Kompromisslos: So wollen die DSC-Fans Julian Börner (r.), hier im Pokalspiel gegen Duisburg, auch am Freitag sehen. - © Christian Weische
Kompromisslos: So wollen die DSC-Fans Julian Börner (r.), hier im Pokalspiel gegen Duisburg, auch am Freitag sehen. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Julian Börner: "Ich bin nur ein Mensch und keine Maschine"

Nach sieben sieglosen Pflichtspielen in Folge strebt der DSC gegen den MSV Duisburg den ersehnten Erfolg an

Bielefeld. Wenn es nicht so läuft wie gewünscht, kann Routine hilfreich sein. Auf dem Platz genauso wie daneben. Also sind es in den vergangenen Wochen, in denen Arminia Bielefeld sieben Mal in Folge sieglos blieb, die erfahreneren Spieler gewesen, die sich vor den Partien den Medien stellten. So war es auch jetzt vor dem Zweitliga-Heimspiel am Freitag gegen den MSV Duisburg (Anstoß: 18.30 Uhr). Kapitän Julian Börner gab mit der ihm eigenen Geduld und Ausführlichkeit Auskunft - und vermittelte vor allem eine Botschaft: dass bei Arminia aktuell weniger Worte als Taten gefragt sind. "Wir wissen alle, dass die Situation nicht gut ist. Jetzt heißt es, am Freitag von der ersten Sekunde an Gas zu geben und einen positiven Trend einzuleiten", sagte der 27-Jährige. Auch wenn die Mannschaft als Tabellen-14. noch immer über der Abstiegszone steht, "dürfen wir uns das Ganze nicht schönreden und in der Wohlfühloase bleiben, sondern müssen den Bock umstoßen. Das kann man nicht mit Reden, sondern mit Leistung auf dem Platz. Egal wie, wir wollen am Freitag gewinnen." Den ersten Pflichtspielsieg seit dem 2:1 am 25. September in Darmstadt streben die Bielefelder in erster Linie an, damit sich die eigene Tabellensituation nicht noch weiter zuspitzt. Zugleich haben sie mit dem freitäglichen Gegner, der den 16. Platz einnimmt, noch Rechnungen offen: Im Heimspiel der vergangenen Saison unterlag Arminia dem MSV mit 0:4, vor gut drei Wochen folgte ebenfalls zu Hause in der zweiten Runde des DFB-Pokals eine 0:3-Niederlage gegen die Duisburger. "Wir wollen uns revanchieren" "Wir wollen uns revanchieren", bestätigte Börner und richtete zugleich schon den Blick auf das Restprogramm dieses Jahres: "Wir haben noch fünf Spiele bis zur Winterpause, da sind drei Heimspiele und das Derby in Paderborn dabei. Diese fünf Spiele wollen wir positiv gestalten", sagte er, "dann redet keiner mehr über den grauen Oktober und November." Börner selbst mochte über die vergangenen, wenig erfolgreichen Wochen schon jetzt nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Dazu sei intern bereits genug gesagt worden. Zu seinem eigenen zwischenzeitlichen Leistungstief gab er aber mehr preis. "Ich habe schon bessere Spiele gemacht für Arminia, jetzt war ich mal in einem kleinen Loch und konnte der Mannschaft nicht groß weiterhelfen", räumte er ein, "aber das ist normal, ich bin ja auch nur ein Mensch und keine Maschine." "Wie er vorangeht, gefällt mir gut" Trainer Jeff Saibene setzte den Innenverteidiger in den Partien gegen Fürth (2:3) und in Aue (0:1) auf die Bank, vermisste aber schon bald die Routine und die Führungsqualitäten seines Kapitäns. Seit dem Pokalspiel gegen Duisburg gehört Börner wieder der Startelf an. "Er ist stabil und macht mir einen guten Eindruck", sagte Saibene jetzt, "wie er vorangeht, gefällt mir gut. Das ist wichtig für uns." Es gilt als sicher, dass Börner Arminias Elf auch am Freitagabend auf das Feld führen wird. "Ich habe im Training weiter Gas gegeben", sagte er, "da herauszukommen, das geht nur mit Leistung. Da kann man so viel reden wie man will." Entscheidend ist eben immer noch "auf'm Platz". Das wusste schon Trainer Adi Preißler, und das weiß auch Julian Börner.

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