FSB aus Brakel öffnet weltweit Türen

Alles im Griff

VON UWE POLLMEIER
Die Firma FSB aus Brakel öffnet weltweit Türen - © Wirtschaft
Die Firma FSB aus Brakel öffnet weltweit Türen | © Wirtschaft

Brakel. "Viele wissen gar nicht, was wir machen", sagt Udo Brechmann, Geschäftsführer der Franz Schneider Brakel GmbH und Co KG, kurz FSB. Dabei ist das Brakeler Unternehmen in vielen Fällen das Bindeglied zwischen der Außenwelt und den heimischen vier Wänden. Mit seinen "Produkten für die Hand" liefert FSB Tür- und Fenstergriffe, auf die in den vergangenen Jahren auch schon viele Stararchitekten für ihre weltweiten Bauten zurückgegriffen haben.

"Architekten tragen ihre persönliche Handschrift gerne in die Klinken hinein", sagt Marketingleiter Matthias Fuchs. "Wir liefern nicht an den Endkunden, und unsere Produkte kann man auch nicht im Baumarkt finden", ergänzt Brechmann. Abnehmer seien Fachgroßhandlungen, und so wisse mancher vermutlich gar nicht, dass sein erster Kontakt bei Betreten eines Hauses oft Brakeler Bezüge hat.

Im Sortiment befinden sich 70 bis 80 Klinkendesigns. So verwendete etwa der spanische Stararchitekt Santiago Calatrava FSB-Türgriffe beim Bau des "Turning Torso", dem in sich verdrehten Hochhaus in Mal-mö. David Chipperfield integrierte die ostwestfälischen Türöffner in das neue Eingangsgebäude der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel, und auch in der Hauptverwaltung der Lufthansa AG am Frankfurter Flughafen öffnen sich die Türen durch ostwestfälische Familientradition, bei der die sechste Generation schon in den Startlöchern steht.

Marketingleiter Matthias Fuchs (l.) und Geschäftsführer Udo Brechmann präsentieren das neue Isis-Eingangssystem von FSB.
Marketingleiter Matthias Fuchs (l.) und Geschäftsführer Udo Brechmann präsentieren das neue Isis-Eingangssystem von FSB.

"Zeitloses Design ist unser Anspruch", sagt Fuchs . Die jüngste Entwicklung des Hauses ist das elektronische Zutrittsystem Isis. Ein biometrisches System, bei dem die Haustür per Abscannen des Fingers für registrierte Benutzer geöffnet oder verschlossen wird. "Die ganzheitliche Gebäudeorganisation eröffnet uns neue Horizonte", sagt Brechmann. Daher haben die Brakeler vor drei Jahren die "Sächsische Schlossfabrik" in Groitzsch bei Leipzig als hundertprozentige Tochtergesellschaft übernommen. Das Kernsegment, so stellt Brechmann klar, bleibe aber immer "Greifen und Griffe".

In Brakel arbeiten in Produktion und Verwaltung 600 Mitarbeiter. "Wir fertigen alle Werkzeuge selbst, die wir für die Produktion benötigen", sagt Brechmann. Es sei daher ein absolutes "Made in Brakel"-Produkt. "Die gesamte Produktion vor Ort - das ist unsere Philosophie."

FSB hat es geschafft, die Klin-ke als Kultobjekt zu sehen. Man habe, so Fuchs, eine Marke geschaffen und ein vermeintlich unauffälliges Gebrauchsobjekt aus der Anonymität der Funktionalität entrückt. Dies sei insbesondere ein Verdienst des früheren Geschäftsführers Jürgen W. Braun, in den 1990er Jahren in Brakel als "Der Herr der Klinken" bekannt.

Seitdem expandieren die mittelständischen Ostwestfalen in die ganze Welt. "Wir können unsere Geschäfte nicht nur um den Brakeler Kirchturm herum betreiben", sagt Brechmann. Im Angebot befinden sich mehr als 25.000 Artikel. Jeden Griff gibt es in den Varianten Alu, Edelstahl, Bronze und Messing. "Jedes Land hat andere Vorlieben. So bevorzugen Südeuropäer verspielte Messingdesigns", sagt Fuchs. 70 bis 80 Designs befinden sich im Sortiment. Mal entworfen von Hausdesigner Hartmut Weise, mal von externen Designern - aber stets "mit einem zeitlosen Design, mit dem man stilsicher unterwegs ist".

Seit einigen Jahren entwirft FSB auch barrierefreie Griffsysteme für den Sanitärbereich. So wurden etwa die Patientenbäder und Toiletten des Klinikums Minden mit FSB-Produkten ausgestattet.

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