Teistungen Arminias Blickrichtung geht nach vorn

Innenverteidiger Börner setzt sich in der Heimat seiner Frau neue Ziele

VON PETER BURKAMP

Arminias Blickrichtung 

geht nach vorn - © Arminia
Arminias Blickrichtung
geht nach vorn | © Arminia

Teistungen. Privat ist Julian Börner fast immer gut gelaunt, lacht gern und hat auch mal einen frechen Spruch auf den Lippen. Der Fußballer Julian Börner zeigt ein anderes Gesicht. "Auf dem Platz bin ich gierig und giftig. Ich will immer gewinnen, bin laut und lebe vom Zweikampf", sagt Arminias neuer Verteidiger.

Hinter Börner liegt "eine komplett kuriose Saison. Ich habe vier Trainer gehabt, so viele haben andere in ihrer ganzen Laufbahn", sagt er und grinst. Vier Trainer, eine Rote Karte, dazu Verletzungspech und am Ende mit Energie als Tabellenletzter aus der 2. Liga abgestiegen - das war in der Tat keine gewöhnliche Saison.

Und sie hat Börner wegen oben genannter Gründe auch nur wenig Spielzeit gebracht. Ausgerechnet als er wieder einsatzbereit war, gewann Cottbus unter dem neuen Trainer Jörg Böhme und der hielt sich an das Motto "never change a winning team".

Erst gegen Ende der Saison hat der Innenverteidiger wieder öfter auf dem Platz gestanden. Doch Börner will nicht zurückblicken. "Man muss einen Schnitt machen und wieder nach vorn schauen", sagte er sich und ließ sich durch gute Gespräche mit Samir Arabi, Norbert Meier und Marcus Uhlig zum Wechsel nach Bielefeld bewegen.

"Ich habe Cottbus viel zu verdanken, dort mein Abitur gemacht und bin bei Energie zum Profi aufgestiegen. Nach fünf Jahren war es dann mal an der Zeit, etwas Neues anzufangen."

Seit zweieinhalb Wochen ist er mittlerweile Armine und hat es "noch keinen Moment bereut. Ich fühle mich pudelwohl. Wir haben hier eine super Truppe." Obwohl der frühere Junioren-Nationalspieler den größten Teil seines Lebens in Weimar und später in der der Lausitz verbracht hat, sind Bielefeld und Ostwestfalen keine ganz unbeschriebenen Blätter für ihn. Ende Mai heiratete Börner seine Freundin Kristina.

Julian Börner packt sich den Ball und hat viel Spaß bei Arminias Trainingslager in Teistungen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Julian Börner packt sich den Ball und hat viel Spaß bei Arminias Trainingslager in Teistungen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Die spielte, als sie noch mit Nachnamen Gessat hieß, viele Jahre Fußball für den FSV Gütersloh in der zweiten und ersten Liga. Logisch, dass auch daheim das Thema Fußball allgegenwärtig ist. "Da muss ich mir manchmal einiges anhören. Aber das ist in Ordnung, denn Krissi weiß ja, wovon sie redet", sagt Börner und lächelt dabei. Immerhin ist seine Frau 2010 mit der U-20-Nationalmannschaft in Bielefeld Weltmeisterin geworden.

Mittlerweile spielt jedoch nur noch ihr Mann Fußball. Kristina Börner studiert Kommunikation in Bielefeld und möchte sich auf ihre berufliche Zukunft konzentrieren. "Sie will ihr eigenes Geld verdienen und auf eigenen Füßen stehen. Das finde ich total gut", sagt ihr Mann.

Auch  Börner denkt schon an die Zeit nach dem Fußball. Über das IST-Institut in Düsseldorf möchte er sich weiterbilden. "Jetzt geht?s mir gut, aber ich möchte auch nach der aktiven Zeit Geld verdienen", sagt Börner und erinnert an das Schicksal von Ex-Profi Ailton, der schließlich im Dschungelcamp gelandet ist. Doch das Karriereende ist noch fern. Jetzt denkt der Linksfuß an Arminia und eine erfolgreiche Saison. Trotz "vieler Aufstiegsfavoriten" blickt Börner dem Saisonstart in drei Wochen "ganz optimistisch" entgegen.

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