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Warnt: NRW-Innenminister Ralf Jäger. FOTO: B. Franke - © BARBARA FRANKE
Warnt: NRW-Innenminister Ralf Jäger. FOTO: B. Franke | © BARBARA FRANKE
OWL

Vereine verschärfen Vorkehrungen

Fußball: Arminia Bielefeld und der SC Paderborn müssen am Wochenende in der 2. Bundesliga spielen. Hannovers Präsident Kind glaubt, dass der Terror den Sport verändern wird

19.11.2015 | Stand 18.11.2015, 19:12 Uhr
Austragungsort am Samstag: In der Bielefelder Schüco-Arena werden zum Spiel gegen RB Leipzig zwischen 18.000 und 20.000 Zuschauer erwartet. ? - © Foto: Detlef Wittig
Austragungsort am Samstag: In der Bielefelder Schüco-Arena werden zum Spiel gegen RB Leipzig zwischen 18.000 und 20.000 Zuschauer erwartet. ? | © Foto: Detlef Wittig

Bielefeld. Der frühere DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn hat vor Panikreaktionen nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover gewarnt. „Wir müssen sensibel mit der Bedrohung umgehen, aber – so schwer es fällt – auch eine gewisse Gelassenheit und Ruhe bewahren“, sagte Spahn in einem Interview. Er erwarte allerdings, dass die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Spieltag der beiden Fußball-Bundesligen am Wochenende „definitiv“ verschärft werden.

Mit dieser Thematik werden sich auch die Verantwortlichen des Zweitligisten Arminia Bielefeld beschäftigen müssen. Der Aufsteiger erwartet am Samstag um 13 Uhr in der Schüco-Arena den Aufstiegsfavoriten RB Leipzig. „Zu diesem Spiel erwarten wir zwischen 18.000 und 20.000 Zuschauern“, sagt Arminias Pressesprecher Tim Santen.

Arminias ostwestfälischer Ligarivale SC Paderborn gastiert am Sonntag um 13.30 Uhr im Duell der Erstligaabsteiger beim SC Freiburg. Der geht den kommenden Spieltag relativ unaufgeregt an. Vor dem Duell mit den Ostwestfalen wird es heute die ganz normale Spieltagssitzung mit allen relevanten Sicherheitsfragen geben. „Dabei sprechen wir mit den Sicherheitsbehörden auch über deren Planungen“, so Kommunikationsleiter Marius Brecht vom SC Freiburg.

Die Verantwortlichen des SC Paderborn, auf die erst wieder am Samstag, 28. November, ein Heimspiel (gegen den TSV 1860 München) in der Benteler-Arena zukommt, werden sich nach Aussage von Geschäftsführer Martin Hornberger zeitnah zu dem Thema zusammensetzen. Schon jetzt steht fest, dass es vor den beiden Heimspielen gegen München und Düsseldorf Sicherheitsbesprechungen geben wird, die beim SCP in der 1. Liga der Regelfall waren, in der 2. Liga aber nur zu besonderen Spieltagen stattfinden. „Wir haben ohnehin immer eine gute Zusammenarbeit mit allen sicherheitsrelevanten Institutionen“, stellt Hornberger klar.

Nach dem Schock von Hannover hat Borussia Dortmund die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. „Wir haben uns nach den Anschlägen von Paris intensiv mit der Sicherheitslage beschäftigt und werden für unsere Veranstaltungen zusätzliche Vorkehrungen treffen“, sagte BVB-Mediendirektor Sascha Fligge. Über Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Wie immer werde man über Details aus Gründen der Sicherheit nicht öffentlich sprechen. Der BVB befinde sich mit der Polizei, den Behörden und anderen Klubs im engen Austausch.

Obwohl es für das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 am Samstag laut Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers keine konkreten Hinweise auf eine Gefahrenlage gibt, erhöht der gastgebende Verein die Sicherheitsvorkehrungen. Speziell die Einlasskontrollen würden strenger, teilte die Borussia mit.

„Wir bereiten uns auf das Leipzig-Spiel so gewissenhaft wie vor jedem anderen Pflichtspiel vor“, beschreibt Arminias Pressesprecher Santen die Vorgehensweise des ostwestfälischen Vereins. Santen („Wir sind fernab von Panik“) verweist auf die turnusmäßige Sicherheitskonferenz vor Meisterschaftsspielen in der Schüco-Arena, die für heute Nachmittag angesetzt ist. „Wir müssen daher abwarten, welche Sachlagen vorliegen“, sagt der DSC-Pressesprecher.

Mit Hinweis auf dieses Gespräch wollte sich auch die Bielefelder Polizei zunächst nicht zum Sicherheitskonzept beim Spiel am Samstag äußern. Unter dem Eindruck der Terrorangst forderte Präsident Martin Kind von Hannover 96 ein einheitliches Konzept für alle Bundesligisten unter Federführung der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Das wird den Fußball verändern und stellt uns vor eine neue Herausforderung.“

Sicherheitsexperte Spahn sieht auch nach den Terrorangriffen von Paris keine besonders erhöhte Gefahr für Sportereignisse. „Prinzipiell ist es nichts Neues, dass Sportveranstaltungen ein Ziel sind – so wie jeder Ort, an dem viele Menschen öffentlich zusammenkommen“, sagte Spahn und fügte hinzu: „Wir können als Konsequenz daraus nicht unser Leben umstellen und das Haus nicht mehr verlassen.“

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