Bielefeld Arminias Kompetenz im Hintergrund

Meiers Co-Trainer Speidel arbeitete schon mit Schuster, Heynckes und Mourinho

VON JÖRG FRITZ
Arminias Kompetenz

im Hintergrund - © Arminia
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Bielefeld. Er sitzt bei den Spielen stets in unmittelbarer Nähe neben Norbert Meier. Gedanken zwischen Uwe Speidel und dem Cheftrainer des DSC Arminia Bielefeld werden in einem ruhigen Ton ausgetauscht. Bei brenzligen Situationen auf dem Platz springt Meier häufig von seinem Stuhl auf und lässt seinen Emotionen für einen Augenblick freien Lauf. Speidel bleibt seiner Rolle des aufmerksamen Beobachters treu.

"Ich bin der Co-Trainer, und Norbert Meier ist der Chef." Klare Worte des 43 Jahre alten Speidel, der seit Saisonbeginn neben dem Gehirntrainer Effi Kompodietas und Torwarttrainer Marco Kostmann zum Team von Norbert Meier gehört.

Loyalität und die Gabe, sich zurückzunehmen, sind zwingende Voraussetzungen für den Berufsstand des Assistenten. "Noch wesentlicher stufe ich aber die Qualität meiner Arbeit ein", ergänzt Speidel. Von der ist Meier, der sich nach dem Zweitligaabstieg für Speidels Verpflichtung stark gemacht hatte, vollends überzeugt.

Schalke, Gladbach, Bayern München

Dreifach-Familienvater Speidel - seine Söhne sind 15, 8 und 6 Jahre alt - hat in seiner bisherigen Laufbahn als Trainer mit interessanten Persönlichkeiten zusammengearbeitet. Unter Bernd Schuster war er bei Fortuna Köln und dem 1. FC Köln von 1996 bis 2000 und von 2001 bis 2003 (Deportivo Xerez) für den konditionellen Bereich der Profis zuständig. Mit Jupp Heynckes arbeitete Speidel, der an der Uni Köln Sportwissenschaft studierte und danach im Bereich Leistungsdiagnostik tätig war, als Konditionstrainer bei Benfica Lissabon (2000 bis 2001), Schalke 04 (2003 bis 2004) und Borussia Mönchengladbach (2005 bis 2007). In Lissabon war Speidel nach der Entlassung von Heynckes einige Wochen für José Mourinho tätig.

Arminias Co-Trainer Uwe Speidel, Chefcoach Norbert Meier und Co-Trainer Effi Kompodietas (v. l.). - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminias Co-Trainer Uwe Speidel, Chefcoach Norbert Meier und Co-Trainer Effi Kompodietas (v. l.). | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Weitere Stationen waren der MSV Duisburg (2008 bis 2010). Dort war Speidel als Konditions-, Co-und Interimstrainer beschäftigt. Seine letzten Erfahrungen sammelte er als Konditionscoach bei Bayern München II (2011 bis 2013) sowie als Co-Trainer von Rudi Bommer und Stephan Schmidt in Cottbus (2013).

Seine Bielefelder Eindrücke bezeichnet Meiers enger Vertrauter als "durchweg positiv. Nach den erwarteten Anfangsschwierigkeiten aufgrund der großen Zahl an neuen Spielern ist es uns gelungen, diese Defizite schnell abzustellen und oben in der Tabelle mit dabei zu sein", beschreibt er den Ist-Zustand des Drittligisten. Seine Prognose nicht nur für das bevorstehende Westfalenderby am Sonntag bei Preußen Münster (Anstoß um 14 Uhr) ist optimistisch. "Mit unserer Erfahrung und der zwingend erforderlichen Konstanz können wir weiter in der Spitzengruppe mitmischen, wenn wir von Spiel zu Spiel stets unsere Hochform zeigen."

Eine Saison in der Oberliga

Seine eigenen Zukunftsambitionen stuft Speidel sehr realistisch ein. "Ich fühle mich seit Jahren sehr wohl in der Rolle des Co-Trainers. Ich strebe nicht mit aller Macht den Chefposten an."Als Spieler, der nur eine Saison in der Oberliga vorzuweisen hat, sei es im heutigen Profifußball sehr schwer, als Chefcoach Fuß zu fassen, argumentiert Speidel.

In den kommenden Tagen werden Meier, Speidel, Kostmann und Kompodietas viele Arbeitsstunden investieren, um die Spieler für das prestigeträchtige Derby vorzubereiten. Speidels Einschätzungen sind für Norbert Meier von großem Wert. "Die Benennung der endgültigen Startelf ist aber ausschließlich seine Entscheidung", sagt Speidel. "Und das ist auch gut so. Schließlich trägt er auch die Gesamtverantwortung."

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