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Geflüchtete aus der Ukraine auf der Suche nach Decken und Kleidung, die sie nicht mitnehmen konnten. - © picture alliance/dpa
Geflüchtete aus der Ukraine auf der Suche nach Decken und Kleidung, die sie nicht mitnehmen konnten. | © picture alliance/dpa

Krieg Wie Ostwestfalen den Menschen in der Ukraine helfen können

Viele Menschen sind auf der Flucht. Es fehlt an wesentlichen Dingen, wie Lebensmitteln und Decken. In OWL gibt es bereits einige Hilfsangebote.

Désirée Winter
01.03.2022 | Stand 01.03.2022, 10:21 Uhr

Seit dem Angriff des russischen Militärs auf die Ukraine sind mehr als eine halbe Million Menschen auf der Flucht. In Deutschland zeigen sich die Menschen solidarisch und wollen helfen.

"Gebraucht werden vor allem Geldspenden. Aber auch Bettzeug, Matratzen, Schlafsäcke, Decken und Handtücher fehlen", sagt Johann Vollmer, Sprecher der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld. Für die Region OWL würden noch Koordinierungsgespräche laufen, um ein möglichst breit gefächertes Hilfsangebot stellen zu können. Die zu Bethel gehörende Ukraine-Hilfe Lobetal, die seit mehr als 20 Jahren Hilfsmittel-Transporte nach Osteuropa organisiert, verstärkt deshalb in diesen Krisenzeiten ihr Engagement. „Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Partnern vor Ort und kommunalen Behörden“, so die Vereinsvorsitzende Elisabeth Kunze. „Wir haben aktuell die Möglichkeit, drei Lastwagen voll zu beladen und haben noch viel Platz für Hilfsgüter“, betont Elisabeth Kunze. „Mit Geld können wir natürlich am schnellsten helfen. Ob für Notstromaggregate, Wasserfilter, Arznei, Lebensmittel oder was immer gerade am meisten gebraucht wird“, fügt sie hinzu. Kleiderspenden würden dagegen zurzeit nicht gebraucht.

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Gütersloh häufen sich durch die Hilfsbereitschaft die Angebote potenzieller Sachspender. Was derzeit am meisten benötigt werde, seien allerdings Geld- und Blutspenden. Kleiderspenden seien das, was das Rote Kreuz zum jetzigen Zeitpunkt am wenigsten benötigt, heißt es in einer Mitteilung. „Unsere Kleiderkammern sind gut gefüllt. Über das übliche Maß hinaus besteht derzeit kein Bedarf an zusätzlichen Spenden. Deswegen raten wir auch von eigenen Sammelaktionen ab“, sagt Kreisvorstand Dennis Schwoch.

Auch im Kreis Herford wird derzeit eine zentrale Sammelstelle für Sachspenden eingerichtet, teilt Sprecher Patrick Albrecht mit. Bis dahin werde darum gebeten, von Sachspenden abzusehen. Darüber hinaus soll ein Spendenkonto für Geldspenden eingerichtet werden. In jeder der neun Städte und Gemeinden des Kreises sowie beim Kreis Herford werde es jeweils einen zentralen Ansprechpartner geben, an den sich Bürgerinnen und Bürger wenden können, die helfen möchten. Auch ein zentrales E-Mail-Postfach ist in Arbeit. "Der Kreis und die Kommunen befinden sich darüber hinaus in Gesprächen mit Hilfsorganisationen, um den Menschen im Kriegsgebiet bestmöglich und effektiv helfen zu können", so Albrecht.

Mit Hilfsorganisationen bereite die Stadt Paderborn einen Transport von Gütern in die polnische Partnerstadt Przemysl vor. Przemysl ist derzeit Zufluchtsort Tausender Ukrainer. Um die Geflüchteten zu versorgen, werden unter anderem Feldbetten, Decken, Hygieneartikel, Windeln, Socken, Unterwäsche und haltbare Lebensmittel benötigt. Ein Paderborner Helfer-Team telefoniere örtliche Supermärkte, Discounter und weitere Geschäfte für Sachspenden ab. „Die Hilfsbereitschaft ist groß“, sagt Christian Weidlich von den Maltesern.

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