden, fällt aber erst Mitte März." „Das ist eine attraktive Perspektive" Anstoß für die klubinterne Diskussion war eine Information des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes, der eine Wiedereingliederung der U 23 in die Westfalenliga garantiert, wenn Arminia sich zur Saison 2019/2020 zurückmeldet. „Das ist natürlich eine attraktive Perspektive", sagt Holsing, der die kleine Kröte, dass die Wiedereinsteiger im ersten Jahr nicht aufsteigen dürften, schlucken würde. Die in den kommenden Wochen im Verein anstehende Debatte sei aber „komplett ergebnisoffen", so der NLZ-Chef abschließend. Als sich die U 23 am Pfingstmontag 2018 mit einem 2:1-Erfolg über Eintracht Rheine scheinbar für immer aus der Szene verabschiedete, weinte kaum einer diesem Team eine Träne nach. Finn Holsing sprach damals von einer „ganz bewussten Entscheidung", sich von dem Format U 23 zu trennen: Als Ausbildungsbetrieb für die Profis habe die Mannschaft nicht funktioniert, sei zudem viel zu teuer und besitze auch unter dem Druck der anstehenden Sanierung der Klubfinanzen keine Daseinsberechtigung mehr. Neun Monate später stellt sich die Sachlage ganz anders da: Der Verein kann sich offenbar gut vorstellen, in die Amateurszene zurückzukehren – möglicherweise auch deshalb, weil wieder größere finanzielle Spielräume vorhanden sind. "Sinnvoll, U-19-Spielern eine sportliche Heimat zu geben" Armin Perrey, der laut NLZ-Organigramm für die U 17 bis U 19 zuständig ist, will der Diskussion zwar nicht vorgreifen, hält es aber „grundsätzlich für durchaus sinnvoll, den U-19-Spielern, die nicht den Sprung ins Profilager schaffen (und das ist die überwiegende Mehrheit, die Redaktion), eine weitere sportliche Heimat bei Arminia zu geben". Allein mit diesen Akteuren sei aber natürlich noch keine Mannschaft zu rekrutieren, so Perrey. Deshalb müsse jetzt intern schnell ein klares Konzept erstellt werden, wie sich die „U 23 reloaded" in Zukunft zusammensetzen solle. Denkbar ist natürlich, dass in den Kader des Zweitligateams übernommene Jungprofis, die nur selten zum Einsatz kommen, vermehrt Spielanteile in der Westfalenliga bekommen. Aktuell wären etwa Baboucarr Gaye, Can Özkan, Ceruti Siya oder Semir Ucar Kandidaten, die auf diese Weise Spielpraxis sammeln könnten. Für Armin Perrey ist indes klar, „dass wir auch den einen oder anderen erfahrenen Akteur, aber auch interessante junge Leute von außen holen müssten, um eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen zu können". "Da geht mit ein bisschen das Herz auf" Andre Kording, bis Mai 2019 letzter Trainer der „Amas" und eine Art Mister U 23 beim DSC Arminia, würde sich über eine Wiederauferstehung seiner alten Mannschaft besonders freuen. „Da geht mit ein bisschen das Herz auf", gibt Kording zu, betont aber, „dass ich mit der Entscheidung, die U 23 wieder anzumelden, ganz bestimmt nichts zu tun haben werde". Mit seiner freimütig geäußerten Meinung, dass ein bisschen Arminia der heimischen Amateurfußballszene gut tun würde, steht Kording aber gewiss nicht alleine da. „Wenn ich nur daran denke, wie wir bei der Hallen-Stadtmeisterschaft für Stimmung gesorgt haben", erinnert er sich: „Es war doch immer großartig, alle Mannschaften und mindestens drei Viertel der Halle gegen sich zu haben!" Auch Andreas Brandwein, Trainer des möglichen künftigen Westfalenliga-Kollegen VfL Theesen, würde ein Comeback der U 23 begrüßen. „Es war immer ein besonderer Reiz, gegen Arminia zu spielen – und das wird auch so bleiben", sagt Brandwein, der sich „auf zwei nette Derbys" freuen würde. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja, wenn dem VfB Fichte der Aufstieg gelingt, sogar einen Bielefelder Dreikampf in dieser Klasse.

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