Oberster Armine: Bielefelds Präsident Hans-Jürgen Laufer spricht in der Schüco-Arena zu den Zuschauern. FOTO: CHRISTIAN WEISCHE - © Christian Weische
Oberster Armine: Bielefelds Präsident Hans-Jürgen Laufer spricht in der Schüco-Arena zu den Zuschauern. FOTO: CHRISTIAN WEISCHE | © Christian Weische

Arminia Bielefeld 15.000 Mitglieder sind Hans-Jürgen Laufers Ziel für Arminia

ARMINIA: Der Präsident setzt weiter auf Ruhe / "Schuldenberg nervt" / "Im Pokal rechnen wir uns was aus"

Bielefeld. Die Zuversicht gehört zu den Tugenden, mit denen Hans-Jürgen Laufer sein Amt als Präsident des DSC Arminia Bielefeld versieht. Deshalb blickt der 66 Jahre Leiter eines IT-Unternehmens in Asemissen auch mit Optimismus auf die Pokalpartie am Montagabend (18.30 Uhr) in der Schüco-Arena gegen den Bundesligisten Hertha BSC. "Der Unterschied zum Vorjahr ist nicht groß", meint Laufer und erinnert an den 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen Hertha in der 2. Runde des DFB-Pokals der Saison 2014/15. "Arminia war auch als Drittligist kein Nobody", sagt Laufer. "Mit unserer ostwestfälischen Bescheidenheit rechnen wir uns daher erneut etwas aus." Sollte sich die Hoffnung des Präsidenten erfüllen, wäre ein Zweitrundeneinzug des DSC eine Fortsetzung der Bielefelder Erfolgsgeschichte in den vergangenen Monaten, die mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gekrönt wurde. Im Nachhinein bewertet Laufer den unglücklichen Abstieg in der Serie 2013/14 aus der 2. Bundesliga "sogar als Segen. Alle Arminen sind in dieser schwierigen Situation zusammengerückt und haben in die Hände gespuckt. Die dann folgenden Erfolge waren nicht planbar. Es hat sich so ergeben."Mit bisherigen Ergebnissen zufrieden Laufer und die anderen Entscheidungsträger des Vereins lassen sich jedoch vom aktuellen Boom um den Klub nicht beirren. "Das zarte Pflänzchen, das jetzt gedeiht, muss weiter intensiv gepflegt werden. Niemand wird bei uns durchdrehen. Wir bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden." In guten und schlechten Zeiten die Ruhe zu bewahren, zählt zu den Stärken Laufers, der seit dem 21. August 2013 den Verein anführt. Deshalb ist er mit den beiden bisherigen Ergebnissen von 0:0 in St. Pauli und gegen den FSV Frankfurt "durchaus zufrieden. Wir können nicht durchmarschieren. Eine solche Erwartungshaltung bezeichne ich als arrogant." Die Erfolge der vergangegen Monate haben zu einer deutlichen Imageverbesserung der Marke Arminia geführt. Der DSC ist wieder "in". Zum 110. Vereinsgeburtstag am 3. Mai 2015 hatte Laufer eine Mitgliederzahl von 11.111 für das 111. Vereinsjahr angestrebt. Dieser Wert wurde bereits Mitte April übertroffen. Aktuell hat der Klub rund 12.300 Mitglieder, Tendenz steigend. "Diese Zahlen sind Ansporn und eine Bestätigung für die bislang geleistete Arbeit in den Gremien", glaubt der Präsident, der eine neue Wunschprognose abgibt. "Im Laufe der Saison könnte ich mir 15.000 Mitglieder vorstellen, was ein absoluter Rekord für Arminia wäre." Arminias Führungsriege beschäftigt sich aber auch intensiv mit unangenehmen Themen. "Der hohe Schuldenberg von 25,7 Millionen Euro nervt", sagt Laufer. "Wir arbeiten daran, die 25 zu reduzieren", verspricht der DSC-Chef, der sich seiner bewährten Linie auch in diesem Punkt treu bleibt. "Wasserstandsmeldungen zum Themen Finanzen wird es von meiner Seite nicht geben." Übrigens: Bei einem Einzug in die zweite Pokal-Runde kassieren die Arminen 268.000 Euro aus der zentralen DFB-Vermarktung - Einnahmen, die dem Klub helfen würden.

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